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Proteste bei Richtfest für „Alte Post“

Baugeschehen in Potsdam Proteste bei Richtfest für „Alte Post“

Das hätten sich die Verantwortlichen der Volksbank anders vorgestellt: Beim Richtfest für ihren Neubau in Potsdam Ecke Yorckstraße/ Friedrich-Ebert-Straße gab es massive Proteste. Diese richten sich nicht gegen den Neubau an sich, sondern gegen die Gestaltung der Fassade. Der Streit geht um die richtige Farbe.

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Richtfest für das Gebäude der Volksbank.

Quelle: Christel Köster

Innenstadt. Protestaktion zum Richtfest der „Alten Post“ an der Ecke Yorckstraße/ Friedrich-Ebert-Straße: Mitglieder der Bürgerinitiative „Mitteschön“ haben am Mittwoch für eine „Potsdam-typische“, ockerfarbene Farbe der Fassade des neuen Geschäfts- und Bürohauses der Berliner Volksbank demonstriert. „Der Stadtverordnetenbeschluss von 2013 muss eingehalten werden“, forderte Frank Paul von „Mitteschön“.

Die Initiative lehnt das geplante graue Antlitz des Gebäudes kategorisch ab: „Grau hatten wir 40 Jahre lang“, war auf von Protestierern mitgeführten Mini-Plakaten zu lesen. Paul befürchtet eine „langweilige, austauschbare Fassade“, käme der Grauton. Die kommunale Immobilienholding Pro Potsdam wolle als Verkäuferin des „Alte Post“-Entwurfs von Architekt Bernd Redlich juristisch intervenieren – und einen warmen Ockerton erkämpfen.

Die Bürgerinitiative „Mitteschön“ protestierte anlässlich des Richtfestes gegen die geplante Farbgebung der Fassade

Die Bürgerinitiative „Mitteschön“ protestierte anlässlich des Richtfestes gegen die geplante Farbgebung der Fassade.

Quelle: Christel Köster

Die Fassade werde so aussehen, „wie es uns die Denkmalschutzbehörde vorgibt“, sagte Holger Hatje, Vorstandsvorsitzender der Berliner Volksbank, am Rande des Richtfestes. Demzufolge soll die moderne Sandsteinfassade „gelbe Einschlüsse“ haben, insgesamt aber grau werden und mit den Nachbarhäusern harmonisieren. „Wir halten uns mit jeder Faser an Recht und Gesetz“, sagte Hatje mit Blick auf die „Mitteschön“-Vorwürfe. Im Oktober soll der Neubau fertig sein und 40 Mitarbeiter dort einziehen. Ein Domizil bekommen Firmenkundenbereich, Gründerzentrum und Marktleitung der Bank. Die bisherigen Niederlassungen in der Wilhelm-Staab-Straße, Charlottenstraße, Rudolf-Breitscheid-Straße bestehen nicht weiter. 6,6 Millionen Euro investiert die Bank in den Neubau.

Friedrich der Große begründete am Standort das Postwesen

Zur Historie des Standortes: Wo einst Friedrich der Große mit dem Bau der Alten Post die Revolution des Postwesens begründete und 2009 der als „Haus des Reisens“ bekannte DDR-Bau abgerissen wurde, entsteht die neue Volksbank-Repräsentanz. Das Haus diente bis 1828 als Post, später als Wohn-, Geschäfts- und Bankhaus, wurde mehrfach umgebaut und beim schweren Bombenangriff auf Potsdam am 14. April 1945 schwer beschädigt. Die zu großen Teilen erhaltene Fassade wurde 1958 abgebrochen. Von 1969 und 2009 stand an der Ecke das neungeschossige „Haus des Reisens“ mit Peter Rohns markanter „Flugschiff“-Installation an der Fassade.

Von Ricarda Nowak

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