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Auf die Gans gekommen

Woltersdorfer Martinsgeflügel Auf die Gans gekommen

Noch fühlen sich die 15 Gänse von Stefan Wolter auf dem weitläufigen Grundstück im Bensdorfer Ortsteil Woltersdorf wohl. Doch ihre Tage sind gezählt. Am 20. November kommen sie unters Messer. Der Hobbytierhalter schlachtet aber nicht selbst, sondern bringt die Gefiederten zum Freilandgeflügelhof Schubert nach Rogäsen.

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Hobbytierhalter Stefan Wolter aus Woltersdorf mit seinen Gänsen.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Woltersdorf. Genüsslich schnabulieren die 15 weißen und weiß-grauen Gänse von Stefan Wolter das Grün auf der Wiese hinterm Haus am Alten Kanal und haben sogar einen eigenen Teich. Die Nacht verbringen sie im selbst gebauten Stall auf Stroh. Anders als in den Vorjahren hat sie diesmal der Fuchs verschont. Doch die Tage der Woltersdorfer Martinsgänse sind gezählt: Sie kommen am 20. November unters Messer.

Der 36-Jährige schlachtet aber nicht selbst, sondern bringt die vier bis fünf Kilo schweren Vögel zum Freilandgeflügelhof Schubert nach Rogäsen. Gleich die ganze Fuhre. „Denn selber kriegt man das nicht so sauber hin. Außerdem wäre es viel zu aufwenig“, sagt der Hobbytierhalter. „Dann bezahle ich lieber ein paar Euro.“

Morgens bringt er die Gefiederten hin, abends kommen die Gerupften in die Kühltruhe. Davon zehrt die Familie den Winter über. „Einige werden an Freunde und Verwandte verteilt“, sagt er. Die erste Gans kommt bei Wolters immer am ersten Weihnachtsfeiertag auf den Tisch. „Klassisch mit Rotkraut, Grünkohl und Klößen“, erzählt Anja Wolter, die selbst Köchin ist. Die beiden Söhne (7 und 4) essen am liebsten die krosse Pelle.

Die Martinsgeschichte

Der 11. November ist dem heiligen Martin gewidmet, aber Umzüge und Feste finden auch in den nächsten Tagen noch statt. Martin soll vor etwa 1700 Jahren als römischer Soldat im Winter seinen Mantel mit einem frierenden Bettler geteilt haben. Im Traum erkannte er in ihm Jesus Christus, der seine gute Tat als Sinnbild er Nächstenliebe lobte.

Martin ließ sich christlich taufen, wurde Geistlicher und im Jahr 372 zum Bischof von Tours geweiht. Der Legende nach soll er sich für dieses Amt als nicht würdig empfunden haben. Er verstecke sich in einem Gänsestall, aber die Tiere schnatterten so laut, dass er entdeckt wurde. Etliche Menschen essen daher eine Martinsgans.

Rasenmäher auf Beinen gesucht

„Vor sechs Jahren haben wir mit Weihnachtsgänsen angefangen“, erzählt der Hobbytierhalter. Eigentlich suchte er damals „Rasenmäher“ für das große Grundstück an der Wusterwitzer Straße. „Schafe wollte ich nicht“, sagt er. „Ein Kumpel hat mich auf die Idee gebracht, es mal mit Gänsen zu probieren.“ Seitdem halten sie von Mai bis Mitte November die Wiese kurz. Für den Garten nimmt der Lackierer einen Benziner.

In diesem Jahr hatte Wolter seine Brutmaschine, die er sonst für Hühner- und Enteneier nimmt, erstmals im Gänse-Einsatz. „Denn die Preise für Gössel werden immer teurer und liegen inzwischen bei einem Stückpreis von fast neun Euro“, sagt er. „Vor ein paar Jahren habe ich noch die Hälfte bezahlt.“ Über Internet ließ er sich zehn Eier schicken, aus denen schließlich sieben Gössel schlüpften. „Ein ordentlicher Erfolg fürs erste Mal “, wie er findet. Von morgens bis abends sind seine Gänse, darunter auch Pommernmix , auf der Wiese.

Ein bisschen Weizen und Brot füttert Stefan Wolter dazu. „Aber nicht zu viel, denn sie sollen ja nicht fett sein, sondern vor allem Muskelfleisch haben.“ Man schmecke den Unterschied im Vergleich zu gekauftem Geflügel. Der Schlachtetermin 20. November habe sich im Lauf der Jahre als „ideal“ herausgestellt. „Denn vorher sind die Gänse noch in der Mauser und zu stoppelig. Das mühselige Rausziehen der Kiele ist niemandem zuzumuten“, sagt er.

Der 36-Jährige ist mit Haustieren aufgewachsen. Auch Vater Bernhard in Wusterwitz besitzt welche, der in diesem Jahr die Weihnachtstanne für die Woltersdorfer Kirche spendiert. Wie immer wird sie von Sohn Stefan aufgestellt und von den Damen des Gemeindekirchenrates geschmückt.

Braune Hühner, Laufenten und ein steinaltes Pony

Auf dem weitläufigen Woltersdorfer Grundstück fühlen sich neben den 15 Weihnachtsgänsen ein halbes Dutzend braune Brahma-Hühner, sechs Laufenten (gegen die Schnecken), zwei frei umherlaufende Kaninchen, Katze „Socke“, und Shetland „Fuzzi“ wohl. „Onkel Eckard hat das Pony mal für unsere Kinder besorgt“, erzählt Stefan Wolter. „Keiner weiß genau wie alt es ist, aber es ist ein Methusalem , der bei uns das Gnadenbrot kriegt.“ Söhnchen Hannes ist bis vor ein paar Monaten noch auf dem Pony geritten. Natürlich kennt der Siebenjährige die Geschichte vom Heiligen Martin aus dem Effeff.

Von Claudia Nack

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