Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Rheinsberg reißt Wohnungen ab

Kehrtwende kommt zu spät Rheinsberg reißt Wohnungen ab

Mit großer Erleichterung hat Landrat Ralf Reinhardt (SPD) in Neuruppin am Mittwoch auf die Kehrtwende in Potsdam reagiert, dass Fördermittel für den Abriss von Wohnungen nun für deren Sanierung eingesetzt werden können. Damit sollen dringend benötigte Unterkünfte für Flüchtlinge entstehen. Für Rheinsberg kommt die Kehrtwende wohl aber zu spät.

Voriger Artikel
Alter Campus in Wildau komplett vermietet
Nächster Artikel
Handwerker- und Gewerbehof in Potsdam

Statt Abriss nun Sanierung: Leerstehende Häuser sollen für Flüchtlinge hergerichtet werden.

Quelle: dpa

Neuruppin. Mit großer Erleichterung hat Landrat Ralf Reinhardt (SPD) auf die Ankündigung des Landes reagiert, dass es keine Zuschüsse mehr für den Abriss von Wohnungen geben soll. Stattdessen kann das Geld für die Sanierung verwendet werden, um Unterkünfte für Flüchtlinge zu schaffen. „Es ist höchste Zeit“, sagt Reinhardt. Er hätte sich gewünscht, dass das Land schon eher diese Kehrtwende vollzieht. „Es gibt doch in der Bevölkerung kein Verständnis, wenn zum einen der Abriss von Wohnungen gefördert wird, zum anderen aber hände­ringend Wohnungen für Flüchtlinge gesucht werden.“

Reinhardt hofft, dass die Städte, Ämter und Gemeinden nun schnell reagieren und ihre Pläne, leer stehende Wohnhäuser abzureißen, begraben. Denn der Landkreis kann das Plattmachen der Wohnungen nicht stoppen. „Das dürfen nur die, die die Pläne dafür angeschoben haben“, so Reinhardt.

Rheinsberg hat für den Abriss bereits Verträge geschlossen

Für die Stadt Rheinsberg kommt die Potsdamer Kehrtwende wohl zu spät. „Wir sind mit unseren Planungen bereits fertig und stehen kurz vor dem Abriss“, sagt Vize-Bürgermeister Andreas Neubert. Rheinsberg will in Kleinzerlang sowie in der Neubausiedlung am Stadion insgesamt 56 Wohnungen platt machen. Dafür hat die Stadt 207 000 Euro vom Land erhalten und bereits Verträge mit den Firmen geschlossen. Zudem hatte Stephan Greiner-Petter, der Chef der Rheinsberger Wohnungsbaugesellschaf Rewoge, betont, dass die abrissbereiten Wohnungen auch wirklich abrissreif sind (die MAZ berichtete). Das sieht Vize-Bürgermeister Neubert nicht anders.

Service

Attraktive Wohnungen und Häuser im ganzen Land Brandenburg: MAZimmo.de

So hatten die Wohnungen in Kleinzerlang noch Ofenheizung, und der Sanierungsbedarf für die Wohnungen in Rheinsberg liegt laut Rewoge bei bis zu 1,8 Millionen Euro. „Das ist nicht realisierbar“, betont Neubert, der zugleich Kämmerer von Rheinsberg ist. Immerhin hat die Rewoge noch Altschulden in Millionenhöhe. Gleichwohl glaubt Neubert nicht, dass es nun zu einem neuen Streit mit dem Landkreis kommt. „Wir sind im direkten Kontakt.“ Soll heißen: Missverständnisse, wie es sie zuletzt immer wieder gegeben hat, sollen jetzt möglichst frühzeitig ausgeräumt werden.

Kreisverwaltung und Ämter arbeiten inzwischen gut zusammen

Landrat Reinhardt betonte am Mittwoch ebenfalls, dass es inzwischen „ein sehr gutes Verhältnis“ zwischen der Kreisverwaltung und den zehn Ämtern, Gemeinden und Städten in Ostprignitz-Ruppin gebe. Nur dadurch sei es möglich, viele Asylbewerber in Wohnungen unterzubringen. Gut die Hälfte, nämlich 54 Prozent, wohnen aber derzeit in Gemeinschaftsunterkünften.

Reinhardt und seine Verwaltung wollen weiterhin versuchen, dass in allen Kommunen Flüchtlinge untergebracht werden und diese Aufgabe nicht bei einigen Städten und Gemeinden verbleibt. Denn in den Ämtern Temnitz und Lindow leben derzeit noch keine Asylbewerber. Laut Reinhardt liegt das allein daran, dass dort freie Wohnungen oder die richtigen Ansprechpartner fehlen. Denn die Wohnungsgesellschaft in Lindow war pleite gegangen. „Einige lassen ihre Objekte aber auch lieber leer stehen, als sie uns zu vermieten“, so Reinhardt.

Von Andreas Vogel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bauen & Wohnen


Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg