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Photovoltaikanlagen müssen warten

Metzelthin Photovoltaikanlagen müssen warten

Die Sonnenernte im Wusterhausener Ortsteil Metzelthin ist erst einmal verschoben. Ehe weiter über den Bau von Photovoltaikanlagen verhandelt wird, sollen dafür allgemein verbindliche Regeln für das ganze Gemeindegebiet aufgestellt werden, entschied der Haupt- und Finanzausschuss Wusterhausen am Dienstag.

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„Der Boden ist zu kostbar, um ihn mit Photovoltaikmodulen zu überbauen“, findet Barbara Burau (links).

Quelle: Wolfgang Hörmann

Metzelthin. Dem FDP-Gemeindevertreter Axel Herrmann müssten am Dienstagabend die Ohren geklungen haben. Plötzlich und unerwartet fiel im Wusterhausener Haupt- und Finanzausschuss sein Name, als es im Tagesordnungspunkt 7 um den „Umgang mit der weiteren Errichtung von Anlagen erneuerbarer Energien im Gemeindegebiet“ ging.

Der Gemeindevertreter hatte jüngst in Metzelthin am Ende einer hitzigen Diskussion um die geplante Photovoltaikanlage am Dorfrand einen Vorschlag gemacht: Weil immer mehr ähnlicher Anlagen entstehen sollten, müssten vor einer Genehmigung einheitliche Kriterien für die Errichtung von Solaranlagen vorhanden sein. Solange man die nicht habe, würde es die Gemeindevertretung „unnütz schwer haben, gerechte Entscheidungen zu treffen“.

Damals tagte der Bau- und Ordnungsausschuss und empfahl mit 3:2 Stimmen den Gemeindevertretern, für die Aufstellung eines Bebauungsplanes zu stimmen. Nun hätte am Dienstag eine solche Vorlage dem Hauptausschuss vorliegen müssen. Damit rechnete auch Barbara Burau. Mit einer riesigen Papierrolle unterm Arm und einer kleinen Abordnung im Schlepp wartete die Ortsvorsteherin von Metzelthin nur auf die Bürgerfragestunde bzw. den Punkt 7. Als der dann kam, gab’s eine Überraschung.

Einheitliche Kriterien sollen her

Die Forderung nach den „einheitlichen Kriterien“ hatte im Rathaus zu einem Umdenken geführt. Man wolle sich in der bevorstehenden Sommerpause einen solchen Katalog erarbeiten. Der solle dann der Gerechtigkeit halber auch für Metzel­thin angewendet werden, verkündete Martina Vogel, Koordinatorin im Ordnungsamt von Wusterhausen. Das sei auch mit dem Vorhabenträger abgestimmt, der an der Bahnlinie im Wusterhausener Ortsteil Metzelthin Module auf einem Kilometer Länge aufstellen will, dabei allerdings das Einvernehmen mit den Einheimischen sucht.

Deren Abgesandte hätten ob dieser Neuigkeiten eigentlich zufrieden sein können. Schließlich war der Zankapfel erst einmal vom Tisch. Aber die Metzelthiner Kritker wollten mehr – oder besser gesagt, weniger, nämlich berhaupt keine Sonnenfänger mit der dazu gehörigen Technik. Zunächst rollte Barbara Burau eine große Karte aus, darauf abgebildet die Gemarkung mit den eingezeichnete Bodenwertzahlen. Um Metzelthin herum liegen sie bei 38 bis 40, „viel zu schade, um sie zu überbauen“, so Burau eindringlich. Da half auch nicht, dass Bernd Jünemann (CDU) die Werte als „nichts Außergewöhnliches“ bezeichnete.

Kritikerin spricht von „Pfeifenden Wechselrichtern“

Ulrike Gehring legte nach. Die junge Frau der Gruppe um die Solaranlagen-Kritikerin Barbara Burau hatte sich im Internet schlau gemacht und sprach nun von „pfeifenden Wechselrichtern, verschleißanfälligen Modulen und Gefahrenstoffen, die beim Rückbau der Solaranlagen schädliche Spätfolgen haben könnten“. Erstaunte Reaktionen waren die Folge. Das alles müsse fachlich kompetent überprüft werden, so die einhellige Meinung. Soviel ist sicher: Vorerst passiert in Sachen Sonnenernte nichts in Metzelthin.

Von Wolfgang Hörmann

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