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Wuthenow will mehr Platz für Trecker

Bauvorhaben in Gefahr Wuthenow will mehr Platz für Trecker

Nach 20 Jahren Diskussion soll es in Wuthenow bei Neuruppin endlich möglich werden, neue Häuser zu bauen. Alles scheint klar. Doch kurz vor dem Beschluss des Bebauungsplanes hat der Ortsbeirat plötzlich Bedenken, die das gesamte Vorhaben kippen könnten.

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Der dörfliche Charakter von Wuthenow soll auch mit den neuen Wohnhäusern erhalten bleiben.

Quelle: Peter Geisler/Archiv

Wuthenow. Fast 20 Jahre kämpfen einige Wuthenower schon darum, im Dorf ein paar neue Häuser bauen zu können. Stadt, Bauherren und Ortsbeirat sind sich im Prinzip einig, dass das sinnvoll wäre. Und doch gibt es bis heute auf der kleinen Fläche am südlichen Ortsrand kein Baurecht. Aus diversen Gründen zog sich das Verfahren für einen Bebauungsplan immer weiter hin. Jetzt sollen die Neuruppiner Stadtverordneten den Plan endlich absegnen. Wenn das Verfahren nicht in letzter Minute doch noch kippt.

Die ersten Ideen, südlich der Dorfstraße weitere Häuser zu errichten, gab es schon 1996. Ursprünglich war von bis zu acht Gebäuden in zweiter Reihe die Rede. Nach und nach hat sich die Zahl reduziert, so dass jetzt nur noch drei Einfamilien- oder Doppelhäuser mit zusammen maximal sechs Wohnungen vorgesehen sind. Dafür soll ein Stichweg von der Dorfstraße aus befestigt werden. Alles schien klar: Der gesamte Planentwurf mit allen Anlagen und Angaben zum Weg lag öffentlich aus, so wie es im Baugesetzbuch vorgeschrieben ist.

Ortsbeirat fürchtet, die Zufahrt ist zu schmal für Landmaschinen

Das Problem: Jetzt, nachdem diese Auslegung erfolgt ist, hat der Ortsbeirat plötzlich Bedenken. Ist der Weg auch breit genug? Ortsvorsteher Axel Noelte glaubt, dass dort mehr Platz sein sollte – womöglich passen sonst künftig keine breiten Landmaschinen dort hindurch. Der Ortsbeirat von Wu­thenow verweigerte dem Planentwurf deshalb seine Zustimmung – und sorgt damit für Ärger.

Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde sieht das gesamte Bauvorhaben in Gefahr, wenn der Ortsbeirat darauf besteht, dass der Weg breiter wird. „Dann müssten wir mit der Planung ganz von vorn beginnen“, hielt er Noelte im Hauptausschuss vor. Dem Ortsvorsteher war es unangenehm, doch er sah sich gezwungen, das Thema anzusprechen. „Wir wollen dieses Baugebiet nicht verhindern“, versicherte er. „Aber wir wollen auch nicht die Zukunft verbauen.“ Gemeint ist die Zukunft für Landwirte, die die Straße vielleicht einmal brauchen, um so ihren Acker zu erreichen.

Stadtverwaltung: Traktoren dürfen dort gar nicht fahren

Baudezernent Arne Krohn versteht nicht, wo das Problem liegt. Egal wie breit sie sind – schwere Landmaschinen dürfen dort gar nicht fahren. Der Weg soll verkehrsberuhigter Bereich werden, schwere Fahrzeuge sind dann verboten. Das habe der Ortsbeirat schon vor einem Jahr abgesegnet. Krohn sieht keinen Grund, alles noch einmal zu diskutieren,

Karwes Ortsvorsteher Siegfried Pieper plädierte trotzdem dafür, den Bebauungsplan noch einmal zu verschieben, bis alles geklärt ist. Grund zur Eile sah er nicht: „Gut Ding will Weile haben.“ Doch das lehnte sogar sein Wuthenower Amtskollege Axel Noelte ab – aus Angst, das langwierige Verfahren könnte platzen: „Wir wollen als Ortsbeirat dieses Wohngebiet.“ Die Stadtverordneten entscheiden am Montag darüber.

Von Reyk Grunow

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