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Zu Gast in der Nudelbäckerei

Weltnudeltag Zu Gast in der Nudelbäckerei

Am Sonntag ist Weltnudeltag – aus diesem Anlass hat sich die MAZ in der Nudelmanufaktur von Anke Fischer (53) und Jean Carl Demant (51) in Dallgow-Döberitz (Havelland) umgesehen. Dank treuer Stammkundschaft laufen die Geschäfte seit nunmehr 19 Jahren – auch wenn Marketing und Vertrieb mitunter etwas mühselig sind.

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Vorhang auf für den Weltnudeltag am Sonntag: Anke Fischer, 53, bittet in ihre Nudelmanufaktur in Dallgow-Döberitz.

Quelle: Julian Stähle

Dallgow-Döberitz.  Der feine Mehlstaub sitzt überall, in den Haaren, hinter den Ohren. Anke Fischer und Jean Carl Demant haben sich Einweghandschuhe aus Plastik übergezogen, passend zur Arbeitskleidung ganz in weiß. „Das ist Handwerk“, sagt Anke Fischer und legt an der Raviolimaschine Hand an. Hier die Teigrollen, da die Füllung, das Gerät versetzt die Zutaten in die gewünschte Form. Aufs Rollband plumpsen die essfertigen Ravioli, Füllung: Ricotta-Spinat.

An der Raviolimaschine: Anke Fischer (53) und Jean Carl Demant (51) von „Nudel & Co.“ in Dallgow-Döberitz.

Quelle: Stähle

„Das ist eines unserer Hauptprodukte“, sagen Fischer, 53, und Demant, 51. Die beiden Geschäftspartner verdienen seit 19 Jahren ihr Geld mit einem Gewerbe, das man eher in Italien zu vermuten hat. Sie betreiben in Dallgow-Döberitz (Havelland) eine von außen unscheinbare, aber längst etablierte Nudelmanufaktur. „Nudel & Co.“ heißt die Firma, das Versprechen lautet: hochwertige Zutaten, frische Lebensmittel, von Hand zubereitet. Schmackhaft, aber kostspielig.

Das Kilogramm Ravioli kostet 18,50 Euro auf dem Wochenmarkt. 260 Kilo hat die Manufaktur in dieser Woche produziert, für den Verkauf in Berlin und auch in Potsdam am Nauener Tor. Vielleicht schlägt an diesem Wochenende auch der eine oder andere Neukunde zu – schließlich ist am Sonntag Weltnudeltag.

Aber Fischer und Demant, die beiden Chefs von „Nudel & Co.“, machen sich nicht so viel aus dem Aktionstag, den der Verband der deutschen Getreideverarbeiter und Stärkehersteller ins Leben gerufen hat, um der Branche Aufmerksamkeit zu verschaffen. Mit den Nudeln, die es im Supermarkt zu kaufen gibt, haben die teuren Frischeprodukte aus Dallgow-Döberitz wenig gemein. „Wir leben in einer Nische“, sagt Anke Fischer. „Mit der Industrie können wir nicht konkurrieren.“ Und das wollen sie auch gar nicht.

Tortelacci, wahlweise mit Birne-Ziegenkäse- oder Steinpilzfüllung.

Quelle: Stähle

Seinen Anfang nahm das unternehmerische Erfolgsrezept im Jahr 1996. In einer Wohnung in Berlin-Neukölln produzierten Fischer und Demant damals mit einer Tischmaschine ihre ersten Teigwaren. Sie hatte es aus dem Harz nach Berlin gezogen. Ihn aus Baden-Württemberg, in der Ecke versteht man etwas von Spätzle und Maultaschen. Das nötige Handwerkszeug brachten beide mit, hatten sie sich doch in einer Bäckerei kennengelernt. Sie als gelernte Bäckerin, er als Student, der sich was dazuverdienen wollte. Dass es die Jung-Enterpreneure nach ihrem ersten Nudel-Selbstversuch im vierten Stock eines Neuköllner Altbaus einmal ins Brandenburgische verschlägt und ihr Team auf 20 Beschäftigte anwächst, hätten sich die beiden wohl kaum träumen lassen. Heute lebt Anke Fischer in Falkensee (Havelland), Jean Carl Demant in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark).

Bis es so weit kam, brauchte es seine Zeit. In den ersten drei Jahren war ans Geldverdienen noch nicht zu denken. Das Unternehmen aufzubauen, habe zehn Jahre gedauert, erzählt Anke Fischer. Bis heute sind Vertrieb und Marketing eine mühselige Angelegenheit. Produziert wird genau so viel, wie man glaubt, auf den gut zehn Wochenmärkten an Mann und Frau zu bringen. Jeder Produktionsüberschuss hinterlässt ein Minus in der Kasse. Die Frischnudeln sind nur fünf Tage haltbar.

„Wir haben sehr viele, sehr treue Stammkunden“, sagt Anke Fischer. Menschen, denen es um gute Ernährung gehe und die sich das auch leisten könnten. Aber was macht die handgemachten Nudeln so teuer? Es sind auch die Inhaltsstoffe. Im Gegensatz zur Industrie setzen Fischer und Demant ausschließlich auf Hartweizengrieß, der eigens aus Italien importiert wird. Das soll mehr Bissfestigkeit im Vergleich zu mit Weizenmehl gestreckten Teigwaren garantieren.

Gefragte Handarbeit

Gefragte Handarbeit: Ravioli, die weißen mit Ei, die grünen ohne, zählen für „Nudel & Co.“ zu den meistverkauften Produkten. Gefüllt sind die Teigwaren mit Trüffel-Kartoffel oder Ricotta-Spinat.

Quelle: Julian Stähle

Bleibt die Frage nach dem Verkaufsschlager, den Ravioli. Hat es sich damit nicht längst ausgenudelt? Die vornehmlich aus der Dose vertilgte Teigware hat einen verbesserungswürdigen Ruf. Jean Carl Demant gibt nichts auf dieses Vorurteil. „Die meisten Kunden waren schon einmal in Italien und wissen, was gute Ravioli ausmacht.“ Aus der Dose kommen die jedenfalls nicht.

Deutsche lieben Nudeln

78 Prozent der Deutschen essen mindestens einmal pro Woche Pasta – vier von zehn sogar mehrmals pro Woche oder täglich, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Preissuchmaschine deals.com ergab.

Die beliebtesten Nudelformen sind Spaghetti (77 Prozent), Fusilli/Spirelli (47), Makkaroni (44), Lasagne (41), Spätzle (40) und Tagliatelle/Bandnudeln (38). Erst auf Platz acht folgen Ravioli mit 26 Prozent.

Von Bastian Pauly

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