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So viel Miete sparen Berliner in Brandenburg

Wohnungsnot So viel Miete sparen Berliner in Brandenburg

Ob in Berlin, Potsdam oder im übrigen Speckgürtel: Im Hauptstadtraum steigen die Mieten unaufhaltsam. Die Wohnungsunternehmen kommen mit den nötigen Neubauten kaum hinterher. Anders in Brandenburg: Dort gibt es freie Wohnungen, die sogar erschwinglich sind.

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In Berlin können Neubauten der wachsenden Nachfrage nach Wohnraum nicht standhalten.

Quelle: dpa

Potsdam. Sündhaft teure Hauptstadt, halbwegs erschwinglicher Speckgürtel, preiswerter ländlicher Raum: Auf dem Markt der Mietwohnungen geht die Schere zwischen Berlin und Brandenburg immer weiter auseinander. Besonders in den Ballungsräumen Berlin und Potsdam wird bezahlbarer Wohnraum zunehmend knapper, wie der am Donnerstag vorgestellte Marktmonitor des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) zeigt.

Innerhalb höchstens einer Stunde raus aufs Land

4 Millionen Menschen sollen bis 2030 in Berlin leben, derzeit sind es 3,5 Millionen. Potsdam wächst ebenfalls rasant. Längst ziehen auch die Mieten im Speckgürtel an. Der Zuzug von Flüchtlingen verstärkt laut BBU diese Entwicklung.

Von der Politik fordert der Verband Investitionen in Infrastruktur, Wohnungsbau und Verwaltung, eine Absenkung der Baustandards für mehr Wohnungen auf engerem Raum sowie schlankere Planungs- und Vergabeverfahren.

Öffentlicher Verkehr muss laut BBU so organisiert werden, dass jede 15 000-Einwohner-Stadt in 60 Minuten von Berlin aus erreichbar ist.

Neuvermietungen sind demnach die größten Preistreiber. In diesem Bereich stieg in Berlin die durchschnittliche Nettokaltmiete Ende 2014 im Vergleich zum Vorjahr auf 6,31 Euro an (plus 4,6 Prozent). In Brandenburg fielen beide Werte deutlich geringer aus: Der Quadratmeter kostete 5,24 Euro – 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Sonderfall ist das Berliner Umland mit höheren Quadratmeterpreisen von 5,88 Euro (plus 3,7 Prozent). Bei den Bestandsmieten sind Gefälle und Steigerungsraten zwischen den Regionen ähnlich, wenn auch auf niedrigerem Niveau.

Die Daten stammen von den 360 BBU-Mitgliedsunternehmen mit 1,1 Millionen Wohnungen, die etwa 40 Prozent des Mietmarkts in Berlin und 50 Prozent in Brandenburg abdecken. Auf dem Gesamtmarkt liegen die Preise noch höher, wie etwa aus den Angeboten des Online-Portals Immoscout24 für Berlin hervorgeht. Neuvermietete Wohnungen kosten demnach 9,01 Euro pro Quadratmeter, also 30 Prozent mehr als bei den BBU-Mitgliedern.

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Für Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam, die bei Neuvermietungen mit durchschnittlich 6,43 Euro teurer ist als Berlin, sieht der Verband einen Bedarf von 10.000 Neubauwohnungen bis 2030. Jede vierte müsse eine Sozialwohnung sein.

BBU-Vorstand Maren Kern warnt vor einer sich zuspitzenden Wohnungsnot in Teilen der Region und dringt auf eine bessere Verteilung des Bevölkerungswachstums in die Fläche. „Die Wohnpotenziale von Brandenburgs Städten könnten einen Beitrag zur Entlastung der Wohnungsmärkte in Berlin und Potsdam leisten.“

Im 60-Minuten-Radius um Berlin stehen rund 10.000 BBU-Wohnungen leer. Wer sich für eine 60-Quardatmeter-Wohnung in der Mark entscheidet, kann im Vergleich zu einer Neuvermietung in Berlin jährlich bis zu 1400 Euro sparen. In Brandenburg/Havel, das 46 Bahnminuten von Berlin-Hauptbahnhof entfernt ist, kostet der Quadratmeter lediglich 4,94 Euro – ein Preisvorteil von 987 Euro pro Jahr. In der Stadt stehen 2300 BBU-Wohnungen leer.

Von Bastian Pauly

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