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Teltow eröffnet seinen Stadthafen erst 2018

Verzögerung am Bau Teltow eröffnet seinen Stadthafen erst 2018

Teltow (Potsdam-Mittelmark) kann den ursprünglichen Eröffnungstermin für seinen Hafen nicht halten. Nach einer sechsmonatigen Zwangspause wird auf der Baustelle der Marina zwar wieder gearbeitet. Doch die Stadt musste ihr Sanierungskonzept für den Bauuntergrund erweitern und neu genehmigen lassen. Der komplizierte Bodenaustausch war zeitintensiv.

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Bauarbeiter der Firma Ludwig Freytag setzen auf der Baustelle einen Verbaukasten zum Austausch des Bauuntergrundes ein.

Quelle: Heinz Helwig

Teltow. Auf der Baustelle des künftigen Teltower Stadthafens an der Oderstraße wird wieder gearbeitet. Bauleute der Unternehmensgruppe Ludwig Freytag haben an den am stärksten kontaminierten Stellen des Baufeldes begonnen, den Boden auszutauschen und ihn für die Bebauung vorzubereiten. Allerdings wird die Stadt Teltow ihre Marina nicht wie geplant zum Mai 2017 eröffnen können. Die rund sechsmonatige Zeitverzögerung infolge des notwendig geänderten Sanierungskonzeptes für den Bauuntergrund lasse sich nicht aufholen, muss Teltows stellvertretende Bürgermeisterin Beate Rietz einräumen. Wassersportler werden erst in der Saison 2018 ihr Boot am Teltowkanal festmachen können.

Untersuchungen des Baugrundes im vorigen Jahr hatten ergeben, dass der Boden auch aufgrund verschiedener Altlastenfunde nicht überall gleichermaßen tragfähig und der Grundwasserstand höher als bislang angenommen ist. Daraufhin hatte sich die Stadtverwaltung dazu entschlossen, den Untergrund auf dem gesamten Baufeld austauschen zu lassen. Ursprünglich sollten die Altlasten aus Kostengründen im Boden verbleiben mit einer Asphaltdecke versiegelt werden. Den Mehraufwand in Höhe von rund 170 000 Euro für den Gesamtaushub kann die Stadt aus einer Reserve von etwa eine Million Euro auffangen. Auf Anfrage der Stadt hatte das Finanzamt mitgeteilt, dass Teltow sich für einen Teil des Hafens die Umsatzsteuer von 19 Prozent erstatten lassen kann.

Da der Landkreis allerdings nur die Sicherung der Altlasten genehmigt hatte, musste Teltow im Sommer des vorigen Jahres den Komplettaustausch des Bugrundes mit einem ganzen Paket von Konzepten erneut genehmigen und bis dahin alle Arbeiten ruhen lassen. Erst im Dezember traf die Genehmigung ein. In der Zeit des Stillstands sind Kosten in Höhe von 135 000 Euro aufgelaufen. Die Stadt verhandele mit dem Bauunternehmen, eine mögliche Reduzierung der wöchentlichen Stillstandskosten von jeweils rund 5000 Euro sei vielleicht möglich, sagt Rietz. Durch die Reserve würde sich die Gesamtinvestition von knapp 10,1 Millionen Euro aber nicht erhöhen, versichert sie.

In sogenannten Verbaukästen holen die Bauleute den belasteten Boden in der vier mal fünf Meter großen Stahlkonstruktionen mit dem Bagger aus einer Tiefe bis zu vier Metern heraus. Anschließend wird der Schacht mit Sand und Schotter bis auf eine Höhe von mindestens 50 Zentimeter über dem Grundwasserstand verfüllt und der Verbaukasten parallel dazu umgesetzt. So arbeitet sich die Baufirma Stück für Stück voran. Aufgrund des hohen Grundwasserstandes muss der Aushub in sogenannter Nassbaggerung erfolgen und das belastete Material erst auf angelegten Poldern getrocknet werden. Das kostet zusätzlich Zeit, so Rietz. Deshalb werden zeitgleich auch an anderen Stellen des Baugeländes Bodenproben entnommen, um den Bauablauf zu beschleunigen. Der Bodenaustausch werde aber die meiste Zeit dieses Jahres in Anspruch nehmen.

Trotz aller Widrigkeiten geht Rietz auch davon aus, dass mit dem Bau des Hafengebäudes am Jahresende begonnen werden kann.

Im Hafenausschuss sind weitere Details zu erfahren

Der Teltower Hafen ist das letzte Projekt im Förderprogramm der Landesregierung für touristische Infrastrukturen in Brandenburg. Das Projekt lief im Herbst 2013 aus. Teltow erhielt mehr als eine Million Euro Fördergeld.

Mit Sondergenehmigungen für einen Hafenmeister und eine Slipanlage betont die Landesregierung die Bedeutung des Projektes. Beides ist für Wasserwanderrastplätze ansonsten nicht vorgesehen. Damit verfügt die Marina Teltow über die einzige Slipanlage am Teltowkanal im Land Brandenburg.

Für die 19 Dauerliegeplätze gibt es derzeit fast 100 Anfragen von Wassersportlern aus der Teltower Region.

Zum aktuellen Bauverlauf will die Stadt in der nächsten Sitzung des Hafenausschusses am 1. März berichten. Die Sitzung ist öffentlich.

Von Heinz Helwig

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