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Potsdams Speicherstadt wird vollendet

Bauen in der Landeshauptstadt Potsdams Speicherstadt wird vollendet

Es ist eine der letzten Brachen an der Havel – bis zum 30. November können sich Investoren für die Bebauung der nördlichen Speicherstadt gegenüber des Potsdamer Hauptbahnhofs beteiligen. Die Stadt verlangt anspruchsvolle Architektur. Spielcasinos und Sexshops sind nicht erlaubt

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Die teils von Bäumen bewachsene Brache (vorne rechts) ist nun auf dem Markt und soll die Speicherstadt vollenden.

Quelle: Hannemann

Potsdam. Die letzte große Brache in der Potsdamer Innenstadt kann bebaut werden. Der Polo Immobilienvertrieb, eine Tochter der Pro Potsdam, hat jetzt zwei Exposés für die nördliche Speicherstadt vorgelegt, also das Areal zwischen Hauptbahnhof und der bereits bebauten Speicherstadt. Ein Exposé betrifft die Mischgebiete, das zweite die Gewerbeflächen. Die Investoren müssen damit rechnen, für die 3,6 Hektar gut 17 Millionen Euro auf den Tisch legen zu müssen. Vor nicht langer Zeit war noch von elf Millionen Euro die Rede. Der Anstieg spiegelt die Bewegung auf dem Immobilienmarkt wider, die es vor allem in den vergangenen zwei Jahren gegeben hat. Wahlweise kann für alle Grundstücke geboten werden oder für einzelne. Insgesamt stehen sieben Baufelder beziehungsweise Blöcke zum Verkauf. Schluss des Bieterverfahrens ist am 30. November dieses Jahres.

Verlangt wird von den Investoren eine Mischnutzung aus Wohnen, Dienstleistung und Gewerbe. Die Wohnungen sollen in Richtung Havel ausgerichtet werden, die Gewerbequartiere dagegen an die immissionsbelasteten Seiten zur Leipziger Straße und zur Bahnstrecke. Die gewerbliche Nutzung in den Erdgeschossen der Mischgebiete, die zum Quartiersplatz ausgerichtet sind, soll zur Belebung des Viertels führen. Ein Gebäude für die Gastronomie gibt es bereits: das zweistöckige ehemalige Heizhaus, in dem momentan der Infopunkt für die Speicherstadt untergebracht ist.

Zur Architektur heißt es in den Exposés: „Entwürfe auch in ausdrücklich moderner Architektursprache sind erwünscht.“ Besonders viel Wert legt die Pro Potsdam auf die architektonische Qualität bei den Gebäudeteilen, die vom Wasser beziehungsweise von der Innenstadt sichtbar sind. Die nach dem Verfahren ausgewählten Bieter werden verpflichtet auf Wunsch der Stadt einen auf Fassaden und Dächer bezogenen Gestaltungswettbewerb durchzuführen. Dabei sollen fünf Architekten beteiligt werden. Die Kosten muss der Bieter tragen.

Was gewünscht ist in der Speicherstadt

Architektonische Qualität , auch in ausdrücklich moderner Architektursprache.

Der Uferbereich soll als öffentliche Uferpromenade zur Verfügung stehen.

Auf dem Areal für gewerbliche Nutzung können unter anderem Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäude, Einzelhandelsbetriebe und ein Hotel Platz finden. Zulässig sind dort auch Freizeiteinrichtungen wie Anlagen für kirchliche, soziale, kulturelle, gesundheitliche und sportliche Zwecke sowie eine Spielbank und Nachtlokale.

Wohnungen sind ebenfalls auf dem Gewerbeareal möglich, und zwar für Aufsichts- und Bereitschaftspersonen sowie die Inhaber und Leiter von Betrieben.

Das ehemalige Heizhaus – das einzige historische Gebäude auf dem Gelände – soll zum Restaurant umgebaut werden. Dafür stehen beide Etagen zur Verfügung, dazu eine 400 Quadratmeter große Terrasse.

In Sichtweise des Mercure ist auf dem Areal für gewerbliche Nutzungen an den Bau eines Hotels gedacht. Möglich sind dem Exposé zufolge zudem Kongresszentren, Einzelhandelsbetriebe und „Schank- und Speisewirtschaften“. Aus den Unterlagen geht insgesamt hervor, dass die Stadt mit dem neuen Viertel hochwertige Nutzungen erwartet. Deshalb sind zum Beispiel Spielhallen nicht zulässig, ebensowenig „Einzelhandelsbetriebe, die in nicht unerheblichem Umfang Güter sexuellen Charakters anbieten“. Auch eine Tankstelle hat keine Chance auf Genehmigung. Die Autos der Anwohner sollen in Tiefgaragen abgestellt werden oder in zu errichtenden Parkhäusern an der Leipziger Straße.

Auch aus der allgemeinen Standortbeschreibung der Exposés ist ersichtlich, dass Potsdam auf seiner letzten noch verfügbaren 1A-Lage keine Vorschläge von der Stange will. Es wird die prominente Lage zur Havel, die Nähe der historischen Innenstadt und von wissenschaftlichen Einrichtungen hervorgehoben. Das Entwicklungspotenzial sei hervorragend. Zahlreiche Vorgaben aus den Exposés sind dem Bebauungsplan Nr. 36-1 „Speicherstadt/Leipziger Straße“ vom September 2014 entnommen.

Baubeginn für das Areal kann nach Einschätzung von Pro-Potsdam-Geschäftsführer Bert Nicke Ende kommenden Jahres sein. Vorher müssen nicht nur die Entwürfe eingereicht, begutachtet und ausgewählt werden, sondern auch die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes das Gebiet absuchen.

Von Stephan Laude

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