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Brandenburger vier Wochen im Jahr krank

Studie zu Fehlzeiten im Job Brandenburger vier Wochen im Jahr krank

Die Brandenburger sind von allen Bundesbürgern am längsten krank: 4 Wochen sind sie im Schnitt pro Jahr krankgeschrieben, das sind 19 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Hauptursachen: Der Rücken und psychische Störungen wegen Stress im Job. Besonders betroffen: Busfahrer und Callcenter-Mitarbeiter.

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Die meisten Brandenburger fehlen im Job wegen Rückenleiden.

Quelle: Monique Wüstenhagen

Potsdam. Die Zahlen stammen aus dem Gesundheitsreport der Krankenkasse Barmer GEK, die in Brandenburg rund 430 000 Versicherte betreut. Besonders oft dienstunfähig sind Bus- und Tramfahrer, Objektschützer, Reinigungsfachkräfte und Mitarbeiter in Callcentern. Sie fehlen fast fünf Wochen im Jahr.

„Diese Entwicklung ist besorgniserregend“, sagt Gabriela Leyh, Geschäftsführerin der Krankenkasse Barmer GEK Berlin-Brandenburg. „Arbeitskräfte in Brandenburg sind zunehmend einer hohen Belastung ausgesetzt.“ Die Situation gleiche einem Teufelskreis: Durch die langen Fehlzeiten werden die gesunden Kollegen stärker gefordert, die die Arbeit mit erledigen müssen. Das kann wiederum zur Überlastung und einem Anstieg psychischer Erkrankungen führen.

Überdurchschnittlich oft krank

20,4 Tage fehlten die Brandenburger im vergangenen Jahr im Schnitt am Arbeitsplatz wegen einer Krankschreibung. Damit liegen die Fehlzeiten 19 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Die gesündesten Brandenburger mit den wenigsten Fehltagen wohnen demnach in Potsdam, Brandenburg/Havel, Spree-Neiße und der Uckermark.

Die kränksten Märker gibt es dagegen in den Kreisen Oberspreewald-Lausitz, Märkisch-Oderland und im Barnim.

Für die Studie der Krankenkasse Barmer GEK wurden die Daten von 195.000 Brandenburgern ausgewertet. Das entspricht einem Anteil von etwa einem Viertel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Die Situation wird sich in den kommenden Jahren wegen des demografischen Wandels noch verschärfen, befürchtet Leyh. Die Zahl der Märker im Arbeitsalter (20 bis 65 Jahre) liegt heute bei 60,7 Prozent, im Jahr 2030 nur noch bei 50,6 Prozent. „Die Betriebe müssen sich auf diese Situation einstellen“, forderte Leyh. Aber die Resonanz ist noch überschaubar. 41 Prozent der von der Kasse befragten Firmen haben nach eigenen Aussagen erkannt, dass Gesundheitsmanagement ein Thema ist, halten aber den Kampf gegen fehlende Fachkräfte für deutlich dringlicher. 29 Prozent haben nach eigenen Angaben eigene Programme oder Angebote für die Mitarbeitergesundheit.

Auch eine Studie der Gewerkschaft Verdi bestätigt das Problem. Mehr als zwei Drittel der befragten Arbeitnehmer in Brandenburg sehen sich demnach großem beruflichen Stress ausgesetzt. Deutlich überfordert fühlen sich allerdings nur 22 Prozent. Für 28 Prozent ist dies kein großes Thema.

Fast ein Viertel der Diagnosen betreffen das Muskel-Skelett-System, also zum Beispiel Rückenbeschwerden aller Art. Psychische Störungen wie Depressionen oder Burn-out machen fast 17 Prozent der Krankschreibungen aus, es folgen mit jeweils rund 13 Prozent Verletzungen sowie Atemwegserkrankungen – also etwa Erkältungen oder Grippe.

Von Torsten Gellner

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