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Darf’s ein kühles Blondes sein?

Trebbiner hat ein Biermuseum Darf’s ein kühles Blondes sein?

Bierflaschen, Bierkästen, Fässer: Der Trebbiner Johannes Pycha ist ein leidenschaftlicher Sammler. Schon als kleiner Junge hat er mit Etiketten angefangen. Inzwischen ist die Sammlung so groß, dass er ein eigenes Biermuseum in seiner Heimatstadt eingerichtet hat.

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Die Flaschensammlung

Quelle: Hahn

Groß Machnow. Johannes Pycha hat in der Röllerstraße in Trebbin ein kleines Bier- und Brausemuseum eingerichtet. Bereits sein Vater und Großvater waren Brauer. Und beide hießen Johannes, wie er.

Im Eingangsbereich hängen viele alte Fotos. Auf einem Bild sieht man die Großeltern beim Bierausfahren, auf einem anderen seinen Vater neben einem Fahrzeug, dass er sich aus alten Fahrzeugteilen selbst zusammengebaut hatte.

Johannes Pycha mit Teilen seiner Sammlung

Johannes Pycha mit Teilen seiner Sammlung

Quelle: Margrit Hahn

Pycha sammelt vor allem Bierflaschen und Bierkästen. Er hat aber auch einen Mischbottich für die Limonadenherstellung, ein Gerät zum Verschließen der Flaschen sowie eine Etikettiermaschine. „Schon als  Knirps mit sechs Jahren habe ich die Etiketten auf die Flaschen geklebt“, erinnert sich der gebürtige Trebbiner.

Er hat von 1964 bis 1967 in der Luckenwalder Wirtebrauerei den Beruf des Brauers und Melzers von der Pike auf gelernt. Später war er in der traditionsreichen Luckenwalder Firma Falckenthal beschäftigt.1985 beantragte er ein Gewerbe zur Herstellung von alkoholfreien Getränken sowie für den Schankanlagenservice. Im gleichen Jahr begann er Fassbrause herzustellen. Einige Gerätschaften dafür kann man in seinem Museum besichtigen, so den alten Mischbehälter, in dem aus Sirup und kohlesäurehaltigen Wasser Limonade hergestellt wurde. Besonders stolz ist er aber auf eine Rarität – eine Bierflasche, die noch von seinen Großeltern stammt.

Alte Bierflaschen zieren die Wand

Alte Bierflaschen zieren die Wand.

Quelle: Hahn

„Leider habe ich früher nicht daran gedacht, alles aufzuheben. Darauf bin ich erst viel später gekommen“, bedauert Johannes Pycha. Früher füllten die Gastwirte in der Kneipe das Bier in Tonflaschen ab. Darauf befand sich der Name des Gastwirts, so dass man genau wusste, woher die Flasche stammt. Die Steingutflaschen vor 1900 waren lichtgeschützt und auch die Temperatur des Gerstensaftes veränderte sich nicht so schnell. „Der Bügelverschluss wurde 1875 in Deutschland erfunden“, sagt Pycha. Vorher wurden die Flaschen mit Korken verschlossen. Auch davon gibt es einige in der Ausstellung.

Und wer zapft jetzt

Und wer zapft jetzt?

Quelle: Hahn

Auch wenn Pyche schon jede Menge Flaschen besitzt, schaut er auf Trödelmärkten immer wieder nach besonders schönen Exemplaren. Er sieht sofort, aus welcher Zeit die Flasche stammt. Denn darauf steht, wessen Eigentum sie ist. Und das Wort Eigentum wurde früher mit h geschrieben.

Auch Etiketten von Trebbiner Unternehmen, wie von der Brauerei Otto Hagemann hat Pycha gesammelt. Er bewahrt sie alle feinsäuberlich in einem Ordner auf. Überhaupt sieht es im Bier- und Brausemuseum wie geleckt aus. Es findet sich kein Staub auf den Flaschen und es riecht auch nicht nach abgestandenem Fusel. „Ich habe noch jede Menge Fässer und Zapfanlagen, die ich bei Bedarf vermiete“, sagt Pycha. Vor kurzem war Alexander Knobelsdorf, ein junger Braumeister aus Jüterbog, der sich selbstständig gemacht hat, bei ihm und schaute sich im Museum um. Natürlich ging es da auch ums Bierbrauen. Und da konnte Johannes Pycha einiges erzählen. Zumal er ja auch der Erfinder des Trebbiner Clauertbieres ist, das 2006 eigens zum 500. Geburtstag von Hans Clauert von der Luckenwalder Spezialitätenbrauerei gebraut wurde.

Das niedliche Biermuseum gibt es in Trebbin

Das niedliche Biermuseum gibt es in Trebbin.

Quelle: Hahn

Mit Getränken und Flaschen hatte der Familienvater während seines ganzen Berufslebens zu tun. Nach der Wende betrieb er einen Getränkehandel am Bahnhof in Trebbin. Einige Sammlerstücke hatte er dort schon ausgestellt. Hin und wieder, wie zum Altstadtfest oder zum Hoffest, öffnet er sein Reich und lässt Besucher hinter die Kulissen schauen. Vor kurzem gab er Mitgliedern des Trebbiner Heimatvereins eine Führung. Vor allem wusste Johannes Pycha viel über die Trebbiner Unternehmen zu berichten, die sich einst mit Brauerei und Brennerei befassten

Von Margrit Hahn

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