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Delfine helfen Jungen im Wachkoma

Teure Therapie in Curaçao Delfine helfen Jungen im Wachkoma

2014 hatte Familie Neuenfeld aus Hohen Neuendorf eine riesige Spendenbereitschaft erfahren, wodurch ihrem Sohn Arne-William eine kostspielige Delfintherapie ermöglicht wurde. Jetzt ist der Fünfjährige, der sich nach einem Unfall im Wachkoma befindet, von der Karibikinsel Curaçao zurückgekehrt. Es war eine emotionale Zeit. Die Therapie hat Arne und der Familie viel gegeben..

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Arne mit dem Therapeuten Sebastian und Delfindame Chabelita.

Quelle: privat

Hohen Neuendorf. Es war anstrengend, emotional und schön, fasst Maria Neuenfeld die zweiwöchige Delfintherapie für ihren Sohn Arne in der Karibik zusammen. Vor einer knappen Woche ist ihre Familie von der Reise auf die Niederländischen Antillen zurückgekehrt. Zahlreiche Spenden hatten die rund 20 000 Euro teure Behandlung auf Curaçao ermöglicht. „Die gemeinsame Zeit war für uns alle gut“, sagt die inzwischen zweifache Mutter. Arne habe die für ihn sehr intensive Therapie stets mit einem Lächeln absolviert.

Das Lieblingsfoto von Mama Maria Neuenfeld

Das Lieblingsfoto von Mama Maria Neuenfeld: Der Delfinkuss.

Quelle: privat

Und die Anstrengungen haben sich gelohnt: „Arnes Atmung ist entspannter und tiefer, die epileptischen Anfälle sind weniger geworden“, beschreibt Maria Neuenfeld die Ergebnisse. Ihr Sohn lasse Berührungen jetzt zu und empfinde diese sogar als angenehm. Er sei insgesamt beweglicher geworden und zeige mehr Eignaktivität mit den Armen. So habe er zum Beispiel eine Stange gehalten, über die der Delfin gesprungen ist, oder habe nach vom Tier gebrachten Ringen gegriffen. Mit Gesten habe er Fragen beantwortet, etwa, ob eine Übung oder Aktivität wiederholt werden soll.

Die derzeit trächtige Delfindame Chabelita sei sehr sensibel mit Arne umgegangen, habe sich an ihn geschmiegt und mit ihm „delfinisch“ geschnattert. „Und sie haben im Wasser getanzt“, sagt Maria Neuenfeld noch bewegt von den frischen Erfahrungen. Genau diese Erlebnisse, ihren Sohn im tiefen Wasser zu sehen, ihn der Obhut Dritter zu überlassen, das alles habe auch sie besonders in den ersten Tagen emotional sehr gefordert.

Beeindruckender Sprung des Therapie-Delfins

Beeindruckender Sprung des Therapie-Delfins.

Quelle: privat

Hintergrund: Der jetzt fünfjährige Junge war im Mai 2013 während einer Geburtstagsfeier in einen abgedeckten Pool gefallen und ertrunken. Die Retter konnten ihn wiederbeleben, doch der Sauerstoffmangel schädigte das Gehirn. Arne befindet sich seitdem im Wachkoma. Nach einem anderthalbjährigen Klinikaufenthalt kehrte er vor einem guten Jahr nach Hause zurück, benötigt jedoch eine Rundumbehandlung. Zahlreiche Fachleute behandeln ihn – von der Logopädie, Ergotherapie, Physio- und Atemtherapie über die Osteopathie bis hin zur Musik- und Lichttherapie. Seit Mai reitet Arne auf zudem auf dem Pferd „Ronja“. Die Therapeuten hätten nach der Rückkehr den guten Erfolg der Arbeit mit dem Delfin bestätigt, so Maria Neuenfeld.

Um so mehr hofft die junge Familie auf weitere Unterstützung und eine weitere Delfintherapie im nächsten Jahr – vielleicht sogar mit dem Delfinbaby von Chabelita. Jetzt allerdings müsse das Erfahrene zunächst verarbeitet und das Gelernte gefestigt werden. Doch schon jetzt ist sich Maria Neuenfeld sicher: „Die Therapie hat Arne viel gegeben, auch der Familie insgesamt. Alles ist auf dem richtigen Weg.

Arne-William mit Mama Maria, Brüderchen Sören, den Therapeuten Julia und Sebastian und Papa Sven (v l)

Arne-William mit Mama Maria, Brüderchen Sören, den Therapeuten Julia und Sebastian und Papa Sven (v. l.).

Quelle: privat

Eine Wiederholung wäre für Arnes Weiterentwicklung sehr hilfreich.“ Alleine könne die Familie die Kosten allerdings nicht tragen, ebenso für den Umbau von Haus und Auto sowie für Therapiegeräte. Letztere werden benötigt, wenn Arne künftig in einer Kita betreut werden soll. Geplant ist das ab kommenden August. „Wir würden uns freuen, wenn weiter Unterstützung für Arne kommt. Das Geld ist sehr gut angelegt“, sagt Maria Neuenfeld.

Kampf zurück ins Leben

Die Spendenaktion und die Delfintherapie werden auf der Internetseite www.arne-william.de vorgestellt.

Die Eltern von Arne-William beschreiben die Therapieerfolge ihres Sohnes auf einer eigens eingerichteten Facebook-Seite. Dort sind Fotos und Videos von der Behandlung zu sehen.

Auf der Karibikinsel wurde Arne von den Therapeuten Sebastian und Julia im Curacao Dolphin Therapy an Research Center (CDTC) betreut.

Von Helge Treichel

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