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Bio-Produkte immer beliebter

So öko ist die Region Bio-Produkte immer beliebter

Über mangelnden Absatz können die Bio-Märkte in der Region Dahmeland--Fläming offenbar nicht klagen. So berichtet Renate Bugatsch von „Bio am Bahnhof“ in Königs Wusterhausen, dass sich der Umsatz in ihrem Geschäft im Laufe der Jahre verdoppelt habe. Wichtig sei den Kunden auch, dass die Bio-Ware aus der Region stamme.

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Renate Bugatsch, Chefin von „Bio am Bahnhof“ in Königs Wusterhausen.

Quelle: Anne-Kathrin Fischer

Dahmeland-Fläming. Bio ist Trend. Das bekommt auch die Region zu spüren. Fragt man Renate Bugatsch, die vor sieben Jahren in Königs Wusterhausen das Geschäft „Bio am Bahnhof“ eröffnet hat, ob sich der Umsatz im Laufe des Bestehens vergrößert hat, antwortet sie prompt: „Na klar. Der Umsatz hat sich verdoppelt!“

Im September 2008, als Bugatsch den Laden eröffnete, waren dort außer ihr noch zwei Mitarbeiter tätig – jetzt sind es neun. Auch ihr Mann, Rüdiger Bugatsch (64) hilft nun auch mit im Laden. Die Eheleute sagen, dass sie vom Bio-Boom profitieren. Und der komme aus allen Ecken. „Vor ein paar Jahren gab es doch diesen Eier-Skandal“, erinnert sich Rüdiger Bugatsch. „Da haben wir zum Beispiel einen Schub Kunden bekommen.“

Vor ungefähr drei Jahren habe dann die „vegane Welle“ begonnen – auch das bedeutete laut Rüdiger Bugatsch wieder neue Kunden für den „Bio am Bahnhof“-Laden. Aktuell gibt es den „Superfood“-Trend aus Amerika und Afrika, der neue Kunden zur Familie Bugatsch bringt: Dabei werden Getreidearten oder Samen mit vielen Inhaltsstoffen – zum Beispiel Schiersamen – gegessen.

Renate Bugatsch fallen viele Gründe ein, warum der Trend Bio nach wie vor ungebrochen ist: „Die Leute beschäftigen sich einfach viel mit der ganzen Thematik“, sagt die 43 Jahre alte Schulzendorferin. Sei es, dass die Leute keine gespritzten Lebensmittel essen wollen, die Massentierhaltung boykottieren, politische Gründe anführen oder gehört haben, dass sich einige Krankheiten auch ohne Medikamente und stattdessen beispielsweise durch die richtige Ernährung lösen lassen. Geld spielt dabei eine untergeordnete Rolle, wie Rüdiger Bugatsch beobachten konnte. „Wir hatten mal die günstigeren Bio-Gurken aus Spanien für 89 Cent. Die regionalen kosten zwei Euro. Die Leute haben tatsächlich die teureren gekauft“, erzählt er.

Valery Sehbai unterhält seit fünf Jahren in der Bahnhofstraße in Mahlow den Bioladen „Vital Plus“. Schon nach zwei Jahren entschloss sich der Geschäftsinhaber, eine Wand herauszutrennen, um die Verkaufsfläche zu vergrößern. „Jetzt sind es ungefähr 100 Quadratmeter und ich bin schon wieder am Anschlag“, berichtet Sehbai.

Vor allem Produkte, die täglich gebraucht werden, würden seit jeher häufig gekauft – zum Beispiel Obst, Brot und Milch. Trends kann Sehbai ebenfalls sofort bemerken. „Neue Produkte nehme ich ständig auf“, sagt er. „Lactose- und glutenfreie Produkte und der gesamte vegane Sektor hat zum Beispiel zugenommen“, erläutert der 36 Jahre alte Berliner. „Die meisten meiner Kunden sind sehr gesundheitsbewusst, aber viele kommen auch hierher, weil es ein großes Angebot gibt und es sich nicht lohnt, in die Stadt zu fahren.“

Der Bio-Boom macht sich auch in anderen Bereichen bemerkbar. Viviane Hüsgen ist 1997 mit ihren Eltern auf ein Gehöft in Baruth gezogen, 2000 meldeten sie den Hof offiziell als Biobauernhof an. Dort züchtet die 25-Jährige nun unter anderem Highland Cattle-Rinder. Die Rindart gehört zu den ältesten überhaupt. „2010 kamen noch Pustertaler Schecken hinzu, 2011 Schweine“; erzählt die junge Frau. Nun überlegt sie, im nächsten Jahr mit der Geflügelzucht zu beginnen – denn die Nachfrage ist in jedem Fall da. „Unsere Kunden haben schon oft danach gefragt“, berichtet Hüsgen.

Ende des Jahres 2010, als die Bewohner des benachbarten Grundstücks fortzogen und einen Käufer suchten, bot sich der Familie Hüsgen die Chance, sich einen schon länger gehegten Traum zu erfüllen: Auf dem Bio-Hof Alt Domigk kann man seitdem Ferien machen. Zwei Ferienwohnungen gibt es bisher – „im Moment sind wir ausgebucht“, sagt Hüsgen. Neben der Entspannung gibt es vor allem für Kinder tolle Erlebnisangebote – bei den Wohnungen sind kleine Kaninchen, Katzen, Esel und Mini-Schweine untergebracht, außerdem können die Kleinen beim Melken zusehen und „lernen, dass Milch nicht aus dem Tetra-Pak kommt“.

Der Bio- und Gesundheitsboom wird den spezialisierten Händlern der Region aller Voraussicht nach weiterhin volle Kasse bescheren. „Wir warten jetzt auf die Paleo-Welle“, sagt Rüdiger Bugatsch vom Königs Wusterhausener Laden „Bio am Bahnhof“. Und er meint damit das Prinzip, sich wie die Steinzeitmenhen zu ernähren. Bugatsch ist sich sicher: „Die Paleo-Welle wird noch kommen.“ Und damit bleiben die Aussichten für Bio positiv.

Von Anne-Kathrin Fischer

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