Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 5 ° bedeckt

Navigation:
SPD will Mercure an andere Stelle setzen

Überraschender Vorschlag zur Potsdamer Stadtmitte SPD will Mercure an andere Stelle setzen

Überraschender Vorstoß in der Debatte um Kauf und Abriss des heiß umstrittenen Hotels Mercure: SPD-Fraktionsvize Pete Heuer schlägt vor, das Hochhaus-Hotel abzureißen, es an anderer Stelle aber wieder aufzubauen – und zwar am Rand des Lustgartens. Die Idee wird von seiner Fraktion unterstützt. Jetzt wird eine heiße Diskussion erwartet.

Potsdam, Innenstadt 52.3946289 13.0640882
Google Map of 52.3946289,13.0640882
Potsdam, Innenstadt Mehr Infos
Nächster Artikel
Barrikaden gegen Baumfällung in Potsdam

SPD-Fraktionsvize Pete Heuer am gewünschten Mercure-Standort. Unklar ist, wie die anderen Parteien auf den ungewöhnlichen Vorschlag regieren.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. Die Idee hat das Zeug zum absoluten Aufreger: Die Potsdamer SPD will das Mercure-Hotel abreißen – und es an anderer Stelle im Lustgarten neu bauen lassen. Mit diesem Vorschlag hat SPD-Fraktionsvize Pete Heuer am Dienstagabend einen überraschenden Vorstoß in der Debatte um Kauf und Abriss des Hotel-Hochhauses gemacht. Er plädiert für den Abriss des einstigen Interhotels, allerdings verbunden mit einem Flächentausch auf dem Gelände des Lustgartens. In unmittelbarer Nachbarschaft könnte dann ein neues Mercure-Hotel entstehen, so der Vorschlag des SPD-Bauexperten. Der Standort: Gegenüber vom Filmmuseum im Marstall. Die an die Breite Straße angrenzende Rummelfläche auf dem Lustgarten-Areal würde erhalten bleiben.

Das Mercure soll parallel zur Breiten Straße neu gebaut werden

Konkret hat Heuer jenes Areal im Auge, auf der sich jetzt die Zufahrt hinauf zum Eingang des Hotels befindet. Sie ist die Verlängerung der zwischen Innenministerium und Spielbank verlaufenden Henning-von-Tresckow-Straße und führt parallel zur Breiten Straße über die Rummelfläche. Da es sich bei der Zufahrt und den umliegenden Flächen um Straßenland handelt, habe die Fläche für die Stadt aktuell keinen Wert, argumentiert Heuer: „Der Preis liegt faktisch bei Null.“ Somit hätte die Stadt bei einem Grundstückstausch keine Verluste.

Der Neubau soll nur dreistöckig werden

Bei der Höhe würde das neue Mercure deutlich abspecken müssen gegenüber dem „langen Lulatsch“ mit den 17 Etagen. Es soll nur noch dreistöckig werden – also nicht höher als das benachbarte Knobelsdorffsche Eckgebäude des Innenministeriums in der Tresckowstraße.

Für den Hotel-Eigentümer könnte der Flächentausch aus Heuers Sicht ebenfalls interessant sein: Er müsste zwar den Neubau finanzieren, die Kosten müssten aber nicht unbedingt höher liegen als bei einer Grundsanierung des mittlerweile fast 50 Jahre alten Ex-Interhotels, so Heuer. Von der SPD-Fraktion wurde der Mercure-Vorstoß ihres Vize positiv aufgenommen.

Anstelle des alten Mercure wird die „Wiese des Volkes“ entstehen

Um den Kauf und Abriss Kauf des Hotels überhaupt angehen zu können, müssten die Sanierungsziele für den Lustgarten von den Stadtverordneten geändert werden. Danach könnte die Stadt bei allen „lebensverlängernden“ Sanierungsmaßnahmen am Hotel ihr Veto einlegen. Das Kalkül dahinter ist, dass der Eigentümer das Haus irgendwann günstig an die Stadt verkauft. Experten wenden allerdings ein, dass der Eigentümer letztlich die Kommune zur Übernahme des Hotels zwingen könnte – und zwar mit einer Entschädigung in Höhe des vollen Verkehrswerts für die Immobilie. Dieses Szenario könnte Realität werden, sobald die Stadt die Sanierungsgenehmigungen versagt.

Wie berichtet, soll nach dem Willen der Verwaltung anstelle des Mercure eine „Wiese des Volkes“ entstehen. Das sorgte zuletzt für hitzige Debatten zwischen Kritikern und Befürwortern.

Von Ildiko Röd

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bauen & Wohnen


Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg