Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Kredit für Garnisonkirche endgültig abgesegnet

3 Millionen Euro von der Evangelischen Kirche Brandenburg Kredit für Garnisonkirche endgültig abgesegnet

Für den Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam ist es eine wichtige und zukunftsweisende Entscheidung: die Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg hat am Sonnabend einen Kredit für das Projekt beschlossen. Potsdams Oberbürgermeister begrüßt das Votum, das an eine Bedingung geknüpft ist.

Voriger Artikel
Garnisonkirche: Warnung vor „Millionengrab“
Nächster Artikel
Garnisonkirchen-Gegner bleiben kritisch

Der Wiederaufbau der Garnisonkirche ist umstritten.

Quelle: Gartenschläger

Berlin. Die evangelische Landeskirche unterstützt den Wiederaufbau des Turms der Potsdamer Garnisonkirche mit einem Darlehen von 3,25 Millionen Euro. Das beschloss die Synode am Samstag in Berlin. Voraussetzung für das zinslose Darlehen sei, dass die Finanzierung des ersten Bauabschnitts in Höhe von 26,1 Millionen Euro gesichert sei, heißt es in der Vorlage. Die Garnisonkirche war zu DDR-Zeiten gesprengt worden. Die Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) bezieht sich explizit auf den Wiederaufbau des Turms, sie erwähnt in ihrem Beschluss nicht eine mögliche Rekonstruktion des Kirchenschiffs.

Oberbürgermeister freut sich über Entscheidung der Landeskirche

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs hat die Entscheidung der EKBO am Sonnabend begrüßt. „Ich freue mich über das klare Votum zur Unterstützung des Wiederaufbaus. Der Beschluss ist ein wichtiger Schritt, um das Projekt entscheidend voranzubringen. Ein Baustart rückt damit in greifbare Nähe“, sagte Jakobs, der die Landeshauptstadt Potsdam im Kuratorium der Stiftung Garnisonkirche vertritt. Jakobs ist überzeugt davon, dass das Votum der Landeskirche ein wichtiger Anstoß für weitere Unterstützer sein kann, sich für den Wiederaufbau der Garnisonkirche zu engagieren.

Linke kritisiert Entscheidung

Sascha Krämer, Kreisvorsitzender der Linken in Potsdam, kritisiert die Kreditvergabe. Für ihn stelle sich die Frage, ob man mit dem Geld nicht andere Projekte hätte fördern können. Auch einen Seitenhieb auf die Entwicklung der Potsdamer Stadtmitte konnte er sich nicht verkneifen. Wenn es ums Rekonstruieren gehe, finde sich bestimmt auch ein Sponsor, der das Rechenzentrum saniert. Das Rechenzentrum liegt direkt hinter der Stelle, an der der Turm der Garnisonkirche aufgebaut werden soll. „Damit bekäme der Turm sein modernes Schiff und Potsdam ein interessantes und spannungsreiches Ensemble“, sagte er.

Mit 66 zu 33 Stimmen bei sechs Enthaltungen stimmten die Synodalen mit deutlicher Mehrheit für den Kredit. Am Freitag war bekannt geworden, dass auch die Evangelische Kirche Deutschland (EKD) sich am Wiederaufbau der Kirche beteiligt. Irmgard Schwaetzer hat in ihrer Funktion als Präses der Synode der EKD ein Darlehen von 1,5 Millionen Euro für die Stiftung zum Wiederaufbau der Garnisonkirche zugesagt.

Insgesamt stehen Kirchenmittel von 5 Millionen Euro zur Verfügung

Zusammen mit dem anvisierten Darlehen der EKD stünden dann knapp fünf Millionen Euro aus Kirchenmitteln für den Turm-Bau zur Verfügung. Dem Vernehmen nach soll zusätzlich – neben EKD und Landeskirche – nun auch der Kirchenkreis Potsdam mit ins Boot geholt werden und ebenfalls mit einer Geldsumme in das Projekt eingebunden werden. Damit wären dann alle drei kirchlichen „Player“ beteiligt.

Scharfer Protest kommt von Potsdamer Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative „Potsdam ohne Garnisonkirche“ protestierte am Rande der Synodentagung mit einem Infostand gegen das Bauvorhaben. In Flugblättern, die an die Synodalen verteilt wurden, hieß es unter anderem, mit dem geplanten Darlehen ignoriere die Kirche den „seit Jahrzehnten andauernden vielfältigen Widerstand der Potsdamer Zivilgesellschaft gegen die Garnisonkirche“.

Von Julia Kilian, MAZonline

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wiederaufbau der Garnisonkirche
Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche

Potsdam hat den Wiederaufbau der in der DDR als Kriegsruine gesprengten Garnisonkirche genehmigt. Schon 2017 soll die Replik des prägnanten Barockturms mit einer spektakulären Aussichtsplattform eingeweiht werden.

Soll die Garnisonkirche umbenannt werden?