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Wiesenburg: Drahtwerksblock im Angebot

Verkauf mit Bedingungen Wiesenburg: Drahtwerksblock im Angebot

Der Wiesenburger Drahtwerksblock soll veräußert werden. Die Kommune hatte Pläne, wie der marode Plattenbau genutzt werden könnte. Doch weder die Idee der Nutzung als Flüchtlingsquartier noch als Mehrgenerationenhaus wurden verwirklicht. Dennoch kommt ein Abriss wohl nicht in Frage, sondern der Verkauf wird an Bedingungen geknüpft.

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Das Schild kündet am Drahtwerksblock von einer schönen Idee. Inzwischen ist die Tafel selbst zum Zeil der Kritik geworden.

Quelle: Foto: René Gaffron

Wiesenburg. Noch kündet ein Schild vor dem sogenannten Drahtwerksblock von dem vor etwa fünf Jahren verfolgten kühnen Vorhaben: Aus dem maroden Plattenbau in der Mitte der „Perle des Flämings“ sollte damals ein leuchtendes Prestigeobjekt wider den demografischen Wandel auf dem märkischen Lande werden.

Jetzt will sich die Gemeinde Wiesenburg/Mark von ihrem Eigentum an der Friedrich-Ebert-Straße 17 a-c lieber heute als morgen trennen. Das Parlament hat sich jedenfalls auf Vorschlag von Marco Beckendorf (Die Linke) für den Verkauf der Immobilie ausgesprochen. Über den Preis, der dabei möglichst erzielt werden sollte, machte der Bürgermeister keine Angaben. Er verwies lediglich auf ein Verkehrswertgutachten. Die Tatsache, dass noch Durchfahrtsrechte auf den Holzhof gewährleistet werden müssten, sorgt zusätzlich für Abstriche. Augenscheinlich geht es aber nicht um die Einnahme, sondern um den Erhalt des seit fast 45 Jahren prägenden Gebäudes im Dorfkern. Denn von den Bewerbern wird laut Beschlusstext nicht nur ein Gebot mit Nutzungskonzept verlangt. Vielmehr ist festgeschrieben, dass die jetzt im Haus wohnenden Mieter _ auch in einer Sanierungsphase _ dort bleiben dürfen. Darüber hinaus soll allen künftigen Bewohnern zugesichert werden, dass sie maximal eine Miete zahlen, wie sie vom Maia-Jobcenter als Richtwert für die Kosten der Unterkunft vor Ort berechnet werden. Bleibt abzuwarten, ob sich unter den Bedingungen, ein Interessent für den Ladenhüter im Zentrum des 1350-Einwohner-Ortes findet.

Die Gemeinde Wiesenburg/Mark hatte zuletzt nochmals gehofft, in eigener Regie und mit Partnern, die Modernisierung auf den Weg bringen zu können. 1,2 Millionen Euro hätte es nach ersten Schätzungen der Bauverwaltung dafür gebraucht, Dach, Fassaden, Fenster und Türen sowie Elektro- und Heizungsanlage wären auf den Stand der Zeit zu bringen. Die chronisch klamme Kommune, noch dazu ohne einen Haushaltsplan für 2015 und 2016, hätte dafür keinen Kredit bekommen, wie Marco Beckendorf, einräumte.

Selbst die von ihm angefragten Wohnungsgesellschaften in Bad Belzig, Kleinmachnow und Ziesar haben wohl abgewunken, weil sich der Aufwand bei den zu erwartenden geringen Einnahmen nicht darstellen lasse. Der lokale Verwaltungschef hatte gehofft, dass sich die Bedingungen verbessern, wenn auf eine langfristige Vermietung der Quartiere verwiesen werden kann. Bis zu 50 Flüchtlinge hätten in dem nur noch zu einem Drittel bewohnten Block, der 1972 für die Mitarbeiter der Drahtzieherei errichtet wurde, jetzt nämlich ihre Bleibe finden sollen.

Ob der künftige Investor diesen Vorschlag oder gar das Projekt von Kornelia Stephan aufnimmt, bleibt ihm überlassen, wie es jetzt hieß. Die Architektin aus Neuehütten hatte seinerzeit angeregt, im Erdgeschoss eine Tagesstätte für Senioren zu etablieren und in den beiden Obergeschossen 1- und 2-Raum-Wohnungen für junge Leute und reife Semester zu schaffen.

Während sich kein Geldgeber gefunden hat, ist zuletzt die Tafel mit der nicht realisierten Idee zum Stein des Anstoßes geworden. Der Bauhof möge sie einlagern, lautet die unter anderem vom Ortsvorsteher Bernd Müller (SPD) geäußerte Bitte.

Von René Gaffron

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