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Kultkicker Legat ist der neue Chuck Norris

Actionphilosoph im Dschungel Kultkicker Legat ist der neue Chuck Norris

Die Einstellung ist immer Fakt! Kultkicker Thorsten Legat hat einige Lebensweisheiten auf Lager. Und er poltert damit ganz unverblümt heraus. Das Netz hat den Ex-Fußballprofi schon längst zur Kultfigur erkoren und feiert den Muskelmann, der keine Angst zu kennen scheint. Er ist auf dem bestem Wege, Chuck Norris abzulösen, glaubt unser Autor.

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Kasalla, Legat!

Quelle: RTL / Stefan Gregorowius

Für normale Menschen ist ein Schokoriegel lecker. Für Thorsten Legat ist er „Silvester im Mund“. Normale Menschen haben sich vertan. Legat hat sich „beirren lassen von meiner Kompetenz“. Normale Menschen sind erleichtert. Bei Legat „fallen Ballaststoffe ab“. Der 47-jährige Bochumer und die deutsche Sprache sind einander in herzlicher Hassliebe verbunden.

Mit seinen rhetorischen Tischfeuerwerken („Die Einstellung ist immer Fakt!“) und seinen Maskulinisierungsversuchen beim zartbesaiteten Kollegen Menderes Bagcı („Kasalla! Du hast doch Eier inner Buchse!“) im RTL-Dschungelcamp ist der Ex-Bundesligaprofi auf bestem Wege, Chuck Norris als universale Action-Witzfigur abzulösen. Motto: Wenn ein Thorsten Legat Eier essen will, dann pellt er Hühner.

Die Dschungelprüfung hat Angst vor Legat

Das Internet hat Thorsten Legat längst zur Kultfigur erkoren und feiert den Muskelmann mit Ausdauer, der immer ein bisschen wirkt wie Lothar Matthäus und Joe Dalton gefangen im Körper von Meister Proper. Die Netzwerke sprudeln über mit den legendären Sprüchen des Prollkickers aus dem Pott: „Jetzt spielt die Raffinesse auch eine besondere, klare Antwort“. Thorsten Legat hat keine Angst vor der Dschungelprüfung. Die Dschungelprüfung hat Angst vor ihm!

Jürgen Milski, Menderes Bagci und Thorsten Legat (r.) mussten gemeinsam in einem Dschungel-Cabrio-Buggy einen Parcours durchfahren.

Quelle: RTL

Etwas Verwirrend-Faszinierendes umwehte den Mann schon in seiner aktiven Zeit als knüppelharter Mittelfeldmetzger. Ob er Spätzle möge, fragen die Journalisten vor seinem Wechsel zum VfB Stuttgart 1995. Och ja, sagt Legat – „im Allgemeinen esse ich gern Geflügel“. Vier Jahre später wird ihm in Stuttgart gekündigt, weil er auf die Trinkflasche seines Mannschaftskollegen Pablo Thiam in scherzhafter Absicht „Negersaft“ schrieb. Im Jahr 2001 – nach 243 Bundesliga-Spielen, 15 Toren und 34 Gelben Karten – beendet er seine Karriere. Eine Rote Karte freilich kassierte er nie. Es folgen: kurze Trainerstationen und eine blöde Rüpelei mit einem Samuraischwert auf einem McDonald’s-Parkplatz in Remscheid.

"Mein Vater war ein Schwein"

Und dann, im Jahr 2014, beginnt die wundersame Entertainerwerdung des Thorsten Legat. In der Sat.1-Kochshow „Hell’s Kitchen“ kocht und redet er, als gehe es um Leben und Tod. Sein Einmarsch beim Pro7-Promiboxen im Herbst 2014 ist ein Youtube-Hit: Er stürmt in den Ring, wo er den Rapper Trooper Da Don fernab aller Boxregeln maßgerecht zerlegt. Erst in jenem Jahr verriet er, was hinter der Gnadenlosigkeit gegen sich selbst und Andere steckt: Sein Vater, ein alkoholkranker Bochumer Bergmann, schlug, missbrauchte und tyrannisierte Legat, seine Mutter und seine drei Brüder jahrelang. Seine Kindheit war die Hölle. „Mein Vater war ein Schwein“, schrieb er in seiner Biografie („Wenn das Leben foul spielt“). „Er hat mich fast zerstört. Ich wünschte ihm den Tod.“

Wie ein Wahnsinniger beginnt Legat als Jugendlicher, Hanteln zu stemmen. Die Küchenpsychologie hält für seine heute belächelte Legathaftigkeit eine Erklärung bereit: wunde Seele, starker Panzer. Hass, Ohnmacht und Zorn können zur wirkmächtigen Motivation werden. „Wenn ich in ein Fußballspiel ging, sah ich in den Gegenspielern meinen Vater und nahm mir vor: Den hau ich um!“, sagte er. Einem gequälten Kind, zum Versager gestempelt, bleiben nur zwei Optionen: zerbrechen oder den Gegenbeweis antreten. Immer. Auch im Dschungel. „Den Thorsten Legat von damals gibt es nicht mehr“, sagt er heute. Sein Vater starb 2005.

Alle Infos zu 'Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!' im Special bei RTL.de.

Von Imre Grimm

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