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Brück: Kunst statt Zigaretten

Automat spuckt Künstlerwerke aus Brück: Kunst statt Zigaretten

Der erste aktive Kunstautomat des Flämings ist jetzt am Kultur- und Seminarhaus „Alte Brücker Post“ montiert worden. Initiator der landesweiten Aktion ist Lars Kaiser, Inhaber einer Kunstagentur aus Potsdam. Demnächst soll der Automat auch mit Miniatur-Kunstwerken regionaler Künstler bestückt werden.

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Andreas Petzke (li.) und Lars Kaiser haben jetzt auch in Brück einen Kunstautomaten montiert.

Quelle: privat

Brück. Geld rein, Kunst raus. Was bisher für Zigarettenschachteln, Bonbondosen oder auch Kondompäckchen funktioniert hatte, bekommt mit einer Idee von Lars Kaiser einen neuen Sinn. Er baut ausgediente Automaten um. Die sodann bunt gestalteten Kästen bestückt er mit Miniaturarbeiten diverser Künstler. Nutzer erhalten aus dem Automaten neben Bildern, Drucken, Zeichnungen sowie Lyrik und Prosa zudem einen kleinen Beipackzettel mit Informationen über den jeweiligen Künstler.

Im Kultur- und Seminarhaus „Alte Brücker Post“ hat der Potsdamer Inhaber einer Kunstagentur nun den nach seinen Angaben ersten Kunstautomaten des Flämings montiert und in Betrieb gesetzt. So ganz neu ist die Idee in der Fläming-Region freilich nicht. Schon zu Silvester 2009 ging am Gutshof in Klein Glien ein solcher Automat in Betrieb. Heute ist der bunte Kasten allerdings ebenso verwaist wie der Hof selbst.

Große Fußtapsen leiten Neugierige

Das freilich wünscht sich Ricarda Müller, die Leiterin des Brücker Seminarhauses, nicht. Dort ist der Kunstautomat an der Seite bei der Gesundheits- und Pädagogischen Bibliothek angebracht. Große Fußtapsen auf dem Boden leiten Neugierige direkt bis zum Kunstkasten. „Kunst und Bildung gehören zusammen“, sagt Ricarda Müller. „Die kleinen Kunstwerke sind richtige Sammlerobjekte geworden“, so die Betreiberin des Hauses: „Wir sind überzeugt, dass der Automat schnell wieder befüllt werden muss.“

Wer vier Euro in den Geldschlitz versenkt, erhält kurz darauf eine kleine Kunst-Box aus dem Depot. Demnächst soll der Automat auch mit Miniatur-Kunstwerken regionaler Künstler bestückt werden. Zudem ist bereits eine Extra-Rubrik „Regional-Kunst-Fläming“ in der landesweiten Aktion von Lars Kaiser im Gespräch. „Je nachdem, wie viele Künstler mitmachen und wie viele kleine Kunstwerke gezogen werden“, sagt Ricarda Müller.

Wiesenburger Künstlerin ist die Erste

Frieda Knie aus Wiesenburg ist die erste Künstlerin, die mitmacht. Sie sendet ein kleines Druckkunstwerk samt ihrer kurzen Vita an Lars Kaiser. Seine Agentur setzt die Arbeit dann in das für den Automaten nötige Format um und sendt es der Künstlerin zurück. Ist alles korrekt, verteilen die Akteure vom Projekt „Kunstautomaten“ die „Frieda-Kunst-Boxen“ mit Kunstwerk und Vita in den Automaten.

Seit 2007 vertreibt der Potsdamer solche Kästen. Damals hatte er noch eine Galerie in Berlin. „Ich war immer wieder danach gefragt worden, ob ich nicht kleine Dinge im Angebot hätte“, erinnert er sich. Als er dann in Amsterdam die dortigen Blumenautomaten sah, kam er auf die Idee, solche Geräte mit Kunst zu bestücken. Etwa 200 seiner Atomaten hat er inzwischen deutschlandweit aufgestellt. Sein Halberstädter Partner Andreas Petzke besorgt die ausrangierten Automaten, Kaiser kümmert sich um das Innenleben.

Kontakte hat der 40-Jährige, der in Potsdam eine Kunstagentur betreibt, genug. „Die Zigarettenschachtel wird zum Kunstraum“, erklärt er. Denn in diesem Format bewegen sich die Päckchen, die von den Künstlern gefüllt werden.

Von Thomas Wachs

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