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Potsdams Stadtkern wird Denkmal

Häusersanierungen Potsdams Stadtkern wird Denkmal

Bislang war die Innenstadt aus denkmalpflegerischer Sicht ein riesengroßer Flickenteppich. Mit der neuen Denkmalbereichssatzung ist Schluss mit dem Klein-Klein. Positiver Effekt der Satzung: Steuerabschreibungen bei Instandsetzungen von älteren Häusern sind jetzt einfacher zu bekommen.

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Auch für die Wilhelm-Staab-Straße gilt jetzt die Denkmalbereichssatzung.

Quelle: christel köster

Innenstadt. Bislang gab es in der historischen Innenstadt nur für die Besitzer von Einzeldenkmalen – dazu zählen etwa barocke Typenhäuser oder bürgerliche Wohnhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert – die Möglichkeit von steuerlichen Denkmalabschreibungen. Nun soll es erstmals eine Denkmalbereichssatzung für den ganzen historischen Stadtkern geben. Positiver Nebeneffekt: Künftig können noch mehr Hausbesitzer profitieren, wenn sie ihrer Immobilie einen neuen Fassadenanstrich oder ein größeres „Facelifting“ angedeihen lassen wollen. Denn: Jedes Haus, das im sachlichen Geltungsbereich liegt, kann künftig bei der Instandsetzung in den Genuss von Steuerabschreibungen kommen. „Auch für die Gebäude, die bereits jetzt dem Umgebungsschutz unterliegen, aber keine Einzeldenkmale sind, können dann steuerliche Denkmalabschreibungen in Anspruch genommen werden“, erklärte Markus Beck, Fachbereichsleiter für Bauaufsicht, Denkmalpflege, Umwelt und Natur am Mittwoch bei der Präsentation im Rathaus.

Konkret davon profitieren könnten etwa Straßenzüge wie die Posthofstraße.

Am 27. Januar wird die Denkmalbereichssatzung den Stadtverordneten zur Beschlussfassung vorgelegt.

Bislang präsentierte sich der Stadtkern aus denkmalpflegerischer Sicht wie ein riesiger Flickenteppich: Ein Denkmal hier, das nächste dort. Jetzt wird die Satzung wie ein Dach über das große Gebiet gestülpt. Ihr räumlicher Geltungsbereich umfasst den Stadtkern ausgehend von der Altstadt bis zu den Stadterweiterungen des 18. Jahrhunderts (siehe Info-Kasten). Damit fallen DDR-Landmarken wie die FH am Alten Markt oder das Mercure-Hotel in den Geltungsbereich. Den Fans von Ost-Architektur, die nun eventuell auf einen Denkmalstatus dieser Gebäude hoffen, nahm Stadtkonservator Andreas Kalesse gleich den Wind aus den Segeln: „Ausdrücklich ausgenommen aus dem sachlichen Geltungsbereich der Satzung sind die Gebiete innerhalb der Abgrenzung, die in der DDR-Zeit beräumt und neu bebaut wurden.“

Hintergrund für die neue Denkmalbereichssatzung ist auch, dass die Unterschutzstellung der Denkmale meist aus DDR-Zeiten stammt – die Benennungen waren unkonkret, so Kalesse. Nun werden sie präzisiert.

Sollten die Stadtverordneten nicht zustimmen, könnte das Land eine Verordnung erlassen, wie es schon für die Jägervorstadt und die Nauener Vorstadt geschehen ist.

Von Ildiko Röd

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