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Packhof-Disput: Investor will Bürger beteiligen

Dauerstreit um Buga-Areal Packhof-Disput: Investor will Bürger beteiligen

Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann hat den Namen des einzigen Investors für das ehemalige Buga-Areal am Packhof bislang wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Doch der Hamburger RIMC-Chef Gert Prantner sucht die Öffentlichkeit und will auch mit den Bürgern der Havelstadt reden.

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Das Ritz-Carlton in Wolfsburg steht zwischen Autostadt und VW-Kraftwerk am Mittellandkanal und ist eine eigene Attraktion.

Quelle: Promo

Brandenburg an der Havel. Gert Prantner ist der bislang einzige ernsthafte Interessent für das Bebauen des Packhofes, vornehmlich mit einem Hotel. „Wir widmen uns vor allem den mittleren Städten, in die große Konzerne nicht wollen. Dort gibt es zwar bereits teilweise schon Hotels, sie können oft nicht lange überleben, weil sie als privat geführte Häuser zu klein sind oder nicht genügend Kapital da ist. Meine Philosophie ist es, dass zuerst die Betten da sein müssen, damit die Gäste kommen.“

Prantner (75) ist Geschäftsführer des Hamburger Unternehmens RIMC, einem international in elf Ländern tätigen Hotelentwickler und -betreiber. 1954 verließ er seine Südtiroler Heimat Meran in Richtung Deutschland, kam 1968 nach Hamburg. Dort übernahmen er das „Vier Jahreszeiten“, ein Freund das „Atlantic“. „Hamburg war damals eine sterbende Stadt, heute ist es eines der ersten Touristenziele.“ Er habe sich schon zu DDR-Zeiten im Osten engagiert, unter anderem in Oberwiesenthal und in Rostock-Warnemünde. Spaß gemacht hätten ihm vor allem Projekte wie das Ritz-Carlton in Wolfsburg.

„Hamburg war eine sterbende Stadt“

Damals sei Ferdinand Piech auf ihn zugekommen und habe nach Ideen gefragt, wie man von der Monokultur des reinen Automobilbaus in der Stadt wegkommen könne. Man verband einfach den Autobau mit dem Tourismus. Im Jahr 2000 schließlich wurden die Autostadt und darin das noble Hotel eröffnet.

Auch in Wolfsburg sei er nicht gleich mit offenen Armen empfangen worden, „Vorbehalte gibt es immer“. Aus diesem Wissen heraus hat Prantner der Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann nach eigenem Bekunden ziemlich früh angeboten, „ich komme jederzeit in ihre Stadt und stelle mich den Fragen der anderen Hoteliers, der Kommunalpolitiker und aller Bürger“. Er wolle sicherstellen, dass ein Hotel auch wirklich gewünscht sei in der Stadt.

Geändertes Exposé

Die Stadtverordneten sollen am kommenden Mittwoch über ein geändertes Exposé abstimmen, das Änderungen aus dem Denkmal- und Sanierungsbeirat aufnimmt. Im Hauptausschuss gab es am Montagabend keine Gegenstimmen.

Hotel und Wohnungen werden gleichberechtigt von Baumassen behandelt, diese sollen sich die Waage halten.

Gleichberechtigung gilt auch für die so genannte Lagegunst zum Wasser hin.

Es dürfen sich auch Investorengemeinschaften bilden, beispielsweise aus Hotel- und Wohnungserrichtern.

Die Bietefrist wurde verlängert von Ende März bis Ende Mai.

Baubeigeordneter Michael Brandt bezeichnet den Kompromiss als „gutes Zwischenergebnis“: „Ich danke besonders dem Denkmal- und Sanierungsbeirat, der die nötige Qualität in die Debatte gebracht hat.“

Tiemann habe er auf der Expo Real in München kennengelernt und ist dann mit ein paar Planern nach Brandenburg an der Havel gekommen.habe verschiedene Standorte besichtigt, zuerst das Stadtbad, bevor er bedingungslos für den Packhof votierte. „Als wir zurückkamen, haben die Planer aus dem Stegreif und ohne Auftrag eine Zeichnung gefertigt, die in der Brandenburger Verwaltung helle Begeisterung auslöste.“

Bedingungsloses Votum

Gleichwohl gebe es keine endgültige Entscheidung über Baumassen, Geschosszahlen oder Lageverteilung, das müsse diskutiert werden. „Ein Hotel darf man auch nur bauen, wenn es sinnvoll für eine Stadt ist, wenn sie sich damit entwickeln kann.“ Deshalb frage er immer zuerst die Stadtoberen, was sie in den kommenden 20 Jahren mit ihrer Kommune vorhaben.

Service

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Prantner will neben dem Hotel auch „das Parkhaus, die Wohnungen und bei Bedarf eine Kita“ errichten. „Die Fonds springen erst ab einer Größenordnung von 25 Millionen Euro an.“ RIMC besorgt sich Geld aus Fonds, von Banken, von Privatleuten oder von Family Offices vermögender Familien. Das Hotel solle einen eigenen Namen bekommen, ähnlich wie in Potsdam – dort trage das RIMC-Hotel den Namen „Voltaire“ und werde unter der Marke NH-Hotels geführt. „Ob wir direkt mit der Marke branden oder als ,Member of...’ ist noch gar nicht entschieden.“

Von André Wirsing

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