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Stadtwerke Neuruppin warnen vor Betrügern

Ungewollter Anbieterwechsel Stadtwerke Neuruppin warnen vor Betrügern

Viele Brandenburger bekommen dieser Tage ihre Stromrechnung – doch wirklich vom richtigen Anbieter? Die Stadtwerke Neuruppin (Ostprignitz-Ruupin) warnen jetzt vor Betrügern. Denn wer die richtigen Daten hat, kann ohne Wissen der Kunden neue Verträge mit anderen Anbietern abschließen. An die Daten zu kommen ist oft einfach.

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Jeder Stromanschluss hat eine eindeutige Kennzeichnung.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Kombination aus 33 Ziffern und Buchstaben bringt richtig Geld. Wer die „Zählpunktnummer“ kennt, kann auf Kosten anderer ordentlich verdienen. Die Stadtwerke Neuruppin verschicken in diesen Tagen 21.000 Rechnungen an ihre Kunden in Neuruppin und Umgebung. Erfahrungsgemäß ist das eine Zeit, in der Betrüger gern zuschlagen, warnt das Unternehmen jetzt.

Betrüger geben vor, die Rechnung prüfen zu wollen

Eine perfide Methode: Kurz nachdem die Rechnungen verschickt wurden, klingelt jemand an der Haustür potenzieller Kunden und bittet unter einem Vorwand, eine Stromrechnung sehen zu dürfen. „Die Leute geben sich oft als unsere Mitarbeiter aus“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Thoralf Uebach aus der Erfahrung der vergangenen Jahre. Doch meist kommen die Frager von einer ganz anderen Firma. Manchmal haben sie es auf Geld abgesehen – meist wollen sie aber wirklich nur einen Blick auf die Abrechnung werfen. Auf der steht nämlich eben jene „Zählpunktnummer“. Mit ihr lässt sich eine Stromlieferstelle deutschlandweit eindeutig identifizieren. Das Besondere: Wer diese Zählpunktnummer kennt, kann einen neuen Stromliefervertrag abschließen – ganz ohne Wissen der Mieter oder Hausbesitzer. Die bekommen oft erst nach Wochen oder Monaten mit, dass sie plötzlich nicht mehr Kunde des städtischen Energieversorgers sind, sondern ihren Strom inzwischen von einem ganz anderen Unternehmen bekommen. Die „Vermittler“ streichen vom neuen Anbieter Provision für die neuen Verträge ein, die Kunden und vor allem der alte Stromanbieter haben das Nachsehen. Wie oft genau so etwas vorkommt, kann Stadtwerke-Vertriebschef Guido Gerlach nicht sagen. Aber es gebe solche Fälle immer wieder.

Gerichtsstreit über Kundenklau kann dauern

Theoretisch könnten die Stadtwerke gegen den Kundenklau gerichtlich vorgehen. Doch erfahrungemäß bringe das wenig. Wenn es überhaupt zu einer Gerichtsverhandlung kommt, dann dauert es bis dahin Monate oder gar Jahre. Und ob die Kunden dann wieder zurückkommen, ist völlig offen. „Viele wollen nicht schon wieder einen neuen Vertrag abschließen, wenn sie gerade erst ohne ihr Zutun wechseln mussten“, sagt Vertriebschef Gerlach.

Deutschlandweit warnen vor allem kommunale Stromfirmen vor ähnlichen Betrugsfällen. Regelmäßig kommt es demnach auch vor, dass sich ein angeblicher Mitarbeiter des eigenen Stromanbieters meldet und nach der ominösen Nummer fragt. Gerlachs Rat: Auf keinen Fall persönliche Daten oder Zählernummern herausgeben!

Von Reyk Grunow

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