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Knupper werden knapper

Deetz: Anbau von Süßkirschen lohnt kaum noch Knupper werden knapper

Für einheimische Obstbauern lohnt sich der Anbau von Süßkirschen kaum noch. Von Rekordernten ist die Branche Das Pflücken der roten Leckereien bedeutet auch im Jahr 2015 immer noch aufwändige Handarbeit. Rund um Deetz (Potsdam-Mittelmark) hat die Ernte indes vor einer Woche begonnen.

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Kirschen rot – Spargel tot: Polnische Erntehelfer wie Daria pflücken die ersten Deetzer Knuppern.

Quelle: F. Bürstenbinder

Deetz. Daria (25) und Jagoda (42) ziehen lange Anstellleitern hinter sich her. Sie sind auf der Suche nach den Bäumen mit den süßesten Kirschen. Weil sich die Sonne rar macht, reifen die Früchte sehr ungleichmäßig. An einem Ast hängt eine Hand voll, an einem anderen ein paar mehr.

Die beiden polnischen Frauen aus Krosno, dem früheren Crossen, müssen eine Menge Sprossen steigen, bis ihre um die Schulter gehängten Eimer voll sind. Im Nacken sitzt den Erntehelferinnen das unbeständige Wetter. Bis zum nächsten Regen wollen sie mit ihren Kollegen so viel Kirschen von den Bäumen holen, wie möglich.

Knuppersorten an der Reihe

„Kirschenernte bedeutet immer noch aufwändige Handarbeit“, erklärt Torsten Rotter vom Obst- und Spargelhof Leue in Deetz. In den Plantagen rund um das Betriebsgelände haben Erntehelfer vor gut einer Woche mit dem Pflücken begonnen. Jetzt sind die frühen Knuppersorten an der Reihe. Bis Ende Juli wird sich die Kampagne erstrecken. Von einer Rekordernte ist man in der Branche weit entfernt. Dabei sah der Start ins Kirschenjahr gar nicht so schlecht aus. Die Blüte war gut durchgekommen, doch dann fehlte dem Fruchtansatz die Feuchte. „Die Früchte sind einfach nicht gewachsen“, berichtet Rotter.

Den lange ausgebliebenen Regen sieht man den Kirschen heute an. Sie sind kleiner geraten als in den Vorjahren. Ausgerechnet zur Erntezeit müssen die Kirschen Regengüsse über sich ergehen lassen, was zum leicht zum Platzen der Früchte führt. Doch die Wetter unbilden sind längst nicht alles, was dem Familienunternehmen Sorgen bereitet. Kirschen aus dem Mittelmeeraum überschwemmen den Markt. Mit Discounterpreisen von 39 Cent je 100 Gramm können die heimischen Produzenten nicht mithalten.

Frisch ab Hof

Der Anfang der 90-er Jahre gegründete Obst -und Spargelhof Leue ist ein Familienunternehmen, das sich auf den Anbau von Spargel und Süßkirschen spezialisiert hat. Die Ware wird frisch ab Hof oder vom Feld verkauft. In Neu Bochow betreibt der Betrieb einen Hofladen mit Gastronomie.

Schon gar nicht, seit der Mindestlohn eingeführt wurde, der für Erntehelfer derzeit bei 7,20 Euro in der Stunde liegt. Ein anderes Problem ist der hohe Schädlingsdruck, zum Beispiel durch die Kirschfruchtfliege. Wirksame Mittel sind nicht mehr zugelassen.

Ausnahmeobst Süßkirsche

Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen droht nach der Sauerkirsche auch die heimische Süßkirsche zum Ausnahmeobst zur werden. Leues haben die Anbaufläche in den vergangenen Jahren von 100 auf 20 Hektar reduziert. Den Rodungen folgt als verlässliche Einnahmequelle Silomais für Biogasanlagen.

Ein Trend, der landesweit zu beobachten ist, wie Thomas Bröker, Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau im Gartenbauverband Berlin-Brandenburg, auf Nachfrage bestätigt. „Es werden noch etliche DDR-Altplantagen bewirtschaftet. Doch für produktive Neuanlagen, die es auf Kirschen mit heute gewünschtem Durchmesser von 2,6 bis drei Zentimeter bringen, sind erhebliche Investitionen nötig. Ich erwarte deshalb für die Zukunft noch weniger Produzenten und weniger Fläche“, sagte Bröker der MAZ. Dennoch bleibe die Süßkirsche für Direktvermarkter eine lohnende Alternative. Ein Aussterben der Kirsche in Brandenburg befürchte er nicht.

Von Frank Bürstenbinder

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