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„Nur jedes dritte Kind kann sicher schwimmen“

DLRG besucht Kitas und Schulen „Nur jedes dritte Kind kann sicher schwimmen“

Viele Kinder können nicht schwimmen – deswegen besucht der DLRG regelmäßig Schulen und Kitas um Kindern die Angst vor dem Wasser zu nehmen. Die MAZ hat sich mit einer DLRG-Mitarbeiter über richtigen Schwimmunterricht unterhalten und darüber, über welche Gefahren im Winter aufgeklärt werden muss.

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Ivonne Hofmeister erklärt ihrer „Seepferdchen“-Gruppe die wichtigen Eisregeln.

Quelle: Marienbad

Brandenburg an der Havel. Der Winter hält Einzug und bringt nicht nur Schnee und glatte Straßen, sondern auch zugefrorene Bäche und Seen. Die sind gerade für Kinder oftmals verlockend: Unbedarft versuchen sie sich auf den brüchigen Eisflächen als Schlittschuhläufer und begeben sich in große Gefahr. Über die Risiken im und am Wasser klärt seit Ende Oktober die Kindergartenteamerin des Brandenburger Stadtverbandes der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) auf. Im Gespräch mit der MAZ erklärt Ivonne Hofmeister, warum Aufklärungsarbeit schon bei den Kleinsten beginnen muss, wie ihre Besuche in Kitas und Schulen ablaufen und wie man sich am gefrorenen See richtig verhält.

MAZ: Frau Hofmeister, ihr Besuch in den Kitas oder Schulen dauert rund zwei Stunden. Was erwartet die Kinder in dieser Zeit?

Ivonne Hofmeister: Wir kommen immer zu zweit und bringen unser Maskottchen Nobbi – eine blaue Robbe – mit. Zuerst stellen wir die DLRG und unsere Arbeit vor, dann sollen die Kinder möglichst spielerisch das richtige Verhalten am und im Wasser lernen. Im Sommer geht es außerdem um den richtigen Sonnenschutz, jetzt im Winter liegt der Fokus auf unseren Eisregeln, also dem Verhalten am gefrorenen See. Studien haben gezeigt, dass nur jedes dritte Kind sicher schwimmen kann – ein Seepferdchen haben zwar viele, aber das heißt nicht, dass man dann sicher schwimmen kann. Da muss man dranbleiben.

Warum ist es so wichtig, bereits bei Kindergartenkindern mit der Aufklärung anzufangen?

Hofmeister: Damit kann man einfach nicht früh genug anfangen! Auch die Kleinsten müssen wissen, wie sie sich im Notfall verhalten sollen, wo sie Hilfe holen können und dass sie nicht einfach ans Wasser gehen, wenn jemand eingebrochen ist.

Welche Rolle spielen die Eltern in diesem Zusammenhang?

Hofmeister: Die müssen natürlich mitziehen. Wir geben den Kindern am Ende unseres Besuchs immer ein Malbuch mit, in dem die Eis- und Baderegeln noch mal aufgezeigt werden. Es ist wichtig, dass die Eltern dann mit ihren Sprösslingen noch mal durchsprechen, was sie bei unsrem Besuch gelernt haben. So festigen sich die Regeln auch besser.

Wie gut informiert sind die Kinder Ihrer Erfahrung nach?

Hofmeister: Die meisten wissen noch nicht richtig Bescheid. Wenn man beispielsweise nach Baderegeln fragt, sagen zwar viele, dass man nicht mit vollem Magen ins Wasser gehen soll, aber die wichtigen Sachen sitzen noch nicht.

Was sind denn diese wichtigen Sachen?

Hofmeister: Im Sommer vor allem, dass man sich abkühlen muss, bevor man ins Wasser geht, dass man nur bis zum Bauchnabel geht, wenn man noch nicht schwimmen kann und dass man nicht in unbekannte Gewässer gehen sollte.

Und die Eisregeln für den Winter, wie sieht’s damit aus?

Hofmeister: Wenn jemand eingebrochen ist, sollten die Kinder auf keinen Fall hinterher laufen, sondern sofort Hilfe holen. Und dann natürlich in sicherem Abstand bleiben und mit demjenigen sprechen, ihm die Angst nehmen. Am schlimmsten ist, wenn jemand panisch wird und unter der Eisdecke verschwindet.

Sie sind jetzt seit gut einem Monat in den Kitas und Schulen unterwegs – wie ist die Resonanz bisher?

Hofmeister: Das Angebot wird sehr gut angenommen, das freut uns natürlich. Schließlich hat man anfangs immer Bedenken, wie ein neues Angebot ankommt. Da wir alle ehrenamtlich arbeiten, können wir jede Woche nur begrenzt Termine anbieten – deshalb suchen wir auch immer nach neuen Mitgliedern, die uns in unserer Arbeit unterstützen.

Info: Ivonne Hofmeister ist 32 Jahre alt und kommt aus Brandenburg/Havel. Seit 15 Jahren arbeitet sie mehrere Stunden in der Woche ehrenamtlich als Geschäftsführerin des DLRG-Stadtverbandes in Brandenburg. Hauptberuflich ist Ivonne Hofmeister Zustellerin bei der Post. Zur DLRG kam sie eher durch Zufall, wie sie selbst sagt: „Eigentlich wollte ich nur meinen Rettungsschwimmer machen, dann bin ich gleich geblieben.“

Kitas und Schulen , die sich für einen Besuch der Kindergartenteamerin interessieren, können sich für die Terminvereinbarung direkt an Ivonne Hofmeister wenden. Sie ist telefonisch erreichbar unter 0171-3 17 96 02 oder per Mail an gs@sv-brandenburg.dlrg.de. Auch wer sich ehrenamtlich bei der DLRG engagieren will, kann sich über die genannten Kontaktdaten melden. Mitglied werden kann jeder, der mindestens 16 Jahre alt ist.

 

Von Josephine Mühln

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