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Das Schweigen muss gebrochen werden

Plakataktion gegen Gewalt an Frauen Das Schweigen muss gebrochen werden

Egal, ob jung oder alt, ob Hausfrau oder Akademikerin – noch immer müssen viele Frauen Gewalt ertragen. Gegen körperliche oder psychische Angriffe kann sich nicht jede allein wehren, deshalb gibt es Menschen, die helfen und auf das Problem aufmerksam machen. Zum Beispiel mit einer Plakataktion in Potsdam-Mittelmark, die am Mittwoch gestartet ist.

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Kleinmachnow beim Aktionsstart: Vizelandrat Christian Stein, Martha Woschke (Potsdamer Frauenhaus), Lydia Sandrock, Leiterin der Beratungsstelle, Mittelmarks Gleichstellungsbeauftragte Theresa Arens, BVSG-Geschäftsführer René Poleske und Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (v.l.).

Quelle: C. Krause

Kleinmachnow. Frauen im Landkreis Potsdam-Mittelmark sind nicht weniger von Gewalt betroffen als andere. Aber sie haben es oft noch schwerer, in ihrer Notlage eine Beratungsstelle aufzusuchen. „Bei manchen scheitert es ja schon an der Busverbindung“, weiß Lydia Sandrock, die seit zehn Jahren die Frauenberatungsstelle des Autonomen Frauenzentrums in Potsdam leitet. Die Diplompsychologin berät inzwischen „viermal so viele Frauen im Jahr“ wie zu Beginn ihrer Tätigkeit. Immer noch ist es die einzige Beratungsstelle ihrer Art im Land Brandenburg.

Angesichts der beiden überfüllten Frauenhäuser in Potsdam und Brandenburg/Havel und des steigenden Beratungsbedarf könnte sich der Landkreis Potsdam-Mittelmark eine Unterstützung für eine weitere Stelle in der Frauenberatung vorstellen. Das sagte Vizelandrat Christian Stein (CDU) am Mittwoch in Kleinmachnow. Dort startete aus Anlass des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen die Plakat- Gemeinschaftsaktion „Wir brechen das Schweigen“ von Landkreis, Beelitzer Verkehrs- und Servicegesellschaft mbH (BVSG) und der Gemeinde Kleinmachnow. In 40 BVSG-Bussen in Werder, Beelitz, Potsdam und in der Region Teltow hängen Plakate mit der Nummer des bundesweiten Hilfetelefons, von dem man an die regionalen Helfer verbunden wird. Fünf Busse tragen quer übers Heck eine deutliche Aktionswerbung. Zusätzlich erhöhen im Ballungsraum Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf noch 60 Seitenscheibenplakate mit einer Frau in Rot auf dem Sofa die Aufmerksamkeit für das Problem.

Plakat im BVSG-Bus mit der Nummer des  Hilfetelefons für Frauen, Angehörige, Freunde, Nachbarn und Kollegen

Plakat im BVSG-Bus mit der Nummer des Hilfetelefons für Frauen, Angehörige, Freunde, Nachbarn und Kollegen.

Quelle: C. Krause

Wer sich anderweitig nicht traut, notiert sich bei der Busfahrt einfach die Hotline, um selbst oder für eine betroffene Frau im Familien-, Freundes- oder Kollegenkreis anzurufen. Besonders das Umfeld von Frauen sollte aufmerksamer und hilfsbereiter sein, wünscht sich Lydia Sandrock. Denn die gepeinigte Frau selbst habe oft am wenigstens Kraft und Mut, Hilfe zu suchen. Allein in diesem Jahr habe sie bereits „über 60 Anrufe aus dem Umfeld“ erhalten, sagte die Psychologin. Zum Beispiel von einem 17-Jährigen, der für eine vergewaltigte Schulkameradin Hilfe suchte.

Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD) begrüßte einen Vorstoß des Landkreises für die personelle Aufstockung der Potsdamer Beratungsstelle ausdrücklich. Denn auch in seiner gut situierten Gemeinde gebe es Frauen, die aus Scham gar nicht zur Gleichstellungsbeauftragten Marion Höne ins Rathaus, sondern eher nach Potsdam gehen würden. In Kleinmachnow soll sich laut Höne die Gewalt gegen Frauen sehr oft auf psychischer Ebene abspielen. Ein blaues Auge gebe es aber auch hier in der Nobelgemeinde.

Info: Hilfetelefon 0 80 00 11 60 16

Von Claudia Krause

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