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Schnitzel am Stiel

Bekannte Berliner Köchin und Food-Bloggerin schwört auf Brandenburger Produkte Schnitzel am Stiel

Felicitas Then schaut lieber ihrem Schweinebraten in der Röhre statt TV-Serien zu. Ihre Pilze sammelt die Köchin im Wald zwischen Königs Wusterhausen und Bestensee. Außerdem ist sie ein Fan von Beelitzer Spargel und Spreewälder Gurken.

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Freude beim Kochen. Felicitas Then.

Quelle: Julian Stähle

Berlin/Potsdam. Von ihren Ragout-Fin-Törtchen bekommt man nie genug. Auch das Safran-Panna-Cotta zergeht auf der Zunge. Ihre „Creme brülée“ und Schnitzel am Stiel erhalten eilige Genießer gleich so auf die Hand. Aber auch Roastbeef und Schweinebraten hat die Berlinerin drauf. Kochstar Felicitas Then ist Küchenwunder und Allroundtalent zugleich. Mit den großen Köchen des Landes ist sie per Du. Die Food-Bloggerin brutzelte und buk im Fernsehen unter anderem schon in „Küchenschlacht“ und „Kocharena“. Auf Berliner und Brandenburger Sendern ist sie ohnehin ein bekanntes Gesicht.

Apropos Fernsehen: Wenn andere in die Glotze starren, schaut Felicitas Then in eine ganz andere Röhre. In die Backröhre. Dort beobachtet sie stundenlang, wie ihr Schweinebraten knusprig wird: „Ich liebe es, meinem Braten beim Garen zuzuschauen. Ich seh’ dann, wie nach und nach jedes Stück Kruste aufpufft, bis die Schwarte aussieht wie mit Popcorn bedeckt.“

Jetzt legte die Journalistin ihr erstes Kochbuch vor. In „Die fabelhaften Rezepte der Felicitas Then“ (Südwest-Verlag) kreiert die 28-Jährige 50 Klassiker der deutschen und internationalen Küche im neuen Gewand. Die Neuköllnerin bringt im 160-Seiten-Schmöker mit kleinen Tricks Spannung auf die Teller. „Hackfleischbällchen würzt man zum Beispiel gern mit Senf, Zwiebel und Petersilie“, so Then. Was aber passiert, wenn man stattdessen Zutaten aus der Thaiküche, etwa Currypaste und Koriander, verwendet. Die Antwort gibt’s in Thens Buch.

Wir sind mit dem Energiebündel am Rand des Tempelhofer Felds verabredet. Was gleich auffällt: In echt sieht sie noch etwas flippiger aus als in Fernsehen und Internet. Unter der blonden Mähne lugt eine kleine grüne Strähne hervor. Felicitas Then, die keine sieben Radminuten entfernt wohnt, zeigt sie ganz stolz. Das Tempelhofer Feld sei ihr ans Herz gewachsen, erklärt die gebürtige Coburgerin. „Hier dreh’ ich meine Youtube-Videos, aber auch Runden auf Inline-Skates“, sagt die Promiköchin, die schon mit Alfons Schuhbeck am Herd stand. Sport sei eine der wenigen Möglichkeiten, die Figur zu halten, lacht Felicitas Then. Denn in kulinarischen Dingen könne sie richtig sündigen. „Da gibt’s bei mir keine Kompromisse. Entweder gönne ich mir ein richtig geiles Stück Kuchen oder gar keins“, betont die Wahlberlinerin. Gern nascht sie saftige Brownies oder leckeren Rhabarber-Streuselkuchen. „Eine weitere Leidenschaft von mir ist Eis. Ein Tag ohne Eis ist kein guter Tag“, so die Köchin. Vielleicht eröffne sie eines Tages mal eine eigene Diele. Gute Anbieter seien in Berlin und Brandenburg noch Mangelware.

