Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Studie: Wohnungsmangel in OPR in Sicht

Sozialpolitik Studie: Wohnungsmangel in OPR in Sicht

Mehr als 1000 Flüchtlinge kommen 2015 nach Ostprignitz-Ruppin. Das ist einer der Gründe, weshalb freier Wohnraum plötzlich wieder ein Thema wird. Auch alters- und familiengerechte Wohnungen sind gefragt. „Wir könnten zur Zeit wesentlich mehr Wohnungen vermieten“, sagt Frank Borchert von der Wohnungsbaugenossenschaft Neuruppin.

Voriger Artikel
Märkische Heimat hinter dem Schloss
Nächster Artikel
Borkwalde nimmt sich Beispiel an Freienthal

Wohnungen der WBG in der Neuruppiner Erich-Schulz-Straße.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. In Berlin und Potsdam herrscht seit geraumer Zeit ein regelrechtes Hauen und Stechen um bezahlbaren Wohnraum. Dagegen sind die Verhältnisse im Landkreis Ostprignitz-Ruppin entspannter. Doch auch hierzulande gerät der Wohnungsmarkt in Bewegung. Nachdem die Bevölkerungszahlen jahrelang nach unten gegangen sind, vermeldete zumindest Neuruppin in den vergangenen beiden Jahren einen leichten Anstieg. Dieser dürfte 2015 durch den Zuzug von mehr als 1000 Flüchtlingen in den Kreis zwischen Kleinzerlang und Deutschhof deutlich spürbar sein.

Das in Hannover ansässige Pestel-Institut rechnet in diesem Jahr deshalb mit einem Bedarf von 560 Wohnungen im Kreis, davon 490 Wohnungen für Flüchtlinge. In den vergangenen Jahren seien aber pro Jahr im Schnitt lediglich 210 Wohnungen neu geschaffen worden. „Wenn es bei einem starken Flüchtlingszuzug bleibt, muss sich der Landkreis Ostprignitz-Ruppin auch in den kommenden Jahren darauf einstellen, dass noch mehr Wohnungen gebraucht werden“, sagt Matthias Günther, der das Pestel-Institut leitet. Aus der Kreisverwaltung, die für die Unterbringung der Flüchtlinge zuständig ist, war hierzu gestern keine Stellungnahme zu erhalten.

Mieterbund: „Situation verschärft sich“

Ilka Stolle, beim Deutschen Mieterbundes für Brandenburg zuständig, sieht auf dem Wohnungsmarkt „einen Rückstau, völlig unabhängig von den Flüchtlingen. Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum verschärft sich.“ Allerdings gelte dies vor allem in den Ballungsräumen. Dort seien in den letzten Jahren hochpreisige Wohnungen entstanden, was fehle, seien günstige Unterkünfte.

Für Frank Borchert, Vorsitzender der Wohnungsbaugenossenschaft Neuruppin (WBG), stellt sich die Situation hierzulande etwas anders dar. „In den letzten Jahren hatten wir in Neuruppin einen ausgeglichenen Wohnungsmarkt“, sagt Borchert. Er geht davon aus, dass dieser auch in den nächsten zehn bis 15 Jahren relativ stabil bleibt. Zugleich liege der Leerstand bei der WBG lediglich bei 1,5 Prozent. „Wir könnten zur Zeit wesentlich mehr Wohnungen vermieten“, sagt Borchert. Vor allem das bestehende Angebot für altersgerechtes sowie familienfreundliches Wohnen sei überschaubar. „Hier herrscht Handlungsbedarf“, so Borchert. Die WBG will deshalb ab 2017 rund 100 Wohnungen bauen. Diese sollen bis 2023 fertig werden. Bislang verwaltet die Genossenschaft 1655 Wohnungen in Neuruppin.

Leerstand in Neuruppin bei fünf Prozent

Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (ProRuppin) verweist darauf, dass es in Neuruppin derzeit noch Wohnungen gebe. Allerdings sei der Leerstand mit rund fünf Prozent recht gering. Golde glaubt, dass künftig vor allem kleine Wohnungen gefragt sein werden. „Dieser Nachfrage gerecht zu werden, wird eine der Herausforderungen der kommenden Jahre sein“, so der Bürgermeister. Von der Stadt Rheinsberg und der Rheinsberger Wohnungsgesellschaft war indes am Dienstag keine Einschätzung zu bekommen.

Von Mischa Karth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bauen & Wohnen


Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg