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Rangsdorfs Grundstücke nur für Meistbietende

Gemeinde will so viel Geld wie möglich rausschlagen Rangsdorfs Grundstücke nur für Meistbietende

Wegen des Immobilienbooms sind in Rangsdorf auch Grundstücke begehrt, für die sich bislang kaum jemand interessiert hat. Künftig will die Gemeinde ihr Tafelsilber nicht mehr veräußern, sondern für 99 Jahre verpachten - und soviel wie möglich für die Gemeinde herausholen.

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Das Grundstück Kienitzer Straße 35 soll zum Beispiel veräußert werden.
 

Quelle: Zielke

Rangsdorf.  Baugrundstücke in Rangsdorf werden zunehmend zur Rarität. Angesichts des steigenden Zuzugs überlegt die Gemeinde, wie sie mit ihren eigenen Flächen künftig umgehen soll. Dies betrifft etwa 70 Grundstücke, die derzeit verpachtet sind.

Der Bauausschuss hat sich am Dienstag mehrheitlich dafür ausgesprochen, kommunale Grundstücke künftig vorrangig in Erbbaupacht zu vergeben. Diese darf man dann für 99 Jahre wie ein Eigentümer nutzen, sie bebauen, vererben oder mit Hypotheken belasten. Dafür zahlt man einen jährlichen Zins in Höhe von vier Prozent des Bodenwerts. Bei den Richtlinien habe man sich an dem orientiert, was die Stadt Königs Wusterhausen bereits seit Jahren praktiziert.

Baugebot sorgt für Diskussionen

In den meisten Punkten herrschte Einigkeit unter den Bauausschussmitgliedern. Für Diskussionen sorgte das Baugebot. Das sieht vor, dass der Erbpächter innerhalb von drei Jahren ein Haus errichten oder das bestehende sanieren muss. Damit wolle man verhindern, dass sich Spekulanten Grundstücke sichern und diese über Jahre brach liegen lassen, sagte Bürgermeister Klaus Rocher (FDP). Jan Mühlmann-Skupien (FDP) hielt diese Vorgabe für zu starr: „Was machen wir, wenn jemand das Nachbargrundstück für seine Enkel sichern möchte, die dort vielleicht erst in Jahrzehnten bauen?“ Zustimmung bekam er von Andreas Muschinsky (CDU), der am liebsten auf das Baugebot verzichtet hätte. Die Mehrheit einigte sich darauf, die Frist auf sieben Jahre zu verlängern.

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So viel Geld wie möglich rausschlagen

Um möglichst viel für die Gemeinde herauszuholen, soll künftig derjenige den Zuschlag bekommen, der den höchsten Bodenwert – und damit auch den höchsten Zins – bietet. „Bei dem Ansturm, den wir derzeit erleben, sollte das kein Problem sein“, sagte Klaus Rocher. Bislang sei derjenige zum Zug gekommen, der sich zuerst gemeldet hat. Mittlerweile seien auch Grundstücke in bislang wenig begehrten Lagen gefragt. Eine Vergabe nach sozialen Aspekten, wie von einigen Bauausschussmitgliedern angeregt, sei schwierig. „Wir haben lange überlegt, aber keine greifbaren Kriterien gefunden“, so Klaus Rocher. Auch dem Ausschuss gelang es nicht, welche zu definieren, die gleichzeitig sozial und frei von Diskriminierung gewesen wären.

Beim Grundstück an der Kienitzer Straße 35 hatte es vor einigen Wochen Diskussionen gegeben. Weil der Pachtvertrag endet, wollte die Gemeinde es veräußern. Mehrere Gemeindevertreter sprachen sich dagegen aus, weil die Nutzer, eine Familie aus Rangsdorf, es aufwendig als Wochenendgrundstück hergerichtet hat.

Von Christian Zielke

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