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Potsdams neues Tierheim öffnet im Herbst

Die Pläne der Tierschützer Potsdams neues Tierheim öffnet im Herbst

Der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung will im Herbst an der Michendorfer Chaussee zunächst ein vorläufiges Tierheim für die Landeshauptstadt errichten. Das im Herbst 2015 von der Stadt erworbene, zwei Hektar umfassende Gelände mit seinen insgesamt fünf Baracken soll im Laufe der nächsten zehn Jahre komplett hergerichtet werden.

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Blick auf das Haus 5, vorn die Birken mit dem buddhistischen Segenswunsch.

Quelle: Foto: Volker Oelschläger

Potsdam. Beinahe mannshoch ist der graue Nymphensittich an der Einfahrt zum künftigen Potsdamer Tierheim kurz vor dem Ortseingang von Wilhelmshorst. Die Laubsägearbeit stammt ebenso aus der Werkstatt von Niklas Wanke, dem Vorsitzenden des Tierschutzvereins Potsdam und Umgebung (TSV), wie die Schattenfiguren von Hund und Katze, die 200 Meter weiter das Eingangstor bewachen.

Schütterer Schnee bedeckt den Rasen. Oben zwischen Birkenstämmchen ruht eine bunte Wimpelkette mit dem Segen eines buddhistischen Wandermönchs, der im letzten Spätsommer auf das Gelände kam. Zur Linken steht mit besprühter Fassade das Haus 5, in dem bis zum Herbst mit Räumen für kleineres Getier und ersten Hundezwingern das neue vorläufige Tierheim eröffnet werden soll.

Seit dem ersten Spatenstich am 28. Dezember 2014 kurz nach der Schlüsselübergabe hat sich auf dem zwei Hektar großen Gelände an der Michendorfer Chausee viel getan. An manchen Tagen fanden sich mehr als 50 ehrenamtliche Helfer ein. Zu den ersten Einrichtungen im Freien zählte ein Hundespielplatz mit Zaun und einer „Villa Bunter Hund“ neben dem Haus 4, das nach den Plänen des Vereins später einmal als Isolier- und Quarantänestation genutzt werden und eine Tierarztpraxis beherbergen soll.

Gebaut werden konnte noch nicht. Der Kaufvertrag für das Grundstück wurde erst im Dezember 2015 rechtskräftig. Nun erst, so TSV-Sprecher Günter Hein, konnte mit der Vorbereitung des Bauantrags begonnen werden. Mit dem Antrag, der im Frühjahr vorliegen soll, werde es eine erste Kostenschätzung für den Ausbau des Geländes geben. TSV-Chef Wanke rechnet mit einer Bauzeit von zehn Jahren Er stützt sich bei dieser Schätzung auf die Erfahrung anderer Tierschutzvereine. Nach seinen Angaben gibt es im Land 30 Tierschutzvereine, 17 davon mit eigenem Tierheim.

Grob ist die Nutzung der fünf jeweils 600 Quadratmeter großen Baracken bereits geklärt. Das Haus 5 vorn am Eingang soll zur Tierpension werden. In das Haus 1 am anderen Ende des Geländes kommen die Hundezwinger, ins Haus 2 Vögel und Kleingetier vom Hamster bis zum Kaninchen, ins Haus 3 die Katzen. In den 1990er Jahren waren dort Flüchtlinge untergebracht. Seitdem ist das Gelände verlassen. Fenster sind eingedroschen, Türen, Heizungen und Armaturen komplett verschwunden, Wände beschmiert.

Die umstrittene Förderrichtlinie

Die Stadtverordneten
sollen am Mittwoch über eine von der Verwaltung vorgeschlagene Richtlinie mit drei Varianten zur Verwendung von gut 131 000 Euro entscheiden, die aus der Rücklage des früheren Tierheims bei der Stadt verblieben sind.

Förderung für ein Tierheim: Unterstützt werden Konzepte zur Entwicklung eines regionalen Tierheims, Investitionen für bauliche Maßnahmen im Tierheim, auch die Entwicklung von Vermittlungsplattformen zur Vermeidung von Tierheimaufenthalten.

Förderung der Öffentlichkeitsarbeit: Unterstützt werden Schulungen für Personen, die Tiere halten oder die eine Tierhaltung beabsichtigen, Schulungen für ehrenamtliche Tierschützer, Tierschutz im Zusammenhang mit der Förderung sozialer Kompetenzen in der Kinder- und Jugendbildung.

Förderung hinsichtlich freilebender Katzen etwa durch Unterstützung der Kastration, Kennzeichnung und Registrierung verwilderter Katzen.

Parallel zum Bauantrag wird der Start einer Spendenkampagne vorbereitet. Wanke hofft auf Unterstützung aus Potsdam und dem Umland, aber auch aus dem Süden Berlins. Denn das neue zentrale Tierheim der Bundeshauptstadt liegt mit Ahrensfelde exakt am anderen Ende Berlins.

In einem offenen Brief an die Stadtpräsidedentin und die Stadtverordneten appellierte der TSV-Chef am Freitag zudem erneut für die Freigabe von 130.000 Euro aus der Rücklage des alten, Ende 2007 geschlossenen Tierheims in der Forststraße. Die Stadtverordneten sollen am kommenden Mittwoch über eine von der Verwaltung vorgeschlagene Richtlinie entscheiden, nach der dieses Geld auch für andere Tierschutzzwecke ausgegeben werden könnte.

Der TSV, der vor der Schließung Betreiber des städtischen Tierheims war, unterhält seit 2008 in einem Bürogebäude in Rehbrücke auf 160 Quadratmetern ein kleines Tierheim. Das aber soll geschlossen werden, sowie das Haus 5 im Wald bei Wilhelmshorst bezugsfertig ist.

Von Volker Oelschläger

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