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Streit um Potsdamer Szene-Café La Leander

Nachmieter schon in den Startlöchern Streit um Potsdamer Szene-Café La Leander

Potsdams pinkes Wohnzimmer, das La Leander in der Benkertstraße, ist seit Dienstag geschlossen, das Tischtuch zwischen Hauseigentümer und Café-Inhaber zerschnitten. Dennoch: Ein Neustart für das schwullesbische Szene-Lokal im Holländischen Viertel ist in Sicht.

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Der Laden ist dicht: Seit Dienstag ist das Leander im Holländischen Viertel geschlossen.

Quelle: Christel Köster

Innenstadt. Wirbel um Potsdams Kult-Café Leander im Holländischen Viertel. Die Schotten sind dicht an der Ecke Benkert-/Kurfürstenstraße. Das Leander-Team hat am Dienstag auf Facebook das Aus des Cafés erklärt und mit einer fristlosen Kündigung begründet. Das unkonventionelle Lokal ist seit beinahe 20 Jahren eine Institution in der Stadt und gewissermaßen das Wohnzimmer der schwul-lesbischen Community in Potsdam.

Offenbar hat es schon seit Längerem geknirscht zwischen dem Eigentümer des Hauses und dem Inhaber des Cafés, Achim Wiegel. Er berichtet von „offensichtlich vorgeschobenen Kündigungsgründen“ – etwa „Tische und Stühle, die wir zur Silvesterparty für circa zehn Stunden im Hausflur unterstellten“ – und bittet um Verständnis, „dass wir für weitere Fragen nicht mehr zur Verfügung stehen“.

Die fristlose Kündigung gab’s schon im Januar

Hauseigentümer Ralph Zachrau bestätigte der MAZ die fristlose Kündigung: „Achim Wiegel hat sich trotz diverser Mahnungen nicht an seinen Vertrag gehalten. Ich habe ihm bereits im Januar die fristlose Kündigung ausgesprochen.“ Ausgezogen sei er aber nicht. „Im übrigen hat Achim Wiegel im letzten Jahr selbst um die Aufhebung seines Mietvertrags gebeten.“ Allerdings sei man sich über die Konditionen nicht einig geworden. So habe Wiegel „einen riesigen Abstand gefordert“, der ihm nicht zustehe.

Vertragsklausel fordert den Erhalt des schwullesbischen Cafés

Es ist nicht das erste Mal, dass das Leander in die Schlagzeilen gerät. Viele Jahre gehörte das Eckhaus, in dem sich das als La Leander gegründete Café befindet, zum Treuhandvermögen der Sanierungsmaßnahme „Holländisches Viertel“. Als die Stadt das Haus um 2011 zum Verkauf anbot, war den Machern und Stammgästen sofort klar, dass ihr Refugium in Gefahr ist. Die Stadt reagierte auf die Sorgen und Ängste und verankerte im Kaufvertrag die Klausel, dass das schwul-lesbische Café zu erhalten ist. Zudem wurde festgeschrieben, dass für Änderungen von Mietverträgen oder für neue Abschlüsse die Zustimmung der Stadt erforderlich ist.

Um diesen Vertrag hat Ralph Zachrau alias Ginnifer Hartz hartnäckig gerungen. Er wollte das La Leander unbedingt erhalten. Weshalb? „Weil es ein so ein wichtiger Ort ist“, sagt er. Immerhin sei das Café seit seiner Gründung 1998 eine der wichtigsten Anlaufstellen für Homosexuelle in Potsdam.

Schon bald soll die Regenbogenflagge wieder leuchten

Doch ausgerechnet das schwul-lesbische Konzept rückte nun immer weiter in den Hintergrund, auch die Regenbogenfahne, die traditionell an der Hausecke wehte, ist verschwunden. Geht es nach Ralph Zachrau, soll sie schon bald wieder gehisst werden. „Ich will, dass das La Leander als homosexuelle Bar funktioniert und gedeiht, dass es dort einfach schön ist und die Leute gern hingehen.“ Ein potenzieller Nachmieter sei bereits gefunden – es stehen alle in den Startlöchern. Auch die Anwälte. Er habe Achim Wiegel ein Ultimatum bis Freitag gestellt. „Ist die Sache bis dahin nicht geklärt, werden rechtliche Schritte folgen.“ Achim Wiegel sagte der MAZ, dass er „im Laufe des Monats beziehungsweise zum Ende des Monats“ ausziehen werde.

Eine schwule Institution

Das La Leander – derzeit nur Leander genannt – an der Ecke Benkert-/ Kurfürstenstraße im Holländischen Viertel ist Potsdams einziges schwul-lesbisches Tag- und Nachtcafé.

Auch Wiege unzähliger Projekte, die zu Toleranz gegenüber Schwulen, Lesben und Transsexuellen aufrufen, ist das La Leander. So wurden dort der Katte-Verein und das Bündnis faires Brandenburg gegründet und der Potsdamer Queensday erfunden.

Gegründet wurde das La Leander 1998 von Schwulen-Aktivist Jirka Witschak, der sich 2009 aus gesundheitlichen Gründen als Wirt verabschiedete. Nach diversen Zwischenlösungen wie dem Queer-im-Viertel-Verein übernahm Ende 2011 Achim Wiegel.

Die Zimmer über dem Café hat eine schwul-lesbische Kommune gemietet.

Von Nadine Fabian

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