Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Zeitverzug in Krampnitz

Potsdam muss abwarten Zeitverzug in Krampnitz

Potsdams Stadtplanungschef Andreas Goetzmann hat am Mittwochabend im Hauptausschuss erstmals eingeräumt, dass 2025 als Zieltermin für das neue Wohnviertel in Krampnitz nicht mehr zu halten ist. Zehn Jahre sind allein für die Bauphase veranschlagt, doch noch ist völlig offen, ob und wann die Stadt überhaupt einen Zugriff auf das Gelände bekommt.

Voriger Artikel
Extrawurst für Investor Lelbach?
Nächster Artikel
Erstaufnahme in Ferch wird ausgebaut

Entwurf für die Wasserfront des geplanten neuen Wohnviertels auf dem früeren Krampnitzer Kasernengelände.

Quelle: Animation: Entwicklungsträger Potsdam

Krampnitz. Der Stadt läuft im Entwicklungsgebiet Krampnitz die Zeit davon. Stadtplanungschef Andreas Goetzmann hat am Mittwochabend erstmals eingeräumt, dass das Jahr 2025 als bisheriger Zieltermin für die Fertigstellung des neuen Viertels nicht mehr zu halten ist. Auf Nachfrage von Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg sagte er im Hauptausschuss, dass allein für die Bauphase zehn Jahre veranschlagt seien. Zur Zeit aber ist noch völlig ungewiss, ob und wann die Stadt überhaupt Zugriff auf das frühere Kasernengelände bekommt.

Noch haben die TG-Unternehmensgruppe und – mit kleineren Flächenanteilen – sieben Privateigentümer das Bauland in der Hand. Zwar wurde für den Aufbau eines neuen Wohnviertels für knapp 4000 Menschen eine Entwicklungssatzung verabschiedet, die der Stadt zur Durchsetzung der Entwicklungsziele bis hin zu Grundstücksenteignungen weitgehende Möglichkeiten einräumt. Doch die sieben Eigentümer und die TG-Gruppe haben dagegen unabhängig voneinander Normenkontrollklage vor demOberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg erhoben, über die laut Goetzmann frühestens im ersten Quartal 2016 entschieden wird.

Mit der TG-Gruppe, der unter dem mittlerweile abgewählten Baudezernenten Matthias Kipp (Grüne) schon einmal mit der Einleitung eines Enteignungsverfahrens gedroht wurde, laufen jetzt Verhandlungen über einen städtebaulichen Vertrag. Sollte es zum Abschluss kommen, würde sich die Gruppe verpflichten, auf ihren rund 112 Hektar Land die von der Stadt gestellten Entwicklungsziele in Eigenregie umzusetzen. Goetzmann beteuerte im Hauptausschuss, die Verhandlungen seien „nicht darauf ausgerichtet, sich einfach abzutasten: Da wird durchaus zielgerichtet diskutiert“.

Die Möglichkeit eines Enteignungsverfahrens, das von den Stadtverordneten sogar schon einmal beschlossen wurde, ist laut Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) ein „wirksames Begleitinstrument“ bei diesen Verhandlungen. Auf Nachfrage von Grünen-Fraktionschef Peter Schüler sagte er, das Enteignungsverfahren sei „nicht zurückgezogen, sondern es schwebt“.

Die Pläne für Krampnitz

Auf dem Gelände der Krampnitzer Kasernen soll binnen zehn Jahren ein Viertel für 3900 Menschen entstehen. Neben 1700 Wohnungen sollen 17 000 Quadratmeter für Einzelhandel und Gewerbe hergerichtet werden.

Die Gesamtinvestitionen werden auf 750 Millionen Euro veranschlagt. 680 Millionen Euro sollen als Privatinvestitionen fließen, für die Infrastruktur sind 77 Millionen Euro geplant.

Aufgenommen wurden die Verhandlungen auf Empfehlung des Brandenburgischen Oberlandesgerichts. Dort ist eine Klage des Landes Brandenburg gegen die TG-Gruppe auf Rückgabe des Kasernengeländes anhängig, das 2007 weit unter Wert an die private Gruppe veräußert worden sein soll. Allerdings sollen die Chancen des Landes, das die Entwicklungspläne der Landeshauptstadt unterstützt, nur gering sein.

Von Volker Oelschläger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bauen & Wohnen


Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg