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Schlaatz – der verkannte Potsdamer Stadtteil

Das Zuhause von Elias Schlaatz – der verkannte Potsdamer Stadtteil

Der Potsdamer Stadtteil Schlaatz ist jüngst wegen eines Kriminalfalls bundesweit bekannt geworden: Bei der Suche nach dem vermissten Elias (6) halfen hunderte Schlaatzer. Doch wie lebt es sich tatsächlich in der Siedlung an der Nuthe, die lange als Problemkiez galt? Wir haben uns umgeschaut und die Bewohner befragt.

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Der „unbekannte“ Schlaatz

Quelle: Stepmap / Open Street Map Lizenz ODbl 1.0

Potsdam . Das Wohngebiet „Am Schlaatz“ stand in den vergangen Wochen im Focus der Öffentlichkeit, weil von dort der vermisste Elias stammt. Nach seinem Verschwinden organisierten die Bewohner aus eigener Hand eine großangelegte Suche. Dieser Zusammenhalt hat viele überrascht, die nur den Ruf des Plattenbauviertels kennen. Doch vor Ort wird klar: Der Schlaatz ist ein echter Kiez und wird seinem Ruf als sozialer Brennpunkt und hässliche Satellitenstadt nicht gerecht, wenn man einen näheren Blick darauf wirft.

Klicken Sie auf die Bilder und begleiten Sie uns in einen verkannten Stadtteils Potsdams.

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Quelle: Peter Degener sen.

Die Statistik sagt über die gut 9000 Einwohner des Schlaatzes folgendes: Sie sind im Schnitt 38,8 Jahre alt und damit dreieinhalb Jahre jünger als die anderen Potsdamer. Jeder von ihnen lebt auf 34,6 Quadratmeter Wohnfläche– auch das ist weniger, als in anderen Stadtteilen. Jeder Siebte ist arbeitslos, jeder Dritte bekommt staatliche Hilfen. Nicht einmal jeder Vierte ging zur letzten Kommunalwahl und im Vergleich zum Rest der Stadt haben auch sehr wenige Schlaatzer ein eigenes Auto.

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Quelle: Christel Köster

Menschen aus 80 Nationen wohnen hier – so viele wie in keinem anderen Teil Potsdams. Integration ist ein Schwerpunkt der Arbeit von vielen Einrichtungen im Kiez, die als Netzwerk eng zusammen arbeiten.

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Quelle: Peter Degener

30 Jahre nach seiner Entstehung zeigt der Schlaatz ein familienfreundliches und buntes Gesicht, das von Spielplätzen, Natur und einer vielfältigen Bevölkerung geprägt ist.

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Quelle: Peter Degener

Sein schlechtes Image hatte der Schlaatz übrigens schon vor über 250 Jahren. Ein Landvermesser schreibt 1757: „Man arbeitet in einer Wildnis, wo man nichts als Wasser, Strohm, Busch und Schilf um sich siehet und wo man an vielen Orten den Grund mit Stöcken suchen muß, um nicht zu versinken.“ Diese Beschreibung erklärt auch den Namen des Gebietes entlang der Sumpfwiesen entlang der Nuthe. Sprachwissenschaftler übersetzen das slawische Wort Schlaatz mit „von Sumpf umgeben“. Gemeint ist wohl die kleine Anhöhe im Zentrum des heutigen Wohngebiets, auf der sich das Bürgerhaus befindet. Dort war man mitten im Sumpf noch trockenen Fußes. Die von dem Landvermesser beschriebene Natur findet man heute noch immer - nicht nur an der Nuthe, sondern auch an den Giebeln vieler Plattenbauten, wo Raubvögel, wasserliebende Pflanzen und Nagetiere als bunte Mosaike die Namen der Horste, Höfe und Kieze des Schlaatzes symbolisieren.

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Quelle: Peter Degener

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Von Peter Degener

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