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Potsdamer Kita-Träger wollen das „Minsk“

Streit um fehlende Kitaplätze Potsdamer Kita-Träger wollen das „Minsk“

Angesichts einer dramatisch wachsenden Nachfrage nach Kita-Plätzen in Potsdam fordert eine Gruppe namhafter Kita-Träger die Wiederaufnahme von Verhandlungen zum Umbau des Terrassenrestaurants „Minsk“ in eine Kindertagesstätte. Die Stadt hatte das Angebot des Landessportbundes abgelehnt, weil kein Bedarf für eine Kita dieser Größenordnung bestünde.

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Die Ruine des Terrassenrestaurants „Minsk“ soll neuen Wohnungen weichen.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Eine Gruppe namhafter Betreiber von Kindertagesstätten in Potsdam fordert die Wiederaufnahme der Verhandlungen zur Einrichtung einer sportbetonten Kita im früheren Terrassenrestaurant „Minsk“ am Brauhausberg. Die Landeschefin der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Angela Basekow, verwies als Sprecherin auf den dramatisch gewachsenen Bedarf an zusätzlichen Kita-Plätzen.

Wie berichtet, wurde zum 1. März als Stichtag ein Zuwachs bei den Potsdamern bis zum Alter von sechs Jahren um 581 Kinder gemeldet – zusätzlich zu den 210 Kindern mehr, mit denen das Jugendamt in der aktuellen Kita-Bedarfsplanung für 2015/16 gerechnet hatte. In einem Rundschreiben an die Kita-Träger warnt die Behörde, dass erstmals seit 2010 „möglicherweise nicht für jedes Kind mit einem rechtsverbindlichen Anspruch fristgemäß ein Betreuungsplatz zur Verfügung steht“.

Erbost reagierten die Träger auf die in dem Schreiben erhobene Behauptung, „dass eine Vielzahl Einrichtungen nicht vollständig ausgelastet“ sei. Es gebe 800 freie Plätze. Basekow hielt dagegen, dass einige Kitas mit befristeter Erlaubnis sogar mehr Kinder betreuten, als vorgesehen. Die geforderte Höchstauslastung gehe zu Lasten von Personal, Kindern und Eltern.

Handlungsbedarf sehen die Träger beim Neubau. Seit Inkrafttreten einer neuen Richtlinie mit geänderten Regeln zur Refinanzierung neuer Kitas im Jahr 2013 herrsche Missstimmung zwischen Trägern und Jugendamt. Die Fröbel-Gruppe hat laut Geschäftsführer Stefan Spieker vier Projekte absagen müssen, darunter eine Kita mit 170 Plätzen in der Siemens-Villa an der Gregor-Mendel-Straße. Die gegenwärtige Situation sei eine Absage an den Titel „kinderfreundliche Stadt“, so Spieker.

Der Untergang des „Minsk“

Der Umbau zur sportbetonten Kindertagesstätte mit 220 Plätzen galt als letzter Rettungsanker zum Erhalt des einstigen Terrassenrestaurants „Minsk“ am Brauhausberg, das als Unikat der DDR-Architektur gilt.

1,5 Millionen Euro hatte der Landessportbund der Stadt nach einem Interessenbekundungsverfahren für den Erwerb des Grundstücks geboten. Der Erlös sollte in die Baukasse des Badneubaus am Leipziger Dreieck fließen. Weitere 3,5 Millionen Euro sollten nach Plänen des Sportbundes in die Sanierung und dem Umbau des Gebäudes investiert werden.

Im Juli des vergangenen Jahres aber kam die Absage, als Sozialdezernentin Elona Müller-Preinesberger (parteilos) den Stadtverordneten mitteilte, dass es für eine Kita dieser Größe keinen Bedarf gebe.

Nach den aktuellen Plänen soll das „Minsk“ veräußert und dann abgerissen werden, um Platz für weitere Wohnungsbauten zu schaffen.

Auf Initiative von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) gebe es am 13. April ein Treffen von Wirtschaftsprüfern der Kita-Träger und der Stadt zum Abgleich ihrer Positionen. Zur Gruppe der Trägergesellschaften zählen neben dem Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk (EJF), Independent Living und dem Oberlinhaus auch der Landessportbund, der sich um das „Minsk“ bemühte.

Von Volker Oelschläger

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