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Privateigentümer will gleiches Baurecht für alle

Kritik am Trebbiner „Pannenbau“ Privateigentümer will gleiches Baurecht für alle

Der Trebbiner „Pannenbau“ in der Berliner Straße 19 gerät erneut in die Schlagzeilen. Beim Bau des Mehrfamilienhauses hatte die Trewo gegen die Gestaltungssatzung der Stadt verstoßen. Dem Privateigentümer des Nachbar-Grundstücks, Detlef Jaeck, wird nun ein ähnliches Bauvorhaben versagt.

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Der Trewo-Bau in der Berliner Straße verstößt gegen die Gestaltungssatzung. Inzwischen sind die ersten Mieter eingezogen.

Quelle: Elinor Wenke

Trebbin. Die Kritik am „Pannenbau“ in Trebbin geht weiter. Gemeint ist das Gebäude Berliner Straße 19. Dort hat die städtische Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (Trewo) bei ihrem Neubau offensichtlich in mehreren Punkten gegen die Gestaltungssatzung der Stadt verstoßen, doch bekam teilweise grünes Licht dafür. Jetzt beansprucht ein privater Bauherr dasselbe Recht für sich.

Der Bereich um den Zwingerplatz gilt als Flächen-Denkmal. Dort sind weder Kunststofffenster noch Solaranlagen auf dem Dach noch liegende Fenster (breiter als hoch) erlaubt. All das hatte die Trewo jedoch satzungswidrig für sich in Anspruch genommen. Die Kunststofffenster wurden nach Intervention von Bürgermeister Thomas Berger (CDU) inzwischen gegen Holzfenster getauscht. Inzwischen beherbergt das Wohnhaus die ersten Mieter.

Detlef Jaeck

Detlef Jaeck

Quelle: Elinor Wenke

Verärgert darüber ist unter anderem Bauingenieur Detlef Jaeck. Er hat in Trebbin nicht nur das Gebäude Berliner Straße 23 mit Herzblut und detailgetreu saniert, er hat auch das Nachbar-Grundstück, die Berliner Straße 20a, gekauft und einen Bauantrag gestellt. Darin kündigt er genau die Punkte an, die von der Trewo in die Praxis umgesetzt wurden: liegende Fenster, eine Überschreitung der Zwerchgiebel-Breite bis zu 60 Prozent der Dachbreite sowie Solardächer.

Das Genehmigungsverfahren durch die Untere Bauaufsicht des Kreises sieht die Einbeziehung der Stadt Trebbin vor. Sie muss innerhalb einer Bauvoranfrage beziehungsweise eines Vorbescheides ihr Einvernehmen erteilen. Genau das hat sie dem Bauherrn Jaeck Ende November versagt. In seiner Begründung verweist Thomas Berger darauf, dass Jaecks Antrag gegen die Regelungen der Gestaltungssatzung verstößt, zum Beispiel hinsichtlich Fenster und Solardach.

Detlef Jaeck ist sauer. „Die Stadt misst mit zweierlei Maß“, sagt der Unternehmer, „dabei müsste gleiches Recht für alle gelten.“ Jaeck wirft dem Bürgermeister vor, der stadteigenen Gesellschaft Sonderkonditionen einzuräumen oder sich zumindest nicht mit ihr anlegen zu wollen. „Der Bürgermeister muss klare Kante zeigen“, fordert Jaeck und hat Widerspruch eingelegt.

Die Trewo hatte zwar für einige der Verstöße eine gültige Baugenehmigung des Kreises, die Stadt hatte aber vorab ihr Einverständnis zum Bauvorhaben erteilt. „Damals sind Fehler gemacht worden“, räumt Berger gegenüber der MAZ ein, „aber in Deutschland gibt es kein Recht auf Gleichbehandlung im Unrecht. Das heißt, wir können Herrn Jaeck keinen regelwidrigen Antrag genehmigen, nur weil es bei einem anderen passiert ist.“ Er habe die Trewo nochmals aufgefordert, die Fehler zu heilen und gehe davon aus, dass die Fenster wieder getauscht werden. „Das Solardach bleibt drauf“, sagt Berger, denn er will im Einvernehmen mit den Stadtverordneten die Gestaltungssatzung diesbezüglich ändern. „Die Regelung ist nicht mehr zeitgemäß. Wir können nicht vom Klimawandel reden und jede Solaranlage verbieten“, sagte er. Auf die Satzungsänderung hofft Berger noch im ersten Quartal.

Von Elinor Wenke

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