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Guerilla-Ernte ist meist illegal

Reifes Obst im öffentlichen Raum Guerilla-Ernte ist meist illegal

Selbst wenn eine Bundesministerin dazu aufruft und eine App für Mobiltelefone die vollsten Sträucher und Bäume auflistet, so ist der Mundraub in Sachen Äpfel und Birnen dennoch häufig nicht erlaubt.

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Naschen verboten, zumindest in den Unesco-Parks.

Quelle: Peter Geisler

Potsdam. Pünktlich zum Beginn der Obsternte ruft Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) zum allgemeinen Obstpflücken auf – sie unterstützt das Projekt „Stadternte“. Herrenlose Früchte und Gemüse auf öffentlichen Freiflächen der Städte und Gemeinden sollen ihrer Devise nach nicht sich selbst überlassen, sondern von den Bürgern verzehrt werden. Getreu dem Motto: „Ich pflücke das, was ich auch selber essen kann“, bedienen sich Spaziergänger gern an den scheinbar frei verfügbaren Früchten der Natur. Gerade im Potsdamer Norden und rund um Werder hängen die Bäume voll – oftmals bleiben sie ungepflückt, weil die Plantagen verlassen sind oder sich die Ernte nicht rechnet.

Mit der App zum Appel

Mundräuber können mittlerweile sogar mit Hilfe einer App auf Beutesuche gehen. Auf der Internet-Plattform mundraub.org kann jeder Obstliebhaber öffentliche Bäume, Sträucher und Kräuter auf einer Karte einzeichnen. Allein für Potsdam lassen sich gut 200 Einträge feststellen, wobei Babelsberg und Bornstedt mit jeweils 40 Einträgen die Schwerpunktgebiete sind. Neben Apfel- und Kirschbäumen sind vornehmlich kleinere Himbeer-, Holunder-, Hagebutten- und Johannisbeersträucher eingezeichnet. Die tatsächliche Mundraub-Tauglichkeit dieser Früchte ist jedoch nicht gewährleistet und entlastet die Erntewilligen nicht von eigenen Recherchen. Der Verweis auf die Streuobstwiese im nördlichen Potsdamer Volkspark führt den Nutzer der Homepage beispielsweise in die Irre. „Dass die Besucher sich einfach so bedienen ist eigentlich nicht erwünscht und somit strafbar, da das Obst für Events verwendet werden soll“, heißt es von offizieller Seite des Volksparks.

Finger weg, im Park Sanssouci

Ebenso wenig sollte der Spaziergänger nach Trauben oder Feigen im Park Sanssouci greifen: Für die Parks der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten gilt laut der Stiftungsanlagenverordnung ein striktes Ernteverbot.

Wenn Bäume und Sträucher nicht in privater Hand sind, gehören sie meist der Kirche, dem Kreis oder dem Land. Rechtlich gesehen ist Selbstbedienung daher strafbar, denn die Früchte gehören dem, auf dessen Grundstück die dazugehörigen Gewächse stehen. Wer der Anziehungskraft des Obstes nicht widerstehen kann, sollte sich vor dem vermeintlich straffreihen Verzehr die Erlaubnis zum Naschen vom Besitzer oder Pächter einholen. Ansprechpartner für die Eigentumsrechte sind in diesem Falle die Naturschutzbehörden, Grünflächenämter oder Straßenverkehrsbehörden. „Freie Flächen, wo man einfach pflücken und sich selbst versorgen kann, sind uns nicht bekannt“, sagt Margarete Löffler vom Gartenbauverband Berlin-Brandenburg – die Mundraub-App sieht das, wie gesagt, völlig anders.

Von Cornelius Pape

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