Dafür finde sie in der Mark die leckersten Pilze. „Wir fahren im Herbst oft raus und zerstreuen uns im Wald südlich von Königs Wusterhausen.“ Der Landkreis Dahme-Spreewald sei ein Top-Pilzrevier. Ansonsten schwört die agile Küchentüftlerin auf Beelitzer Spargel oder auch Spreewälder Gurken. Viele Zutaten ordert sie eigenen Angaben nach bei märkischen Anbietern. Bei Brandenburger Städten sei Potsdam ihr Favorit. „Das ist einfach ein schönes Ausflugsziel. Potsdam ist so entspannt und leger. Herrliche Tapas aß ich dort aber auch schon“, so die Frau, die vor Jahren über ihre Arbeit in einem Berliner Zeitungsverlag in die Hauptstadt kam. Ursprünglich studierte Then mal Englisch und Kunstpädagogik an der Uni Bremen. Später besuchte sie die Berliner Axel-Springer-Akademie für Journalisten. „Bei der Zeitung lernte ich, Dinge blitzschnell umzusetzen. Das kommt mir heute zu Gute.“ Die Neuköllnerin hat kein Problem damit, offen zuzugeben, dass sie keine gelernte Köchin ist. Das hat sie mit etlichen anderen prominenten Gastronomen, etwa Sarah Wiener, gemeinsam.

Ihr Frühstück lässt sie sich sonntags gern mal vom Freund am Bett servieren. „Auf dem Tablett sollten Ziegenkäse, Rührei und natürlich frische Berliner Schrippen nicht fehlen.“ Doch wegen vieler Wochenendtermine – Then kann man auch zu Events, Kochkursen und Showdinners buchen – finde das klassische Sonntagsfrühstück meist werktags statt. Zu ihren persönlichen Lieblingsrezepten zählen ansonsten geschmorte Lammkeule und Apfelkuchen mit Streuseln. Kurz kommt sie auf ihre pinkfarbenen Burger zu sprechen: Die Brötchen sind mit Rote Bete gebacken und mit langsam geschmortem Rind- oder Lammfleisch gefüllt. Thens Streetfood kann man übrigens ein bis zweimal monatlich auf dem Berliner Markt „Neue Heimat“ an der Revaler Straße ausprobieren.

Ihre Kochleidenschaft hat Felicitas Then von der Mutter, mit der sie schon im Kindesalter stundenlang in der Küche stand. Auch bei bestem Wetter und an der Tür wartenden Freundinnen war sie nicht vom Herd wegzulocken. „Schon mit vier Jahren durfte ich in der Küche helfen, in Töpfen rühren oder Gemüse schnippeln“, erinnert sich die Frohnatur. Ihr Schulpraktikum meisterte sie in der besten Küche Braunschweigs, wo sie aufwuchs. „Ich glaub’ ich habe dort doppelt so viel gearbeitet, wie meine Mitschüler in Anwaltskanzleien oder bei Architekten. Aber ich kam immer freudestrahlend nach Hause.“

Heute gibt’s bei Felicitas Then fast keinen Tag mehr ohne Kochen. „Gleich nach dem Weckerklingeln und manchmal sogar vorm ersten Kaffee nehme ich meinen Laptop und recherchiere Rezepte.“ Bevor es in ein neues Lokal geht, wird im Internet natürlich erst einmal zur Speisekarte „gesurft“. In Restaurants sind Stift und Notizblock immer dabei, wie sie sagt. Fürs Buch hat Felicitas Then alle Gerichte wirklich gekocht, betont die Küchenfee. „Einen ganzen Monat lang gab es bei mir jeden Tag drei bis vier Gerichte für vier Personen. Schon zum Frühstück musste ich dann zwischen Lammrücken und Rumpsteak entscheiden. Puh, das war ganz schön üppig“, schreibt Then dazu im Buch. Aber weggeworfen wurde natürlich nichts.

Manchmal sei Kochen für Then eine echte Denksportaufgabe, wie sie sagt. Dann laufe sie über Märkte, begutachte Obst- und Gemüseofferten und überlege, welches Gericht sie in der und der Konstellation noch nie aß. „Ich probiere klassische Kombinationen aufzulösen und Zutaten auszutauschen.“ Überhaupt ist Felicitas Then der Ansicht, dass man in der Küche probieren und mutig sein sollte.

Freunde bescheinigen der Neuköllnerin immer wieder, dass sie „fortschrittlich würzt“. Schon mancher Gast fragte sich da: Echt, so viel Zimt an die Bolognese? Felicitas Then nickt. „Na klar, es gibt doch nichts Schlimmeres als fade gewürzte Speisen. Mein Essen braucht Bums. Langweilig können andere kochen.“ Dann denkt Felicitas schon wieder über neue Koch-Kreationen nach. Sie schwärmt von Curry-Lachs-Nuggets und Spargelsalat. Ihr Fazit: „Essen und Liebe sind doch die wichtigsten Dinge im Leben!“

Von Jens Rümmler

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