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Das Minihaus für zwischendurch

Wohnideen Das Minihaus für zwischendurch

Eine mobile Wohnwelt auf einer Grundfläche von nur 24 Quadratmetern sollte geschaffen werden. Diese Aufgabe stellte Michael Prytula, Forschungsprofessor an der Fachhochschule Potsdam, seinen Studenten. Sie entwickelten zwei unterschiedliche Wohnideen. „Wir werden immer mobiler“, erklärt der Architekt Prytula.

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Wohnen auf nur 24 Quadratmetern Grundfläche. FH-Studenten zeigen, wie es geht.

Quelle: FHP/Michael Prytula

Potsdam. Das war keine leichte Aufgabe, die Michael Prytula, Forschungsprofessor an der Fachhochschule Potsdam, seinen Studenten gestellt hat. Eine mobile Wohnwelt auf einer Grundfläche von nur 24 Quadratmetern sollte geschaffen werden. Mit Arbeitsplatz, Schlafgelegenheit, Sanitärbereich und Miniküche. Sozusagen das Minihaus für unterwegs. „Wir werden immer mobiler“, erklärt der Architekt Prytula. Die Arbeitsorte wechseln. Gastdozenten sind für eine kurze Zeit an einer fremden Uni. Ingenieure gehen auf Montage. Warum sollte man nicht für diese Zeit seine eigenen vier Wände dabei haben? Kein Luxus, aber schnell verfügbar.

Studenten der FH Potsdam entwickelten zwei unterschiedliche Wohnideen. Ein sogenanntes Schrankhaus, dessen Grundausstattung je nach Bedarf erweitert werden und mit einem Sattelschlepper auf Reisen gehen kann. Und ein „Gurthaus“. Es verdankt seinen Namen der Bauweise: Die einzelnen Hausmodule aus Sperrholz werden nicht genietet oder verklebt. Sie werden mit Gurtverbindungen zusammengehalten. So lassen sie sich schnell zusammenbauen und auch wieder demontieren, um sie zum nächsten Ort zu bringen.

Urbane Zukunft

Im April 2014 wurde an der Fachhochschule Potsdam das Institut für angewandte Forschung IAF „Urbane Zukunft“ gegründet. Markenzeichen des IAF sollen besonders praxisnahe Forschung und Lehre sein.

Die Arbeit des IAF konzentriert sich auf folgende Bereiche: nachhaltige Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Mobilität und Verkehr, Bildung, Demografie und Kultur sowie Sozialstruktur.

Fachübergreifend und in Kooperation mit externen Partnern sollen am Institut Visionen vom Leben in der Stadt der Zukunft entworfen und konkrete Projekte realisiert werden.

Auf dem Campus der FH wurde der Aufbau getestet. Es funktioniert. Dieser Praxistest ist das Besondere des Seminars „Mobiles Wohnen“. Prytula ist einer von drei Forschungsprofessoren des noch jungen Instituts für angewandte Forschung „Urbane Zukunft“ an der FH. Gemeinsam mit Hermann August Weizenegger, einem Kollegen aus dem Fachbereich Design, hat er das Seminar angeboten, in dem die Studenten ihre Projekte von der Idee bis zum realen Prototypen vorantreiben. „Auch wenn einige Wände vielleicht nur aus Pappmaché bestehen“, sagt der 48-Jährige. Aber dafür gibt es Blumenschmuck im Minihaus.

Trotz spartanischer Ausstattung

Trotz spartanischer Ausstattung: Blumen sind ein Muss.

Quelle: FHP/Stefan Busch

Die unbedingte Praxisorientierung bleibt nicht folgenlos. So ist das Berliner Unternehmen Müller-Zeiner Industrieverpackungen GmbH auf die studentischen Ideen aufmerksam geworden. Die leichten Sperrholzverpackungen von Müller-Zeiner sind wie geschaffen für den Aufbau des Gurthauses. Noch in diesem Monat beginnen die Arbeiten für einen hölzernen Prototypen. Diese Ideen sollen nicht die Wohnhäuser in Städten ersetzen, meint Prytula. „Sie sind als Ergänzung gedacht.“ Und vielleicht auch als Alternative bei Unterkünften für Flüchtlinge. Die leichten Holzbauten könnten allemal Zelte oder Container ersetzen, betont der Forschungsprofessor. Holz wäre ökologisch und würde den Bewohnern auch ein angenehmes Wohnklima bieten.

Die Küchenzeile auf das Grundlegende reduziert

Die Küchenzeile auf das Grundlegende reduziert.

Quelle: FHP/Stefan Busch

Prytula und seine Kollgen vom Institut für angewandte Forschung „Urbane Zukunft“ suchen gezielt den Kontakt zu Kooperationspartnern. So haben sich FH-Studenten auch mit ihren Ideen zur Stadtentwicklung in den Leitbildprozess der Stadt Potsdam eingebracht. „Das ist doch das Reizvolle: Themen aufzugreifen, die eine Relevanz für die nachhaltige Entwicklung der urbanen Zukunft haben“, beschreibt der 48-jährige Prytula seine Forschungs- und Lehrtätigkeit.

Service

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In Zusammenarbeit mit der Stadt München bereitet er gerade zwei dreijährige Forschungsprojekte vor. Der Architekt, der ein besonderes Interesse an der Gestaltung von Stoff- und Energieflüssen in Städten hat, will die Phosphorströme in München untersuchen. Klingt abstrakt. Hat aber einen spannenden Hintergrund. Menschen nehmen Phosphor über die Nahrung auf – und scheiden ihn auch wieder aus. Phosphor ist ein begehrter Rohstoff und viel zu wertvoll, um ihn in der Kanalisation verschwinden zu lassen. Der Potsdamer Professor will Ideen entwickeln, wie Phosphor zurückgewonnen werden kann.

Von Ute Sommer

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