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Vom Packhof auf den Neustadt-Markt

Hotel in Brandenburg/H. Vom Packhof auf den Neustadt-Markt

Sie reden über den städtebaulichen Rahmenplan, meinen aber verschiedenes: CDU-Fraktionschef Jean Schaffer hält sich an der Nebenempfehlung Tourismus fest, um einen Hotelneubau auf dem Packhof zu begründen. Sein Parteifreund und Stadtentwicklungsbeigeordneter Michael Brandt empfiehlt das Hauptanliegen Wohnen.

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Der Neustadt-Markt böte Platz für ein Hotel, im städtebaulichen Rahmenplan ist er für eine Bebauung vorgesehen.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. An diesem Donnerstag werden ab 10.30 Uhr die beiden eingegangenen Entwürfe für die mögliche Bebauung des Packhofes an der Havel der Öffentlichkeit vorgestellt. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jean Schaffer kennt die Entwürfe zwar noch nicht. Doch für den Christdemokraten ist klar: „Nach der Präsentation der Entwürfe für die Entwicklung des Packhofgeländes werden wir uns für einen der Entwürfe entscheiden müssen.“

Hier irrt Schaffer. Meint zumindest sein Parteifreund, der Stadtentwicklungsbeigeordnete Michael Brandt (CDU). „Ich kenne die Zwänge von Herrn Schaffer nicht, jetzt entscheiden zu müssen“, sagt Brandt. Sowohl die Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann als auch der Bürgermeister Steffen Scheller (beide CDU) hätten betont, dass sich die Stadt trotz der Aufforderung zur Abgabe von Ideen und Angeboten nicht „in einem formellen Verfahren befindet. Daher besteht objektiv auch keine Vergabepflicht“, sagt der Beigeordnete weiter.

Für Jean Schaffer ist die Lage eindeutig: „Wir werden unsere Entscheidung vom Gesamtinteresse der Stadt und nicht von Interessen Einzelner abhängig machen.“ Dass Gesamtinteresse sei in „mehrheitlich beschlossenen“ Konzepten wie dem Städtebaulichen Rahmenplan, dem moderierten Strukturkonzept Packhof und dem Exposé zur Ausschreibung des Packhofgeländes formuliert. Und dort stehe, dass die Funktionen der Innenstadt das Arbeiten, das Wohnen, die Kultur und der Tourismus seien, stellt Jean Schaffer klar. So habe bereits Brandts Vorgänger Ralf Krombholz im März 2003 seinen Entwurf des „Städtebaulichen Rahmenplans“ vor der SVV begründet. „Hier hat Jean Schaffer vollständig Recht. Ich unterstütze ihn ausdrücklich darin, sich am städtebaulichen Rahmenplan zu orientieren. Dies eröffnet bei einer ernst gemeinten, ergebnisoffenen Diskussion neue Möglichkeiten“, sagt Brandt, der das Bauressort der Stadtverwaltung jetzt seit zehn Jahren führt.

Schaffer hält es für „konsequent, die Entwicklung des Packhofgeländes anzupacken und umzusetzen“. Die Kritik an der Kombination von Wohnen und Hotelbau könne er nicht nachvollziehen. Und fragt: „Was ist an der Schaffung von Arbeitsplätzen falsch und was an der Belebung des Tourismus?“ Beides fordern die Rahmenpläne.“

Wer sich den Rahmenplan auf der Internetseite der Stadt ansieht erkennt jedoch schnell: Dieser Plan sieht für den Packhof im Teil „Gestaltplan“ eine symbolische Bebauung für Wohnen am Wasser vor. Der Bereich Neustädtischer Markt ist dort als Aufwertungsschwerpunkt ebenfalls für eine Bebauung vorgesehen. Auch im Teil „Nutzungsplan“ ist der Packhof als allgemeines Wohngebiet dargestellt. Währenddessen ist der Neustadt Markt als Kerngebiet des Rahmenplans ausgewiesen. „Mit Blick auf diesen Plan sollten wir alle einen Schritt zurück gehen und das Thema aus Sicht der Stadtentwicklung betrachten“, so Brandt weiter.

Einen Ausgleich mit den Befürwortern eines Hotels und den Interessen der Bürgerinitiative lasse sich seines Erachtens herstellen, „wenn auch offen über Standorte der unterschiedlichen Nutzungen im Sinne einer Stadtentwicklung gesprochen werden kann“, so Brandt. Der Neustädtische Markt, der derzeit provisorisch als Parkplatz ausgebaut ist, habe „Standortvorteile gegenüber dem Packhof, zum Beispiel die verkehrliche Erschließung.“ Gerade für Tagungen und Kongresse dürfte die Wasserlage eines Hotels von untergeordneter Bedeutung sein, sagt der CDU-Mann. Die Nähe zum Pauli-Kloster als Veranstaltungsort sei hingegen zu betrachten. Ein Hotel auf dem Neustadt-Markt in Verbindung mit einer großen, unterirdischen Tiefgarage könnte viele Probleme lösen. Zusammen mit dem als Wohnstandort ausgewiesenen Packhof und dem zentralen Parkhaus unter dem Neustädtischen Markt ließe sich aus Brandts Sicht auch die Hauptstraße entwickeln. Das leere Flakowski-Kaufhaus, die Kaufhalle Mitte und der hohe Laden-Leerstand im hinteren Teil der Hauptstraße müsse man bei einer Gesamtlösung für den Neustadt Markt, den Packhof und die Hauptstraße im Blick haben. Dafür sei der Rahmenplan ein gutes Werkzeug.

Im Ziel sind sich Brandt und Schaffer einig. Auch CDU-Fraktionschef Schaffer will ja „eine attraktive, urbane und keine schlafende Innenstadt“.

Von Benno Rougk

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