Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Mein erster Fisch

MAZ-Volontärin berichtet von ihrem ersten Angelerlebnis Mein erster Fisch

Die richtige Haltung, der perfekte Wurf und das Fassen eines Fisches: Beim Angeln gibt es eine Menge zu beachten. MAZ-Volontärin Anne-Kathrin Fischer machte den Selbstversuch am Potsdamer Aradosee. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten biss das erste Schuppentier doch noch an.

Aradosee Potsdam 52.3875 13.083056
Google Map of 52.3875,13.083056
Aradosee Potsdam Mehr Infos
Nächster Artikel
Das alte Leben hinter sich gelassen

Gerd Borchert, Vorsitzender beim Kreisanglerverband, erklärt Anne-Kathrin Fischer Kniffe beim Fischefangen.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Maden in einer Mousse au Chocolat-Dose. Ungefähr 300 Stück drängeln sich in der mit Sägespänemehl gefüllten Plastikbox, die Gerd Borchert, Vorsitzender des Kreisanglerverbandes Potsdam/Land, mir in die Hand drückt. Vor Schreck lasse ich sie beinahe fallen. Borchert lacht. Der 55-Jährige angelt seit seiner Kindheit, ich heute zum ersten Mal. Gummistiefel und warme Kleidung hatte er mir am Telefon empfohlen. Dennoch – jetzt, da wir nebeneinander stehen, könnten wir nicht unterschiedlicher aussehen: In meinen bunt-gestreiften Gummistiefeln und der rosa Regenjacke fange ich bereits an zu bibbern. Borchert passt mit seinen tarnfarbenen Stiefeln und der praktischen Hose besser hierher. Ihm genügt ein kurzes Shirt, darüber trägt er eine Multifunktionsweste, in deren Taschen er allerlei Anglerzubehör griffbereit hat.

Die MAZ sucht den Fisch des Jahres 2014. Wer angelt den dicksten Hecht? Wer zieht den größten Wels an Land? Sehen Sie hier imposante Bilder der bisherigen Einsendungen.

Zur Bildergalerie

Der Trick mit der Angelrute
Aus seinem Auto holt er eine Angelrute, die man auf vier Meter ausfahren kann. Ob ich wisse, wie man das rot-grüne Ding, das an der Sehne befestigt ist, nennt? „Na ja, es sieht aus wie eine kleine Boje“, antworte ich. Borchert grinst. „Fast. Das ist die Pose.“ Er erklärt mir, wie man mit zwei verschiedenen Schlaufen die Sehne mit der Pose auf die Rute zieht. „Jetzt machen Sie mal“, fordert er mich auf, drückt mir eine Angelrute und Zubehör in die Hand und guckt gespannt. Ich scheitere schon daran, dass ich nicht weiß, wie man die Rute auszieht. Borchert lacht, erledigt das Aufziehen für mich und gemeinsam gehen wir zum Ufer des Aradosees. In dem kleinen Gewässer direkt hinter dem Verlagsgebäude der MAZ tummeln sich für Angler beliebte Fische wie Plötze, Güster, Blei, Karpfen und Karausche.

Aller Anfang ist schwer
Zunächst muss ich lernen, wie man überhaupt eine Angel hält und gucke erst mal zu. Borchert wirft die Angel, die Pose steht, es dauert keine zwei Sekunden und er zieht einen silber glänzenden Fisch aus dem Aradosee. „Eine Rotfeder“, sagt er, befreit den zappelnden Fisch schnell vom Haken und wirft ihn zurück in den See. „So schwer kann das also nicht sein“, denke ich. Bevor ich jedoch loslegen kann, muss ein neuer Köder an den Angelhaken. Was bei Borchert einfach aussah, endet bei mir mit einer toten, in der Mitte zertrennten Made, die nicht am Haken hält. Na ja, ich habe ja noch 298 andere Maden. Beim zweiten Versuch klappt es besser, auch wenn die Made nicht so schön mittig auf dem Haken hält, wie das bei Borchert der Fall war.

