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Wenn ein WC den Blick auf die Stadt verdirbt

Toiletten-Betonbox soll weg Wenn ein WC den Blick auf die Stadt verdirbt

In Treuenbrietzen versperrt das öffentliche Toilettenhaus an der Großstraße die Sichtachse auf die Rathausinsel mit historischen Hakenbuden. Davon hat die Stadt nun genug und plant im Zuge der Neugestaltung der markanten Rabatten an der Ortsdurchfahrt eine Umsetzung der behindertengerechten WC-Betonbox zum Bahnhof.

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Die Toilettenbox soll aus der Treuenbrietzener Altstadt verschwinden.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Als Störfaktor in der Altstadt gilt die öffentliche Toilette an der Großstraße in Treuenbrietzen. Nach Ansicht der Stadtplaner blockiert der Betonwürfel die Sichtachse auf die Rathausinsel mit dem Komplex der historischen Gebäude.

Im Zuge der geplanten Neugestaltung der Rabatten an der Ortsdurchfahrt soll die behindertengerechte WC-Box daher nun vom zentralen Bushalteplatz zum Bahnhof umgesetzt werden. Das kündigte Treuenbrietzens Bauamtsleiter in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadt- und Ortsteilentwicklung an. „Der Vorschlag für die Umsetzung kam vom Tourismusteam“, erklärte Christoph Höhne. „Würde die Toilette dort stark genutzt werden, würden wir sie nicht wegnehmen. Doch übersteigen die Kosten bei weitem die Einnahmen“, sagte Höhne.

Kosten übersteigen Einnahmen

In der Abrechnung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft sind für 2014 exakt 455,50 Euro als Einnahme verbucht. Pro Nutzung sind 50 Cent fällig. Dem entgegen stehen als größte Posten mehr als 1600 Euro für Stromkosten und 1428 Euro für die Verwaltung der Immobilie mit der eigenen Hausnummer 188. Zudem werden für Wasserkosten 322 Euro, 457 Euro für Reinigung und 559 Euro für Instandhaltung sowie 561 Euro für „sonstige Kosten“ fällig. Somit kostete der Betrieb des WC-Objektes im vorigen Jahr knapp 4500 Euro.

Öffentliche Toiletten gibt es im Stadtgebiet zudem im Rathauskeller sowie in der Radstation auf dem Ratshof am Wasserturm.

Die Bauverwaltung sieht Chancen, die Umgestaltung der Rabatten mit Geld aus der Städtebauförderung zu finanzieren. Zunächst soll nächstes Jahr jedoch eine Musterfläche angelegt werden. Daran werde jetzt gemeinsam mit Grünflächenexpertin Josefine Lentze und Stadtförster Dietrich Henke gearbeitet, sagte Christoph Höhne der MAZ. Die Anschauungsfläche werde sodann als Diskussionsgrundlage dienen. Mit Stadtverordneten und Bürgern wollen die Rathausmitarbeiter danach beraten, wie die historischen Rabatten ansehnlicher und gleichzeitig pflegeleichter gestaltet werden könnten. Wie berichtet hatte es dazu bereits Vorschläge eines Landschaftsplaners gegeben. „Wir mussten jedoch erkennen, dass dies alles zwar schön wäre, aber so nicht finanzierbar ist“, so Höhne.

Rathausmitarbeiter planen Beratung

Der Pflegeaufwand für die unbefestigten Sandflächen ist schon heute enorm. Oft prägen Unkraut sowie wild gewachsene, ungepflegte Grasflächen das Bild mitten im Stadtzentrum. Ein Gestaltungskonzept soll diese Situation nun dauerhaft verbessern.

Immerhin umfassen die heute von zwei Baumreihen gesäumte Rabatten beidseits der Ortsdurchfahrt eine Fläche von circa 4200 Quadratmetern. Hinzu kommen kleinere Rabatten mit einer Größe von weiteren rund 1400 Quadratmetern.

Die historischen Rabatten an der Großstraße waren ursprünglich einreihig mit Bäumen bepflanzt. Um das Jahr 1860 hatte der Apotheker und Ratsherr Carl August Pauckert (1814 -1885) die Idee, beidseitig neben dem Fahrdamm Rabatten und Nebenwege anzulegen. Die Baumreihen mussten um das Jahr 1910 für den Bau der ersten Kanalisation in der Stadt weichen. Danach wurden die Rabatten verbreitert und neu mit zwei Baumreihen bepflanzt.

Von Thomas Wachs

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