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Brandenburgs Ärzte raten: Grippeschutz jetzt!

Impfung für den Winter Brandenburgs Ärzte raten: Grippeschutz jetzt!

Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr Menschen an der Grippe als im Straßenverkehr. Die Symptome sind gravierend: hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, trockener Husten. Brandenburgs Kassenärzte raten deshalb zur Schutzimpfung - am besten noch im Oktober.

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Medikamente unterstützen die Heilung.

Quelle: dpa

Potsdam. Hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, trockener Husten: Eine Grippe wirft die Betroffenen aus der Bahn, die Influenza-Viren greifen Herz und andere Organe an und können sogar lebensbedrohlich sein. Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) rät daher zur Schutzimpfung.

Oktober der beste Impfmonat

"Der beste Monat für eine Grippeschutzimpfung ist der Oktober", sagt Marianna Kaiser, beratende Apothekerin der KVBB. Dafür gibt es laut Kaiser zwei Gründe. Zum einen reiche der Grippeschutz etwa ein halbes Jahr, also bis zum Ende der Grippesaison im März/ April des Folgejahres. "Zudem muss man gesund sein bei der Impfung, und im Oktober ist die Zal der Erkältungskrankheiten noch relativ gering", so Kaiser.

Wer sollte sich impfen lassen?

Dringend empfohlen wird der Grippeschutz für Menschen über 60 Jahren, für chronisch Kranke, für Schwangere, für Bewohner und Personal von Alten- und Pflegeheimen, für medizinisches Personal und für all jene, die viel Kontakt zu Menschen haben.

So kommen Sie ohne Grippe durch den Winter

  • RKI und KVBB empfehlen, sich im Oktober oder November gegen Grippe impfen zu lassen. Dies gewährt jedoch keinen 100-prozentigen Grippeschutz.
  • Halten Sie Abstand zu Menschen mit grippeähnlichen Symptomen, besonders zu Menschen mit Atemwegserkrankungen.
  • Waschen Sie regelmäßig und gründlich die Hände.
  • Stärken Sie Ihr Immunsystem - mit ausreichend Schlaf, viel Bewegung an frischer Luft, ausgewogener, vitaminreicher Ernährung.

Termin beim Hausarzt holen

Wer sich für eine Schutzimpfung entschieden hat, holt sich einen Termin bei seinem Hausarzt. Weil es sich um eine sogenannte KV-Leistung handelt, werden die Kosten von den Krankenkassen in der Regel übernommen, so die KVBB-Expertin. Wer ganz sicher sein will, fragt zuvor seinen Hausarzt.

Genug Impfstoff in Brandenburg

Andes als bei anderen Impfstoffen steht nach Auskunft des Apothekerverbandes Brandenburg genug Impfstoff für den Influenza-Schutz zur Verfügung. Gängige Impfstoffe sind zum Beispiel Afluria und Xanaflu. Es gebe aber viele weitere wirkungsvolle Mittel, auf die die brandenburgischen Apotheker und Ärzte zurückgreifen können, so KVBB-Expertin Marianna Kaiser.

Wer entscheidet über den Impfstoff?

Denn anders als in den meisten Bundesländern haben die Ärzte in Brandenburg die Wahl. Die Krankenkassenverbände und der Apothekerverband einigen sich jedes Jahr gemeinsam darauf, wie viel höchstens ein Grippeimpfstoff kosten darf. Die Apotheken und Ärzte entscheiden dann selbst, welchen der vielen möglichen Imfpstoffe sie einkaufen bzw. verwenden. Das hat laut Marianna Kaiser zwei
Vorteile: Die Ärzte und Apotheker haben ein Mitspracherecht, und man ist nicht von einem einzelnen Anbieter und eventuellen Lieferschwierigkeiten abhängig. In den anderen Bundesländern bestimmen allein die Krankenkassenverbände und legen einen Impfstoff fest, meist den billigsten.

Für und Wider zur Grippeschutzimpfung

Schutzimpfungen sind jedoch nicht unumstritten. Kritiker wie zum Beispiel von der Kampagne " Impfen? Nein, danke!" monieren, dass gerade eine Grippeschutzimpfung keinen 100-prozentigen Schutz gewährleistet und dass man bei Impfungen auch Giftstoffe wie Quecksilber, Formaldehyd und Aluminium gespritzt bekommt. Beiden Argumenten stimmt das Robert-Koch-Institut zu - mit einem großen Aber: Mit einer Impfung sinke das Risiko einer Erkrankung deutlich, und die Chemikalien sind in äußerst geringer Konzentration im Impfstoff enthalten, so das RKI.

20 Einwände der Impfgegner und Antworten des Robert-Koch-Instituts >

Laut KVBB-Expertin Marianna Kaiser enthalten viele der heutigen Grippeschutzmittel kein Aluminium mehr. Einziger Begleitstoff sei Hühnereiweiß, das aber nur in minimaler und damit unbedenklicher Dosis vorkomme. Für Hühnereiweiß-Allergiker gebe es zudem Alternativen, so Kaiser.

Auf andere Einwände der Impfgegner geht das Robert-Koch-Institut bisher nicht ein, etwa dass Geimpfte ein höheres Risiko hätten, an anderen Infekten zu erkranken. Impfgegner glauben auch, dass eine Grippeschutzimpfung wirkungslos ist. Dem widerspricht Marianna Kaiser: "Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto weniger kann eine Infektion Fuß fassen", ist die KVBB-Expertin überzeugt.

Im vergangenen Jahr haben sich in Brandenburg laut Kassenärztlicher Vereinigung rund 606.000 Menschen gegen Grippe impfen lassen, das sind etwa 25 Prozent der Bevölkerung. Wünschenswert wäre laut Kaiser ein Impfstand von 70 Prozent. So empfiehlt es die Weltgesundheitsorgansiation (WHO).

Grippe

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Schwere Grippewelle im vergangenen Winter

Im vergangenen Winter - die Grippesaison läuft von der 40. Kalenderwoche bis zur 15. Kalenderwoche des Folgejahres - war Brandenburg von einer regelrechten Grippewelle erfasst worden. Es gab nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Potsdam 2796 labordiagnostisch nachgewiesene Fälle von Influenza, ein Brandenburger starb sogar. Zum Vergleich: Im Winter 2013/14 waren es lediglich 194 Fälle. Da es nicht zu jedem Kranken eine Labordiagnostik gibt, geht das Ministerium von weit mehr tatsächlichen Grippefällen aus.

Bundesweit sterben pro Jahr durchschnittlich 8000 bis 11.000 Menschen an Grippe - doppelt so viele wie bei Verkehrsunfällen.

Grippeimpfstoff wird jedes Jahr angepasst

Jedes Jahr werden die Grippe-Impfstoffe an die aktuell grassierenden Influenza-Viren angepasst. Sie wirken gegen die Virenstämme, die höchstwahrscheinlich im kommenden Winter vor allem für  Grippeerkrankungen verantwortlich sein werden. Grundlage sind die Erkenntnisse der weltweiten Influenza-Überwachung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Mehr Infos zur Grippe beim Robert-Koch-Institut >

Von MAZonline

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