Die nächste Herausforderung: der richtige Wurf. Ich soll die Rute möglichst am hinteren Ende locker halten, zum Werfen nur das Handgelenk bewegen. Locker ist das genaue Gegenteil von dem, was ich gerade bin. Als ich „nur“ das Handgelenk bewegen will, bewegt sich mein ganzer Oberkörper – mit dem Ergebnis, dass die Angelsehne hoch in einem Baum und nicht im Wasser landet. Weitere Anläufe folgen, das mit dem lockeren Wurf will nicht gelingen.

„Der Knicks ist nicht nötig“, kommentiert Borchert meine unnatürliche Haltung. Irgendwann schaffe ich aber einen halbwegs vernünftigen Wurf, wenn auch nicht ganz so weit wie mein Begleiter. Die Pose schwimmt im Wasser, ich warte. Minutenlang. Nichts passiert. „Jetzt“, ruft Borchert, als sich die Pose meines Erachtens keinen Millimeter bewegt hat. Ich ziehe, und der Fisch ist schon längst von dannen. Das hätte schneller gehen müssen, erläutert Borchert. Es sei aber eine Sache der Übung, tröstet er mich.

Der Kampf mit dem Fisch

Der gefangene Ukelei war nur wenige Zentimeter groß.

Quelle: Julian Stähle

Er wirft ein wenig Trockenfutter ins Wasser, um die Tiere anzulocken. Ich starre die Pose so aufmerksam an, dass ich Kopfschmerzen bekomme. Unterdessen frage ich Borchert, ob es für den Fisch nicht schmerzhaft ist, wenn man ihm einen Haken aus dem Maul zieht. „Das ist nur ein kleiner Pikser“, meint er. Dann bewegt sich meine Pose erneut, ich reiße die Angelrute ruckartig hoch – ein Fisch! Ich bin so aufgeregt, dass ich die Rute beinahe fallen lasse. Es gelingt mir nicht, an die Sehne mit dem zappelnden Fisch zu kommen, dem Kleinen gelingt es aber, sich vom Haken zu befreien. Ich versuche verzweifelt, den nur wenige Zentimeter großen Fisch aufzuheben, der so schleimig ist, dass er mir ständig aus der Hand gleitet und mich außerdem mit seinem Rumgezappel verschreckt. „Ein Ukelei“, kommentiert der Kenner neben mir, als ich den Fisch endlich zu fassen bekomme und stolz in die Höhe halte. „Wie lange überlebt er es jetzt an Land?“, frage ich Borchert. „Wenn Sie ihn weiterhin so fest drücken, vermutlich nicht lange“, erwidert er und lacht. Schnell lasse ich mein kleines Schuppentier wieder in den See.

Nach einer Stunde klappt es mit dem Werfen schon besser, ich bekomme Gefallen an der Sache, würde gerne noch mehr Fische fangen. Aber die Zeit ist rum. Der eigenartige Geruch des Ukeleis bleibt mir an den Händen aber noch den ganzen Tag erhalten.

Nicht jeder Fisch darf in die Pfanne

  • In Brandenburg ist es seit 2006 möglich, ohne Fischereischein mit der sogenannten Friedfischangel Fische mit unbezahnten Kiefern zu angeln. Mindestalter: acht Jahre.
  • 12 Euro (2,50 für Kinder) kostet die  Fischereiabgabe im Land Brandenburg. Sie ist in jedem Angelgeschäft erhältlich. Außerdem benötigt man eine Angelkarte für das jeweilige Gewässer. Bei der Mitgliedschaft in einem Verein entfällt diese Karte.
  • Viele Fische unterliegen gesetzlichen  Schutzmaßnahmen . Sie haben bestimmte Schonzeiten und müssen ein Mindestmaß beim Fang erfüllen. Anderenfalls muss der gefangene Fisch zurück ins Gewässer gesetzt werden.

