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Richtfest an der alten Reithalle

Funkerberg in Königs Wusterhausen Richtfest an der alten Reithalle

Das denkmalgeschützte Ensemble auf dem Funkerberg hat in den vergangenen zwei Jahren einen unglaublichen positiven Wandel erlebt. Das kann niemand so gut beurteilen wie Erich Stangler und Waldemar Antosch, die bis vor wenigen Monaten mehr als 55 Jahre auf dem Berg wohnten. Jetzt wurde auch die Richtkrone für den Umbau der einstigen Reithalle aufgezogen.

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Zimmermann Michael Richter bringt den Richtspruch für die einstige Reithalle aus.

Quelle: Franziska Mohr

Königs Wusterhausen. Mehr als 55 Jahre wohnten Erich Stangler und Waldemar Antosch auf dem Funkerberg. Die beiden 80-jährigen Rundfunkfreaks erkennen „ihren“ Berg kaum wieder, obwohl sie erst vor ein paar Monaten weggezogen sind. „Die in den letzten zwei Jahren vollzogene Wandlung ist unglaublich. Über Jahre war die alte Kaserne mit den vernagelten Fenstern ein Schandfleck und jetzt diese schmucke Fassade“, sagt Antosch, während er mit seinem ehemaligen Kollegen aus der bis nach der Wende beheimateten Sendestelle auf einen weiteren historischen Moment wartet: das Aufziehen der Richtkrone für den Umbau der einstigen Reithalle.

Zimmermann Michael Richter wünscht dem Bau allzeit gutes Gelingen, schmettert das Sektglas gegen die Wand und schon lässt der Kranführer die Krone nach oben schweben.

Erich Stangler (l) und Waldemar Antosch lebten 55 Jahre lang auf dem Funkerberg

Erich Stangler (l.) und Waldemar Antosch lebten 55 Jahre lang auf dem Funkerberg.

Quelle: Franziska Mohr

In die 1913 entstandene Reithalle lässt die Nürnberger Terraplan Grundstücksentwicklungsgesellschaft in drei Vollgeschossen 24 Eigentumswohnungen für Singles und Familien mit Größen zwischen 50 und 130 Quadratmetern einbauen. „Sie sind ebenso wie die 47 Wohnungen in der benachbarten ehemaligen Kaserne schon restlos verkauft“, sagt Terraplan-Mitarbeiter Eduard Bunescu-Fay. Die Wohnungen in dem denkmalgeschützten Ensemble haben moderne Daten- und Elektroleitungen sowie Fußböden mit Trittschalldämmung. Bei Kaufpreisen um 3400 Euro pro Quadratmeter gehört auch der Aufzug zu den Selbstverständlichkeiten. „In der Reithalle erwies sich der Erhalt des vom Denkmalschutz geforderten alten Dachtragwerks bisher als das Schwierigste“, sagt Bunescu-Fay. Das Nürnberger Unternehmen, das auf den Umbau denkmalgeschützter Gebäude in Wohnungen spezialisiert ist, investiert in die Reithalle 6,5 Millionen Euro.

In den Ausbau der benachbarten einstigen Kaserne flossen elf Millionen Euro. Entstandene Mehrkosten von über einer halben Million Euro führt Bunescu-Fay vor allem darauf zurück, dass sich Terraplan aufgrund von Terminverzug inzwischen vom dortigen Generalunternehmer trennte. Die ersten Möbelwagen können daher nicht mehr in diesem Jahr, sondern erst Anfang 2016 vor der alten Kaserne vorfahren. Die Wohnungen im Reitstall sollen im Sommer bezugsfertig sein. Zu dem etwa 20 000 Quadratmeter großen Grundstück, das Terraplan 2011 von einer Luxemburgischen Fondsgesellschaft erwarb, gehören auch die alten Pferdeställe, in denen Stangler und Antosch wohnten. Dort geht die Entwurfsplanung von 18 neuen Wohnungen aus. „Als es hieß, dass unsere Wohnungen so grundlegend saniert werden, dass wir ausziehen müssen, war das ein Schock. Der Abschied vom Berg fiel nach so vielen Jahren schwer“, sagen Stangler und Antosch. Jetzt aber wohnen beide in der Luckenwalder Straße und meinen: „Wir sind zufrieden, Einkaufsmöglichkeiten gleich um die Ecke. Was will man mehr?“ Nur ihrem großen Keller trauern die Hobbybastler ein wenig hinterher.

Von Franziska Mohr

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