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Wurst bleibt auf dem Speiseplan

Havelländer wollen trotz Studie nicht verzichten Wurst bleibt auf dem Speiseplan

Tabak, Röntgenstrahlung, Asbest und jetzt Wurst: Vor einigen Wochen wurde der übermäßige Verzehr von verarbeitetem Fleisch als krebserregend eingestuft. Doch beeinflussen solche Meldungen tatsächlich das Essverhalten der Menschen? Die MAZ hat sich in Restaurants im Havelland umgehört und auch nach fleischlosen Alternativen gefragt.

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Die Gäste des Dallgower Restaurants „Carotte“ essen nach wie vor gerne Wurst und Fleisch, weiß Betreiberin Manuela Beck.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Havelland. Tabak, Röntgenstrahlung, Asbest und jetzt Wurst: Vor einigen Wochen hat die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) den übermäßigen Verzehr von verarbeitetem Fleisch als krebserregend eingestuft. Gemeint sind damit alle Produkte, die gepökelt, geräuchert oder anderweitig haltbar gemacht werden. Und auch vor rotem Fleisch, also unter anderem Rind, Schwein und Lamm, warnen die Experten. Der Verzehr dieser Fleischsorten soll zumindest wahrscheinlich krebserregend sein. Doch beeinflussen solche Meldungen tatsächlich das Essverhalten der Menschen? Die MAZ hat sich in Restaurants im Havelland umgehört und auch nach fleischlosen Alternativen gefragt.

Eine eindeutige Meinung hat Rico Sack, Küchenchef im „Nauener Hof“: „Die Leute kommen doch gerade wegen des Fleischs zu uns, vor allem wegen der Schnitzel.“ Ob es die Wurst zum Frühstück oder die Gänsekeule zum Abendbrot ist, die Gäste des Nauener Hofs lassen sich vom Fleischgenuss nicht abbringen. „In der Vergangenheit hat man schon so viel mitgemacht – zum Beispiel die Vogelgrippe. Das Fleischessen aufgeben will trotzdem niemand.“Als vegetarische Alternative bietet Sack seinen Gästen unter anderem eine Kartoffel-Gemüse-Pfanne und verschiedenste Salate an. Im nächsten Jahr möchte er außerdem das Angebot für Veganer erweitern. „Im Moment gibt es zwar eine vegane Kürbissuppe, aber das wird noch ausgebaut.“

Auch im Falkenseer Hotel und Restaurant „Kronprinz“ gibt es schon lange vegetarische Alternativen. „Unsere vegetarischen Gerichte, wie das vegetarische Schnitzel oder die schwäbischen Spätzle, sind sehr gut nachgefragt. Trotzdem ist mir in den vergangenen Wochen nicht aufgefallen, dass die Gäste weniger Fleisch essen, zumindest nicht in meiner Mittagsschicht“, so Hotelfachfrau Andrea Finschow.

Dass das Thema Fleisch die Leute jedoch beschäftigt, weiß Oliver Seidel, Koch in der Falkenseer Neulandfleischerei Bauch. „Es haben natürlich einige Kunden bei uns nachgefragt und wollten über die Studie reden. Am Ende haben sie allerdings trotzdem etwas gekauft.“ Er persönlich glaube jedenfalls nicht daran, dass sich das Krebsrisiko mit einer Ernährungsumstellung auf fleischlosere Kost verringert. „Einige lassen sich vielleicht von der Studie beeindrucken, bei uns hat sich im täglichen Geschäft jedoch nichts verändert.“

Und auch im Restaurant „Carotte“ in Dallgow-Döberitz wird zwar diskutiert, auf Fleisch verzichten, möchte jedoch niemand so recht. „Ich lasse mich von solchen Meldungen nicht beeindrucken und meine Gäste anscheinend auch nicht. Es wird genau so viel Wurst und Fleisch gegessen, wie vor dem Bekanntwerden der Studie“, sagt Betreiberin Manuela Beck, die in ihrem Restaurant einmal in der Woche einen „Veggie-Tag“ einlegt. „Die vegetarischen Gerichte, wie Omelette, Kartoffeltaschen oder Folienkartoffeln sind an diesem Tag im Angebot. Außerdem habe ich oft vegetarische Suppen auf der Wochenkarte.“ Und trotzdem – zum sonntäglichen Brunch-Buffet gehört die Wurstplatte einfach dazu.

Am Kaufverhalten der Kunden verändert hat sich in den vergangenen Wochen auch in der Wachower Fleischerei R. Kowalski nichts. „Es wurde gekauft wie immer. Ein Glück, denn solche Studien sind nicht gut fürs Geschäft“, scherzt Chefin Roswita Scherer.

Von Laura Sander

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