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Potsdam muss Kita-Planung umstellen

Kinderzuwachs übertrifft kühnste Prognosen Potsdam muss Kita-Planung umstellen

Der Bedarf an Kitaplätzen in der Landeshauptstadt Potsdam liegt nach der jüngsten Prognose des Statistikamtes erstmals über den strategischen Reserven des Jugendamtes. In einer Reihe von Krisengesprächen mit den Potsdamer Kita-Trägern sucht die Verwaltung nach Lösungen. Kommunalpolitiker beobachten die Entwicklung mit Sorge.

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In die Sanierung und Erweiterung der Kita Storchennest und des Montessori-Kinderhauses in der Günther-Simon-Straße wurden 2,5 Millionen Euro investiert.

Quelle: Jacqueline Schulz

Potsdam. Die rund 120 Kindertagesstätten in der Landeshauptstadt arbeiten an der Belastungsgrenze. In den vergangenen Jahren konnte die Stadt bei ihrer jährlichen Kita-Bedarfsplanung immer auf ein Polster von einigen 100 Plätzen setzen. Doch dieses Modell ist nun erstmals ausgereizt, worden, wie der Chef des Jugendhilfeausschusses, David Kolesnyk (SPD), auf MAZ-Anfrage bestätigte. 500 Plätze hatte die Stadt nach seinen Angaben für dieses Jahr in der Reserve.

Doch bei der jährlichen Abfrage der Bevölkerungsentwicklung über das Statistikamt ergab sich unter Einrechnung aller Zu- und Wegzüge ein Zuwachs bei den Null- bis Sechsjährigen um 580 Kinder mehr als erwartet. Engpässe seien möglich, doch grundsätzlich gelte, dass innerhalb von zwei bis drei Monaten eine Lösung gefunden werden müsse, um den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz zu gewährleisten. In einer Reihe von Gesprächsterminen des Jugendamtes mit den Potsdamer Kita-Trägern solle nun nach weiteren kurzfristig aktivierbaren Reserven gesucht werden.

Möglichkeiten gibt es laut Kolesnyk zunächst beim Personal. Viele Kita-Plätze seien aktuell nicht verfügbar, weil Personal fehle. Zusätzliche Raumkapazitäten könnten sich für kurzfristige Lösungen unter anderem über Container für Grundschulen an der Esplanade und im Zentrum Ost finden lassen, die – beginnend mit der ersten Klasse – erst im Laufe der nächsten Jahre komplett für den Schulbetrieb genutzt würden. Reserven gebe es nicht zuletzt über Kitas, deren Betriebserlaubnis mehr Plätze zulasse, als derzeit vorhanden seien.

Nach aktuellen Plänen sollen in diesem und dem nächsten Jahr fast 800 zusätzliche Krippen- und Kitaplätze geschaffen werden. Weitere Potenziale könnten in dem Bedarfsplan für das Kitajahr 2016/17 aufgezeigt werden, der auf Basis der jüngsten Auskünfte des Statistikamtes spätestens nach der Sommerpause vorliegen sollte.

Mit Erwartungen verbunden sind nicht zuletzt Prüfungen zur Einführung einer neuen Anmeldesoftware für Eltern auf Kitaplatzsuche. Anders als bei dem aktuellen Kitaportal würde das neue System, dessen Einführung noch offen ist, Eltern mit einem Vertrag für einen Kitaplatz automatisch aus anderen Wartelisten herausnehmen. Aktuell ist nach Darstellung Kolesnyks eine statistische Unschärfe möglich, weil Eltern auf der Suche nach einem Kitaplatz in mehreren Wartelisten stünden und entsprechend mehrfach als Platzsuchende erfasst würden.

Kommunalpolitiker beobachten die Entwicklung mit Sorge. CDU-Fraktionschef Matthias Finken hat sich in einer kleinen Anfrage an die Verwaltung nicht nur erkundigt, wie viele Kitaplätze bis Ende 2017 benötigt und wie viele tatsächlich vorhanden sein werden. Er will auch wissen, welche Fahrzeiten zumutbar sind, um Kinder zur Kita zu bringen. Im Fokus seines Interesses stehen Kinder aus dem Norden Potsdams, die wegen fehlender Angebote Kitas in anderen Stadtteilen besuchen.Die Antworten stehen noch aus. Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg kritisiert, dass die Umbaupläne für die Ruine des Terrassenrestaurants „Minsk“ am Brauhausberg zur Kita mit dem Verweis auf fehlenden Bedarf abgeschmettert worden seien. Angesichts der jüngsten Zahlen sei diese Begründung „absolut unverständlich“.

Von Volker Oelschläger

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