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Stahnsdorf reglementiert Windpark

Bebauungsplan soll übermächtige Anlagen verhindern Stahnsdorf reglementiert Windpark

Mit einem Bebauungsplan und einer Veränderungssperre will die Gemeinde Stahnsdorf einen beabsichtigten Windpark in der Nähe ihres Ortsteils Sputendorf reglementieren. Dort sollen zusätzlich zu drei vorhandenen Windrädern sieben weitere Anlagen aufgestellt werden. Mit dem Plan will Stahnsdorf die maximale Höhe der Rotoren auf 150 Meter begrenzen.

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Sputendorf wehrt sich gegen zu hohe Windräder.

Quelle: Foto: Euroluftbild

Sputendorf. Mit einem Bebauungsplan und einer Veränderungssperre möchte die Gemeinde Stahnsdorf Einfluss auf die beabsichtigte Errichtung von sieben Windkraftanlagen in der Nähe ihres Ortsteils Sputendorf nehmen. Das Gebiet zwischen Sputendorf, Teltow und Großbeeren (Teltow-Fläming) ist im Teilplan „Wind“ des Regionalplanes als sogenanntes Windeignungsgebiet 30 „Genshagener Heide“ ausgewiesen. Zwei Windparkbetreiber aus Eckernförde und aus Potsdam wollen 200 Meter hohe Windräder aufstellen.

„Verhindern können wir die Windräder nicht, aber ihre Größe vielleicht ein wenig reglementieren“, umriss Sputendorfs Ortsvorsteher Rolf-Denis Kupsch („Wir Vier“) in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates die Chancen eines Widerstandes gegen die überragenden Energieerzeuger. Bei den Anlagen zur Gewinnung und Nutzung alternativer Energie handle es sich nach dem Baugesetzbuch um sogenannte privilegierte Vorhaben. Ein Planungsbüro aus Oldenburg will deshalb bei der Erarbeitung des Bebauungsplanes alle zu erwartenden Konflikte mit der Wohn- und Lebensqualität der Sputendorfer einfließen lassen, die durch die Windenergienutzung drohen.

Wie viele Windräder letztendlich bei Sputendorf aufgestellt werden dürfen, könne das Büro nicht bestimmen, sagten Vertreter in der Ortsbeiratssitzung. Aber Festlegungen zu Auswirkungen auf den Ort und die Landschaft seien möglich. Trotz vorgegebener Einschränkungen müsse jedoch der Betrieb der Anlagen für die Betreiber wirtschaftlich bleiben.

Wichtigstes Argument der Sputendorfer gegen einen übermächtigen Windpark ist der Fakt, dass die Umgebung des Ortes ein großes Durchzugs- und Rastgebiet von Zugvögeln ist. In diesem Jahr sollen auf den umliegenden Feldern bis zu 15 000 Wildgänse auf ihrem Weg in den Süden gerastet haben, sagt Ortsvorsteher Kupsch. Ein Gutachten über die Anzahl und das Zugverhalten der Vögel sei beauftragt.

Der Planentwurf spricht sich für maximal 150 Meter hohe Windräder aus. Das bewahre das Landschaftsbild vor einer Zerstörung durch dominante Bauwerke und sei für die Windparkbetreiber immer noch wirtschaftlich. Im Planverfahren soll geprüft werden, ob sich die Höhe der Rotoren im Verhältnis zum Abstand von Wohnsiedlungen staffeln oder noch weiter reduzieren lässt, um den Eingriff in das Landschaftsbild weiter zu verringern. Dazu sollen Modelldarstellungen von verschieden betroffenen Standorten angefertigt werden, die die möglichen Auswirkungen auf Wohnviertel, Naherholungsbereiche oder Kulturlandschaften zeigen. Die Erschließung der Windkraftanlagen und ihrer Transformatorenhäuschen sowie Übergabestationen mit Wegen und Kabeltrassen soll ausschließlich auf vorhandenen Wald- und Wirtschaftswegen erfolgen, wobei diese Wege möglichst wenig ausgebaut werden sollen.

Eine Veränderungssperre für das Gebiet würde verhindern, dass Windkraftbetreiber ausschließlich nach eigenen Vorstellungen bauen können, heißt es. Um sich davon befreien zu können, müssten sie ihre Vorhaben den Festlegungen des Bebauungsplanes anpassen.

Von Heinz Helwig

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