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Wird die Stasi-Platte abgerissen?

Stadtverwaltung Potsdam vorm Umbau Wird die Stasi-Platte abgerissen?

In das Areal der Potsdamer Stadtverwaltung sollen in den kommenden Jahren mehr als 30 Millionen Euro investiert werden. Neben Barrierefreiheit und Brandschutz gibt es auch städtebauliche Konsequenzen. So könnte der frühere Stasi-Block abgerissen und ein weiteres Parkhaus errichtet werden.

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Das Haus 1 der Stadtverwaltung diente einst als Bezirkszentrale der Stasi. Es könnte abgerissen, abgestockt oder saniert werden.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. Die Sanierung des Verwaltungscampus zwischen Friedrich-Ebert-Straße, Jäger- und Hegelallee hat gerade erst begonnen, doch die möglichen Konsequenzen betreffen nicht nur die Bürger und Mitarbeiter der Verwaltung, sondern auch das Stadtbild. Denn bei den derzeit laufenden Voruntersuchungen werden auch der einstige Stasi-Block (Haus 1) und der Plattenbau an der Jägerallee (Haus 2) genauer betrachtet. „Bei allen Objekten auf dem Areal gibt es Defizite beim Brandschutz, der Barrierefreiheit und in energetischen Fragen“, sagte Bernd Richter, Werkleiter des Kommunalen Immobilienservice (Kis) der MAZ.

Bei den zwei DDR-Bauten kämen ästhetische Defizite hinzu. Abriss und Neubau, Abstockung oder Sanierung im Bestand sind mögliche Optionen, „im Ergebnis sehen diese Gebäude auf jeden Fall anders aus“, sagt Richter. Auf seiner persönlichen Prioritätenliste steht das Haus 1 ganz oben, „aber nicht weil dort der Kis sitzt, sondern weil es ein Hochhaus mit Brandschutzproblemen ist.“ Bis Ende des Jahres soll der externe Bericht mit einer Analyse der Defizite fertiggestellt sein. Auf dieser Grundlage können die Stadtverordneten entscheiden, ob das Verwaltungsareal zum Sanierungsgebiet erklärt werden soll.

Bis weit in die 2020er Jahre hinein wird nach derzeitigen Planungen die Stadtverwaltung saniert. Mindestens 30 Millionen Euro werden investiert, die Hälfte davon ins Stadthaus. Mit Hilfe von Städtebauförderung könnten zwei Drittel der Summe gestemmt werden. „Das Ziel ist die Unterbringung aller Mitarbeiter der Verwaltung an einem Standort, damit der Bürger alle Anliegen an einem Ort erledigen kann. Außerdem soll die Verwaltung eine angemessene, moderne Erscheinung bekommen“, sagt Richter. Derzeit sind rund 200 der 2000 städtischen Angestellten in Fremdimmobilien am Palais Lichtenau eingemietet.

Neubauten sind laut Richter ebenfalls möglich. Zwei Standorte wären dafür prädestiniert: Zum einen könnte ein weiteres Parkhaus zwischen den Häusern 1 und 2 den Parkplatzmangel beheben. Außerdem überlege man gemeinsam mit der Energie und Wasser Potsdam (EWP), ein Blockheizkraftwerk an Stelle des alten Heizhauses und der Trafo-Station zu errichten. Entsprechende energetische Konzepte werden ebenfalls gefördert.

Sogar der Verkauf der zwei Villen in der Hegelallee, die derzeit die Fachbereiche Kultur und Bildung beherbergen, werde eventuell nötig. „Dort ist eine wesentliche Barrierefreiheit bei gleichzeitigem Erhalt der Denkmalsubstanz auch mit größten Anstrengungen nicht möglich“, sagt Richter. Man müsse daher überlegen, die Häuser zu verkaufen und diese Fachbereiche woanders unterzubringen.

Doch zunächst wird sich das Stadthaus verändern. Seit einem halben Jahr wird das Erdgeschoss saniert, um dort künftig Büros unterzubringen. Die eigentlich für Oktober geplante Eröffnung eines barrierefreien Zugangs vom Haupteingang an der Friedrich-Ebert-Straße verzögert sich noch bis Anfang November. Der Weg durch einen Innenhof zu den neuen Fahrstühlen wird gerade erst in Angriff genommen. Immerhin sind die beiden Aufzüge bereits eingebaut und müssen nur noch abgenommen werden. Im Herbst beginnt außerdem die Einrüstung der Südfassade und des „Präsidentenflügels“ mit dem Standesamt.

Ab dem Frühjahr werden zudem die Haupt- und Nebenkuppeln des Hauses eingerüstet und saniert. Soweit die Substanz es erlaubt, soll die Kupferdeckung mit ihrer grünen Patina erhalten bleiben. Falls sich entsprechende Fotos für eine Neuschöpfung finden, könnte in Absprache mit dem Denkmalschutz auch wieder ein Adler die Hauptkuppel des Stadthauses krönen.

Das Herzstück des Stadthauses, der Plenarsaal der Stadtverordnetenversammlung, sowie der Sitzungssaal des Hauptausschusses und das große Haupttreppenhaus müssen ebenfalls saniert werden. Die Konsequenz: Die Stadtverordneten tagen in einem Provisorium. „Alle großen Veranstaltungsräume der Stadt, die mindestens den Standard des Treffpunkts Freizeit haben“, kämen laut Richter in Betracht. Die Entscheidung über das Ausweichquartier treffen die Stadtverordneten auf Grundlage von Vorschlägen der Verwaltung. Mindestens ein Jahr würde die Sanierung dieses Abschnitts dauern, sagt Richter. Anschließend wären Be- und Entlüftung der Säle, sowie die technische Ausstattung auf einem modernen Standard. „Das passiert aber frühestens 2017“, versichert der Kis-Werkleiter.

Von Peter Degener

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