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Experten erteilen Kennzeichnung von Fleisch eine Absage

Am Anfang war das Ei Experten erteilen Kennzeichnung von Fleisch eine Absage

Ob Hühnereier aus Boden-, Freiland oder Biohaltung stammen, verraten Zahlencodes. Brandenburgs Grüne wollen prüfen, ob das Prinzip auch auf Fleischwaren übertragbar ist. Am Mittwoch sprachen Experten aus Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel im Landtag vor – und äußerten einmütig ihre Skepsis. Da wollen selbst Verbraucherschützer nicht widersprechen.

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Der Aufdruck verrät: ein Bio-Ei (0) aus Deutschland (DE).

Quelle: Fotolia

Potsdam. Eine Portion Hackfleisch ist nun mal kein Hühnerei. Dieser zugegeben äußerst naheliegende Schluss barg am Mittwoch im Verbraucherschutzausschuss einen echten Erkenntnisgewinn. Die Fraktion Bündnis ’90/Die Grünen hatte eine Expertenanhörung auf die Tagesordnung gesetzt. Es ging um die Frage, inwiefern die Herkunftskennzeichnung, die Verbraucher bereits von Hühnereiern gewohnt sind, auf verarbeitete und unverarbeitete Fleischprodukte zu übertragen seien.

Experten aus Landwirtschaft, Handwerk, Handel, Tiermedizin und Verbraucherschutz waren sich einig: So einfach wie beim Ei kann man es sich beim Fleisch nicht machen. Die Henne liefert nämlich nicht nur das Produkt, sondern die Verpackung gleich mit – zur Freude von Erzeuger, Handel und Verbraucher. Beim Hackfleisch aber wird es schnell unübersichtlich: In 500 Gramm lasse sich schon mal Fleisch von 100 Tieren finden, erklärte die Veterinärmedizinerin Silke Neuling. „Werden dann 100 Nummern auf die Verpackung gedruckt?“, fragte die Amtstierärztin aus Teltow-Fläming, ohne ernsthaft eine Antwort zu erwarten.

EU entscheidet über Lebensmittelkennzeichnung

Ein Sonderweg bliebe Brandenburg ohnehin versperrt. Über die Lebensmittelkennzeichnung wird auf Ebene der Europäischen Union entschieden. Die Lebensmittelinformationsverordnung regelt nicht nur die Kennzeichnung von Hühnereiern, sondern etwa auch die Ausweisung von Allergenen – Handel und Handwerk sehen darin ein bürokratisches Ungetüm. Geht es nach ihnen, soll der Markt entscheiden.

„Wir setzen in besonderem Maße auf Freiwilligkeit“, sagte Nils Busch-Petersen, Geschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg. Hintergrund ist die Vielzahl bereits existierender Markenprogramme und Siegel, die für artgerechte Haltung stehen und sich aus Sicht des Handels bewährt haben, wie Neuland, Bioland und Demeter. Dass der Verbraucher dabei allerdings schnell den Überblick verlieren kann, müssen selbst die Chefvermarkter brandenburgischer Agrarprodukte einräumen. „Eine Dachmarke zu etablieren, darüber müsste man wirklich sprechen“, sagte Manfred Memmert von Pro Agro.

Landwirte setzen auf gesunde Tiere

Die Landwirte sind überzeugt, in Sachen Tierwohl schon viel erreicht zu haben. „Moderne Ställe bieten mehr Licht, Luft und Bewegungsfreiheit als jemals zuvor“, erklärte Simon Harnisch vom Landesbauernbund. „Nur gesunde Tiere bringen nachhaltig Leistung.“

Da wollte nicht einmal Luise Molling von der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch widersprechen. Auch sie sprach sich gegen die Kennzeichnung von Fleisch aus – weil das schon bei den Eiern fernab den Haltungsbedingungen nichts über die Gesundheit der Tiere aussage. Die könne selbst in Biobetrieben mitunter katastrophal sein, mahnte Molling. Statt über Kennzeichnung müsse über mehr Transparenz diskutiert werden, sagte Martin Stock von der Berliner Fleischerinnung.

Von Bastian Pauly

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