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Zweckverband liest Zähler per Funk ab

Modernste Wasserzähler in Treuenbrietzen Zweckverband liest Zähler per Funk ab

In Treuenbrietzen kommt der Ableser für die Wasserzähler bald nicht mehr ins Haus. Der Wasser- und Abwasserzweckverband „Nieplitztal“ stellt nach einer erfolgreichen Testphase bis 2019 alle seiner Wasserzähler auf modernste Ultraschalltechnologie um. In Ostdeutschland ist der kleine Verband damit ein Vorreiter. Die neuen Geräte lassen sich per Funk auslesen.

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David Schildhauer liest die Ultraschall-Wasserzähler per Funktechnik aus.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Mehr als drei Monate Fußmarsch von Haus zu Haus erübrigen sich demnächst für den Ableser des Wasser- und Abwasserzweckverbandes „Nieplitztal“ (WAZVN). Der bislang stets von Oktober bis Ende Januar mit dem Ablesen der Zählerstände betraute Mitarbeiter kommt demnächst rund um Treuenbrietzen nicht mehr ins Haus der Kunden. Spätestens ab dem Jahr 2017 kann der Verband den Wasserverbrauch fast überall im Vorbeifahren per Tablet-Computer aus einem Serviceauto heraus erfassen.

Dafür genügen künftig eineinhalb Tage Autofahrt durch die Orte. Dazu stellt der WAZVN nächstes und übernächstes Jahr insgesamt 1400 Wasserzähler in den Haushalten auf modernste Ultraschalltechnik um. Das beschloss die Verbandsversammlung in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig.

1.400 Wasserzähler werden umgestellt

„Diese Geräte verfügen über einen elektronischen Chip, der per Funk ausgelesen werden kann“, erläutert Gerd Uhl. „In einer dreijährigen Testphase mit 700 solcher Geräte wurden ausschließlich positive Erfahrungen gesammelt“, so der WAZVN-Geschäftsstellenleiter. So sind beispielsweise im Dorf Niebel von circa 50 Zählern 43 bereits auf die Ultraschalltechnik umgerüstet. Bis zum Jahr 2019 sollen dann alle der insgesamt rund 3000 Wasserzähler im Verbandsgebiet auf die derzeit modernste Technik umgestellt sein. Zumindest in den Neuen Bundesländern ist der vergleichsweise kleine Treuenbrietzener Zweckverband Vorreiter bei der flächendeckenden Einführung dieser modernen Technologie.

Mehrkosten schnell amortisiert

Die Mehrkosten für die neue Technologie der Wasserzähler sollen sich nach neun Jahr für den Zweckverband amortisiert haben.

Einsparungen erwartet werden in der Gesamtkalkulation einerseits, weil der Personalaufwand beim Ablesen deutlich sinkt.

Andererseits gelten die Ultraschallgeräte als langlebiger. Der in Treuenbrietzen ausgewählte Hersteller garantiert eine Lebensdauer von 16 Jahren. Bislang waren es sechs.

Mitspracherecht zur Wahl der Zählertechnologie haben Wasserkunden nicht. Diese Entscheidung ist Hoheitsaufgabe des Verbandes.

Zur Ablesung der herkömmlichen, analogen Zähler sind Zweckverbände bislang auf Terminabstimmungen mit den Hauseigentümern und Mietern angewiesen.

Die Kosten für die Umrüstung der Zähler trägt – wie bei herkömmlichen Geräten bisher auch – allein der Verband. „Der Wechseltermin ist weiterhin vom Ablauf der Eichfrist vorgegeben“, erklärte Gerd Uhl. Er zerstreut in der Verbandsversammlung geäußerte Bedenken zum Thema Funkwellen. „Die Geräte arbeiten mit der gleichen Frequenz wie ein Babyfone“, erklärt der Geschäftsstellenleiter. Auslesen lassen sich die Chips im Umkreis von 80 bis 100 Metern vom Gerät. Zudem erfüllen die aus einem Spezialkunststoff gefertigten Zähler neueste Richtlinien zur Reduzierung von Bleianteilen in Trinkwasseranlagen.

Tagesgenaues Auslesen möglich

Ein großer Vorteil der neuen Geräte sei vor allem auch der darin eingebaute Speicher für Verbrauchsdaten. Er lässt sich rückwirkend für 460 Tage tagesgenau auslesen. „So lassen sich beispielsweise Defekte in der privaten Hauswasseranlage besser erkennen“, sagt Verbandsvorsteher Michael Knape. „Mitunter wundern sich Kunden am Jahresende über höheren Verbrauch, wenn im Sommer mal stundenlang unbemerkt Wasser aus einem defekten Gartenschlauch gelaufen ist oder die Toilettenspülung im Nebengelass ständig läuft“, erzählt Gerd Uhl von Beispielen aus seiner jahrelangen Praxis.

Der Einbau der neuen Ultraschall-Wasserzähler erfolgt zu den regulären Wechselterminen, wenn die Eichfrist der herkömmlichen Technik abgelaufen ist. Service-Mitarbeiter vereinbaren dazu individuelle Termine.

Von Thomas Wachs

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