Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Wohnen für wenige und Flanieren für alle

Neue Ideen für Hakeburg Kleinmachnow Wohnen für wenige und Flanieren für alle

Nach jahrelangem Dornröschenschlaf soll die Hakeburg endlich denkmalgerecht saniert und um einen Neubau erweitert werden, damit das historische Areal für neues Wohnen attraktiv wird. Neue Eigentümer feilen nun an einem Konzept und sind bereit, zur öffentlichen Nutzung sogar das ehemalige Torhaus und einen Steg wieder herrichten zu lassen.

Voriger Artikel
Fußboden für Steffenshagener Kirche
Nächster Artikel
Wasser in Luckenwalde wird teurer

Der ehemalige Speisesaal der Familie von Hake in der Neuen Hakeburg um 1908.

Quelle: Privat

Kleinmachnow . Nach der wechselvollen Geschichte ihrer einstigen Nutzung, schreibt die neue Hakeburg in Kleinmachnow nun wieder Geschichte bei den Versuchen, sie aus dem jahrelangen Dornröschenschlaf zu wecken.

Die Hakeburg soll ihren alten Charme wiedererlangen und neues Wohnen möglich machen

Die Hakeburg soll ihren alten Charme wiedererlangen und neues Wohnen möglich machen.

Quelle: Olaf Möldner

Nachdem die Orco Germany-Tochter Vivaro als Eigentümerin seit 2006 vergeblich versucht hat, aus der Hakeburg – wie es der Bebauungsplan von 2010 festschrieb – Hotel mit Gaststätte, Biergarten, Bettenhaus und Tiefgarage zu machen, war sie ab 2012 dazu umgeschwenkt, etwa 16 Eigentumswohnungen einzubauen. Jetzt haben sich die Eigentumsverhältnisse wieder geändert. Mit den beiden Geschäftsführern Nicolas Tommasini und Jean-Francois Ott vom international agierenden Unternehmen Ott Properties (siehe Cumberland-Haus mit Café Grosz am Kurfürstendamm) kommen neue Facetten in die Zukunftsplanungen.

Am Montagabend stellten die Herren gemeinsam mit der zuständigen Berliner Architektin Iris Steinbeck dem Kleinmachnower Bauausschuss erste Überlegungen vor. „Wir glauben, dass die Hakeburg von Orco nicht mit der richtigen Aufmerksamkeit bedacht wurde“, sagte Tomasini. Die Hakeburg sei ein „schwieriges Projekt mit hohen Sanierungskosten, „aber wir glauben an das Potenzial und die Außenwirkung“ des Ortes, „der eine Seele hat“, so Tomasini. Auch für ihn und Ott stehen Wohnungen als beste Nutzungsvariante oben an. Denn die Residenz „Neue Hakeburg“ sei schließlich einst Wohnhaus gewesen.

Service

Attraktive Wohnungen und Häuser im ganzen Land Brandenburg: MAZimmo.de

So soll der Altbau nach denkmalgerechter Sanierung wieder den alten Grundriss bekommen und seinen Zauber von einst. Ein Neubau, der entstehen soll, wo heute noch alte DDR-Garagen vor sich hin gammeln, könnte sich gestaffelt und mit natürlichen Baumaterialien wie Holz gut in die Umgebungslandschaft einfügen lassen, wie die Architektin versicherte. Maximal 30 Wohnungen könnten entstehen und eine Tiefgarage mit rund 70 Stellplätzen.

Auch die Gartenanlage auf dem 34 500 Quadratmeter großen Grundstück soll ihre historischen Konturen wieder erhalten. Tomasini und Ott wären sogar bereit, das alte Torhaus aufbauen zu lassen, wenn die Gemeinde es wünscht, um es eventuell als Touristen-Office oder Museum nutzen zu wollen. Selbst einen Bootssteg und das alte Badehaus seien machbar, kündigte Tomasini an. Die öffentliche Querung des Parks und vor allem die Ost-West-Tangente durch den Hof sollte frei bleiben, wünscht sich Ausschusschef Mike Schubert (SPD). Denkbar wäre eine Schließzeit von 20 bis 8 Uhr für eine gesicherte Nachtruhe der Bewohner. „Ich bin froh, dass wir jetzt ins Gespräch gekommen sind“, sagte Tomasini später der MAZ.

Nun müssen die Gemeindevertreter Anfang 2016 noch der notwendigen Änderung des alten B-Planes zustimmen, um ein neues Wohnkonzept ohne Hotel möglich zu machen.

Alte und Neue Hakeburg

Die Alten Hakeburg war um 1600 zur Sicherung des Übergangs über die Bäke errichtet worden. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie durch Bomben so beschädigt, dass sie bis Mitte der 1950er Jahre auf die Fundamente abgetragen wurde.

Die sehr viel größere und 1906-08 erbaute Neue Hakeburg befindet sich in Sichtweite auf dem Seeberg. Wegen finanzieller Probleme wurde die Immobilie 1936 an die Reichspost verkauft, die sie bis 1945 als Wohnsitz des Reichspostministers Wilhelm Ohnesorge und parallel dazu als Forschungszentrum nutzte.

Von 1948 bis zur Wende war die Neue Hakeburg SED-Parteihochschule. Im Mai 1990 gründete sich der Hotelbetrieb Hakeburg GmbH. Nach der Wiedervereinigung wurde die Telekom Eigentümerin, dann die Orco Germany S.A.

Die aktuellen Eigentümer sind nun Nicolas Tommasini und Jean-Francois Ott von Ott Properties. Das ist eine Family-Office-und Investmentgesellschaft in Paris, Berlin und Prag. Diese Standorte dienen als Drehscheibe der Geschäfte in Europa.

Das Unternehmen vereint Investoren und Spezialisten in Immobilien, Gastgewerbe und Immobilienentwicklung seit 1991. Im Laufe der Jahre wurde das Angebot an Aktivitäten erweitert, um Unternehmer und Investoren in Private Equity und Venture Capital zu werden. Das Portfolio von Ott Properties besteht aus Vermögenswerten in Frankreich, Deutschland, Tschechien, Russland und vielen anderen Orten.

Von Claudia Krause

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bauen & Wohnen


Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg