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Gemeinsam Kochen in Neuruppin

Liebe geht durch den Magen Gemeinsam Kochen in Neuruppin

Kochen macht Spaß, gemeinsam kochen noch mehr. Das weiß Holger Wizisk aus Erfahrung und hat deshalb vor 11 Jahren mit einem Häuflein Gleichgesinnter die Erste Neuruppiner Kochakademie gegründet. Mittlerweile sind die angebotenen Kochabende und Kurse bereits Wochen vorher ausgebucht.

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Holger Wizisk und Dieter Prag in der Schauküche.

Quelle: Regine Buddeke

Neuruppin. „Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen“, sagte eins der römische Philosoph Augustinus von Hippo. Für Holger Wizisk trifft das allemal zu. Er kocht mit Hingabe und gibt das gern an andere weiter. Vor elf Jahren gründete Wizisk, der in Neuruppin das Restaurant „Rosengarten“ betreibt, die „Erste Neuruppiner Kochakademie“ – zusammen mit Detlef Kropp, in dessen Küchenstudio in der Rosenstraße die beiden Kochfans gemeinsam kochten und sich dazu auch Gäste einluden. „So entstand die Idee – praktisch aus einer Bierlaune heraus, nach einem üppigen Mahl“, erinnert sich Wizisk. Es hatte gut ein halbes Jahr gedauert, bevor aus der Idee ein Verein werden konnte. „Da gibt es ja zuerst einige Richtlinien zu erfüllen“, so Wizisk. Mit sieben Mitgliedern startete die Hobbykoch-Vereinigung, heute sind es 24. Gekocht wird in der Schauküche über der Gaststube des „Rosengartens“ – „24 Leute kriegen wir da unter“, so der Chef. Einmal im Monat treffen sich alle Mitglieder der Kochakademie zum gemeinsamen Kochen. Mit dabei ist Dieter Prag – er ist schon einige Jahre mit im Team. „Ich bin ja sehr für die traditionelle deutsche Küche“, sagt er. „Auch wenn ich mitunter fremdgehe – italienisch oder französisch.“ Im Verein versuche man, die Brandenburger Küche zu pflegen. „Es ist Ehrensache, dass wir heimische Produkte verwenden“, so Prag. „Neulich wollten wir Mangold auf die Speisekarte setzen – den haben wir nur bei Oliver Prokop bekommen“, lobt er den Betreiber des Ruppiner Biokonsums – einen verlässlichen Partner .

Für die Hobbyköche des Vereins – Holger Wizisk ist in der Tat der einzige gelernte Koch in deren Reihen – ist es nach wie vor Tradition, mit anderen zu kochen. Es gibt Kochabende mit Gästen, bei denen in der Regel ein Fünf-Gänge-Menü gekocht wird. Die sind sehr gefragt. „Bis Februar sind wir ausgebucht“, so Wizisk. Manche der Teilnehmer würden konkrete Wünsche äußern. „Ersttäter lassen sich gern überraschen“, weiß Wizisk. Was ihm vor allem wichtig ist: „Wir wollen hier nicht schulmeistern. An einem Abend kann man ohnehin nicht kochen lernen. Aber die Freude am Kochen – die kann man lernen.“ Insofern sei der Spaß oberstes Gebot. Wizisk und seine Kochfreunde wollen Interesse wecken, Tipps geben. Und natürlich Freude daran haben. „Wenn die Leute nachts gut gelaunt nach Hause gehen, haben wir alles richtig gemacht“, so der Koch.

Dasselbe Prinzip gilt für die etwas intensiveren Kochkurse, die die Akademie ebenfalls anbietet: für Anfänger und Fortgeschrittene jeden Alters. Hier beschränkt sich die Teilnehmerzahl auf maximal sechs. Das sei besser für die Lernintensität. An vier Abenden wird von der Pike auf das Küchenlatein gelernt. „Das Niveau richtet sich natürlich nach dem Leistungsstand der Teilnehmer“, sagt Wizisk. Denn nicht selten kommen die Leute wieder. Einige seien bereits das achte Mal dabei – halbe Kochprofis, die sich in den kulinarischen Olymp vorwagen wollen. „Das ist dann für uns eine Herausforderung“, sagt Wizisk. „Da wird dann auf Augenhöhe gekocht.“ Aber auch für absolute Laien stehe die Schauküche offen: ob Kochen für junge Paare, die die Fertiggerichte leid sind oder auch Kindergeburtstage.

Einmal im Jahr fahren die Mitglieder der Ersten Neuruppiner Kochakademie in die Partnerstadt Certaldo. Nicht etwa, um das Geheimnis der italienischen Küche zu studieren, sondern um das „Fest der deutschen Küche“ zu feiern. „Die sind total scharf auf unsere Gerichte“, schwärmt Dieter Prag. Es kämen sogar Leute extra aus Florenz, die Schlangen am Stand seien oft 100 Meter lang. Im Gegenzug kommen die Winzer und Köche aus der Partnerstadt einmal im Jahr nach Neuruppin: das Certaldofest erfreut sich in der Fontanestadt großer Beliebtheit. Auch die Städtepartnerschaft nach Bad Kreuznach wird gepflegt. „Gerade waren sechs Köche von uns dort und kredenzen Brandenburger Spezialitäten – Grünkohl, Fisch, die Degener-Schnäpse und Wild.“ Da ist es schon von Vorteil, wenn ein Akademie-Mitglied Jäger ist.

Einen guten Draht haben die Vereinsmitglieder auch zum „Haus der Begegnung“ in Neuruppin. „Da kochen wir nicht nur, sondern organisieren auch Feste – alles ehrenamtlich“, sagt Holger Wizisk: „Da ist immer volle Hütte.“

Von Regine Buddeke

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