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Unfrieden im beschaulichen Stadtteil Nord

Stadtumbau in Brandenburg an der Havel Unfrieden im beschaulichen Stadtteil Nord

Vier Wochen vor Ende der Bauarbeiten im öffentlichen Raum im Stadtteil Nord in Brandenburg an der Havel ist der alte Konflikt zwischen Verwaltern und Edeka-Betreibern wieder neu entbrannt. Das Kuriose an der Situation ist: Beide Seiten haben recht.

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Immer gut ausgelastet - der Edeka-Parkplatz in Nord.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg an der Havel. Petra und Volker Höppner sind die Edeka-Kaufleute in Nord, sie müssen sich neuerdings vor ihren Kunden rechtfertigen, weil sie sich von Stadtverwaltern in ein schlechtes Licht gerückt fühlen. Ausgerechnet kurz vor dem Fertigstellen des ganzen Marktbereiches um den Markt mit Grünzug und sanierten Straßen schwappt ein alter Konflikt wieder hoch, in dem beide Seiten recht haben. Höppners haben nach eigener Darstellung die alte Kaufhalle erworben und eine Fläche davor zugekauft, mit der Maßgabe von der Stadt, dort einen Parkplatz auszuweisen.

Seit spätestens 2010 verfolgt die Stadt aber den Plan der Grünachse vom Marienberg bis zum Silokanal, sie hat auch ihre Pläne danach ausgerichtet – und drei Jahre lang auf Fördermittel gewartet. Nun begannen zähe Verhandlungen zwischen Verwaltung und Marktbetreibern. Die Kommune wollte die Gesamtfläche einheitlich herstellen, konnte letztendlich aber nicht, weil Höppners auf ihrem Parkplatz bestanden, die Stadt diesen aber nicht mit Fördermitteln sanieren durfte.

Aufwertung im Stadtumbau fördert keine Stellflächen. Die Kaufleute wiederum verweisen auf ihre Kundschaft, die teilweise betagt ist, schlecht laufen kann und es als selbstverständlich ansieht, wie andernorts auch direkt vor dem Supermarkt zu parken. „Unsere Kunden sind bei uns Könige. Es gab abenteuerliche Pläne der Stadt, direkt an der Seite parken zu lassen, da wären Unfälle zwischen rückwärts ausparkenden Autofahrern und Radlern programmiert gewesen“, sagt Volker Höppner.

Er hätte sich Gespräche direkt mit den Stadtplanern gewünscht zu einem Zeitpunkt, an dem noch nicht alle Pläne festgezurrt waren. „So gab es noch nicht einmal die Chance, darauf Einfluss zu nehmen. Deshalb brachten dann auch Gespräche mit dem Beigeordneten und der Oberbürgermeisterin nichts mehr, weil in der Verwaltung bereits alle auf die fertigen Pläne eingeschworen waren.“ Höppners haben übrigens aus eigener Tasche viel Geld bezahlt, um ihre Parkflächen und den Kaufhallenvorplatz ähnlich schick zu erneuern wie es die Stadt ringsum getan hat. Im November sollen alle Baumaßnahmen abgeschlossen sein – vielleicht kehrt dann wieder Frieden in Nord ein.

Von André Wirsing

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