MAZ-Aktion: Fisch des Jahres

  • "Fisch des Jahres 2014“ ist eine Gemeinschaftsaktion der Märkischen Allgemeinen, des Landesanglerverbands und des Angelfachgeschäfts Angeljoe in Potsdam, Neuruppin und Berlin.
  • Es geht um die längsten gefangenen Fische in den Kategorien von Aal bis Zander. Dabei gibt es eine Sonderkategorie: deutsche Ostsee und Boddengewässer.
  • Die von dort gemeldeten Fische müssen von Brandenburger Anglern gefangen worden sein. Bitte beachten Sie die bestehenden Schonzeiten. Fänge möglichst aktuell melden, so können wir unser monatliches Ranking erstellen.
  • Die Gewinner können sich auf attraktive Preise und ein Grillfest mit Angeln im nächsten Frühjahr freuen. Außerdem verlosen wir unter allen Teilnehmern Gutscheine für hochwertige Angelausrüstungen.
  • Gewertet werden Fänge bis zum 31. Dezember 2014. Wer teilnehmen möchte, sollte Name, Adresse, Telefonnummer, Fischart, Länge, Gewicht, Fangdatum und -ort sowie den Namen eines Zeugen einsenden. Erforderlich ist ein Foto mit Zollstock neben dem Fisch. Gewertet werden Fische aus Brandenburger Gewässern.
  • Senden Sie Ihre Fotos bitte an eine der folgenden drei Adressen:

- MAZ – „Fisch des Jahres“, Friedrich-Engels-Straße 24, 14473 Potsdam oder fischdesjahres@MAZ-online.de

- Landesanglerverband, Zum Elsbruch 1, 14558 Nuthetal

- Angeljoe, Bütower Weg 1–4, 16816 Neuruppin oder Gerlachstraße 10, 14480 Potsdam, info@angeljoe.de

Die bisherigen Topfänge

Fischart         Gewicht   Länge    Fänger                   Datum     Fangort
Aal               1,76        98,5      Thomas Ohnesorge  10.09.      Haaksche Grube
Aland            1,2         45        Uwe Nolle               27.03.      Schwarze Elster
Barbe           3,85        76         Ronny Stein           05.04.      Neiße
Barsch          1,25        45        Thomas Siebert       09.09.    Kiesgrube Marienw.
Blei              1,8          54        Angelique Frank        22.05.    Nuthe
Döbel           2,14         56        Hans-Jörtg Gölsdorf  30.09.     Kremitz
Giebel          2,27         47        Michael Trinkler        22.06.   Erdlöcher Schmergow
Graskarpfen  21,42       112      Lutz Lauck               03.06.   Tongrube Garlin
Hecht          12,15       119       Mathias Feldmann     09.06.    Talsperre Spremberg
Karausche    0,8           37        Horst Tiede              03.06.   Tongrube Bralitz
Karpfen        9,3           83        Lutz Raffelsiepen      08.06.    Scharmützelsee
Plötze          1,7           52        Angelina Rautenberg  17.05.    Kiesgruben Nudow
Quappe        2,42          67       Marcel Hetsch          02.01.    Oder
Rotfeder       2,3           54        Andreas Rautenberg   14.07.   Kiesgrube Nudow
Schleie         3,3           63       Andreas Rautenberg   15.08.   Kiesgrube Nudow
Wels            33,5         170      Ralf Geedicke            12.04.   Storkower Kanal
Zander         6,88         98        Michael Enger           26.08.   Havel

Von Anne-Kathrin Fischer

Alle Infos rund um die Aktion "Fisch des Jahres"

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Fisch des Jahres
Das Fisch ABC

Von "A" wie Anglerlatein bis "Z" wie Zander: Sehen Sie in unserer Bildergalerie alle wichtigen Fakten rund um das Thema Fisch. Wir verraten Ihnen, was es mit Y-Gräten auf sich hat, in welchen Märchen Fische eine Rolle spielen und warum Fische in Sachen Körpergeruch ein Imageproblem haben.

Sechs angesagte Angelseen in Brandenburg

Sie wollen einen tollen Fang machen, aber wissen nicht wo die dicksten Fische schwimmen? Kein Wunder, denn im Land Brandenburg gibt es einige Gewässer. Klicken Sie sich durch die sechs schönsten märkischen Seen in unserer Bildergalerie.

Mein lieber Hecht!

Egal wie gewaltig es an der Angel ruckelt, diese Männer und Frauen blieben cool: Sehen Sie in unserer Bildergalerie, welche famosen Fänge Angler in den vergangenen Jahren aus dem Gewässer gezogen haben. Wir zeigen Ihnen Brandenburgs Angelkönige und -königinnen und die dicksten und kuriosesten Fische.

Die märkischen Anglerkönige 2013

Die MAZ zeigt die Fische – und die Angler – des Jahres 2013. Auszeichnungen gibt es in 13 Kategorien von Aal bis Zander.