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Werder baut Blütentherme allein weiter

Trennung von Kristall Bäder AG Werder baut Blütentherme allein weiter

Werders Stadtverordnete haben am Donnerstag beschlossen, sich von der Kristall Bäder AG zu trennen, die im Auftrag der Stadt die Blütentherme in den Havelauen bauen sollte. Die Stadt will nun selbst den halbfertigen Bau vollenden und das Bad nach Fertigstellung an einen Betreiber verpachten oder ihn an einer Gesellschaft beteiligen.

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Dieses Schild gilt jetzt auch für die Kristall Bäder AG. Werders Stadtverordnete beschlossen die Trennung vom ehemaligen Partner.

Quelle: Archiv/Köster

Werder. Die Stadt Werder löst ihren Vertrag mit der Kristall Bäder AG und lässt die halbfertige Blütentherme in eigener Regie fertig bauen. Das beschlossen Werders Stadtverordnete in ihrer Sitzung am Donnerstagabend. Allein die Linke hatte vorgeschlagen, die Badgesellschaft auf die Vertragserfüllung zu verklagen.

Das lehnte das Stadtparlament aber mehrheitlich ab. Ein Gerichtsverfahren würde die ohnehin schon verschleppte Eröffnung des Bades um weitere Jahre verzögern, vom ungewissen Ausgang des Prozesses ganz abgesehen, war sich die Mehrheit der Stadtverordneten sicher. Die Therme sollte im Dezember 2012 ihren Betrieb aufnehmen.

Laut notariellem Vergleich soll die Kristall Bäder AG die gesamte Ausstattung sowie das Baumaterial – soweit sich beides nicht schon auf der Baustelle befindet – an die Stadt übergeben. Dazu war die Bad-Arbeitsgruppe der Stadtverordnetenversammlung zum Hauptsitz der Gesellschaft ins fränkische Stein gefahren und hatte dort die Lager inspiziert. Dabei sei Baumaterial im Wert von rund einer Million Euro für die Werderaner Therme festgestellt worden, heißt es. Auf der Baustelle wird schon seit längerem nicht mehr gearbeitet.

Dem Vernehmen nach werden mindestens noch einmal neun Millionen Euro für die Fertigstellung des Spaßbades, bei dem den Werderanern der Spaß derzeit vergangen ist, benötigt. Im Vertrag zwischen der Kristall Bäder AG und Werder hatte sich die Badgesellschaft zu einem Garantiepreis von 18 Millionen Euro verpflichtet. Vor drei Jahren hatte sich Werder noch einmal auf einen Zuschuss von mehr als 900 000 Euro eingelassen. Der größte Teil des Geldes soll bereits unwiederbringlich ausgezahlt worden sein, wird behauptet.

Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) sagte am Donnerstag, die Therme könne nicht vor Ende 2018 fertiggestellt werden. Stadtverwaltung und Stadtverordnete müssen sich noch darauf einigen, ob die Stadt das Bad später selbst führen oder an einen Betreiber verpachten beziehungsweise ihn an einer Gesellschaft beteiligen sollte.

Einen Teil der Flächen im Umfeld der Blütentherme will die Stadt für bis zu 900 000 Euro von der Badgesellschaft zurückkaufen. So sollen das Grundstück für das Blockheizwerk, die Fläche zur Erweiterung der Parkplätze sowie der „Bademantelgang“, der die Therme unterirdisch direkt mit dem geplanten Hotel verbinden soll, wieder städtisches Eigentum werden. Für die restlichen Flächen um das Bad will sich Werder ein Vorkaufsrecht beziehungsweise ein verbindliches Vorschlagsrecht für einen Käufer sichern, der von der Stadt benannt wird.

Werders ehemaliger Bürgermeister Werner Große (CDU) hat am Donnerstagabend die politische Verantwortung für den Skandal um die Blütentherme übernommen. „Wenn jemand mit gezinkten Karten spielt, hat man trotz eines Beraterstabes kaum eine Chance. Ich habe mir persönlich nichts vorzuwerfen“, sagte Große.

Erst Mitte 2016 soll weitergebaut werden

Die Bad AG der Stadtverordneten soll zum Januar 2016 aufgelöst und durch einen zeitweiligen Ausschuss ersetzt werden. Die ruhenden Arbeiten an der Blüten­therme sollen erst Mitte 2016 wieder aufgenommen werden.

Den Beschluss zum Bau der Blütentherme hatten Werders Stadtverordnete 2010 gefasst. Schon damals hatte die Fraktion Die Linke vor dem Projekt gewarnt.

Zur Grundsteinlegung im Herbst 2011 hatte Kristall-Bäder-Chef Heinz Steinhart den Werderanern vollmundig versprochen, das Bad im Dezember 2012 eröffnen zu wollen.

Von Heinz Helwig

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